Deutsch-österreichische Kooproduktion im Wettbewerb - Die Fälscher
Die deutsch-österreichische Koproduktion "Die Fälscher" weckte bei vielen Journalisten großes Interesse an den beiden Pressevorführungen. Zur Pressekonferenz an die Spree kamen Produzent Josef Aichholzer und Produzentin Nina Bohlmann, sowie Kameramann Benedict Neuengels, die Schauspieler Devid Striesow, August Diehl, Karl Markovics und der Regisseur Stefan Ruzowitzky. "Die Fälscher" belichtet die dramatischen Ereignisse des "Unternehmens Bernhard", ein weitgehend unbekanntes Kapitel der deutschen Geschichte. In der größten Geldfälscheraktion aller Zeiten wurden über 130 Millionen britische Pfund gedruckt, die in den letzten Kriegsjahren dazu verwendet werden sollten, nicht nur um die feindliche Wirtschaft zu überschwemmen, sondern auch um die leeren Kriegskassen zu füllen. Dazu wurden extra zwei Baracken des KZ Sachsenhausens in perfekt ausgerüstete Fälscherwerkstätten umgerüstet.
Der Regisseur wollte unbedingt mal auf einer anderen Weise Stellung zu dem Thema nehmen, was als Österreicher auch nicht ganz einfach ist. Er wollte auf jeden Fall vermeiden den 'normalen' KZ-Alltag zu zeigen, denn das hätte er sich nicht getraut. Den Stoff mit einer Ernsthaftigkeit bearbeiten und größeren universellen Fragen auszusetzen, war das große Ziel. Als Grundlage dienten die Erfahrungsberichte des echten Adolf Burger. Auf dem Gelände der Filmstudios in Babelsberg, baute man das Set mit den beiden Baracken nach. Auf die Frage hin, ob sich die Dreharbeiten in den Baracken beklemmend auf die Schauspieler auswirkten, erzählte Karl Markovics, dass es letztendlich gesehen ein normaler Arbeitsplatz war und es der Schauspielerei nicht dienlich wäre, wenn man außerhalb der Szenen zuviel über die Themen nachdenken würde. Anders muss es für den echten Adolf Burger gewesen sein, der eines Tages das Set besuchte. Damals kämpfte er um sein Überleben und heute baute man das damalige Umfeld für einen Film nach. Für Karl war das Leben seines Charakters eine spannende Geschichte, die Vielschichtigkeit begeisterte ihn. Wie er in Russland Malerei studierte und aufgrund der Revolution nach Deutschland kam. Dem Regisseur ist er für die einmonatige Probenphase sehr dankbar. Bevor Karl nach Berlin zu den Dreharbeiten geflogen ist, begegnete er einer jüdischen Familie in einer Wiener Straßenbahn. Nach dieser Begegnung stellte er sich vor, wie sich diese jüdische Familie wohl vor über 60 Jahren gefühlt haben müsste, mit dem Davidstern auf dem Arm. "Man muss sich auch von diesen Bildern lösen können", so der 43-jährige Wiener.
Kameramann Benedict Neuengels wollte keine Betroffenheitserlebnisse in einfachster Form erzählen und keine Hochschulunterrichtsbilder abliefern. Es durften obendrein keine ansprechenden Bilder gedreht werden. Er hat selbst noch nie in einem Film bewusst so schlecht ausgeleuchtet wie in "Die Fälscher". Sie haben regelrecht Fehler eingebaut, damit der Film authentischer rüberkommen kann.
Im KZ Mauthausen bekam der Regisseur leider keine Drehgenehmigung. Gedreht wurden vor Ort nur Außenaufnahmen und allein diese Szenerie ließ sie nicht mehr los. Stefan Ruzowitzky hatte Angst und zugleich Respekt vor dem Thema, denn zu viele Menschen sind stark emotional an dem Thema gebunden. Die größte Schwierigkeit bestand darin, alles in Balance zu halten, da in dem Film jeder Charakter von sich überzeugt war, Recht zu haben. Auf die Frage, ob man sich der Nazi-Zeit auch komödiantisch annähern dürfen sollte, beantworte der Regisseur wie folgt: „Die Hauptsache ist, man redet über dieses Thema und wenn am Ende herauskommt, dass der Holocaust das Resultat des Nazi-Regimes werden sollte ... so kann man sich dem Thema sicherlich auf viele Weisen nähern.“
August Diehl fand an seiner Hauptfigur das ambivalente Verhalten interessant. Er mag Menschen, die für ihre Ideale einstehen. Nach den Drehzeiten musste er einfach abschalten und ging nach Hause.
Devid Striesow, der den SS-Soldaten Herzog spielt, war über den facettenreichen Charakter dankbar. Man sieht den Soldaten vor dem Krieg, in dem Krieg und sogar während des Krieges als privaten Menschen und obwohl man es kaum glauben mag, die Rolle soll ihm auch Spaß gemacht haben.
"Die Fälscher" schafft es in Zeiten von "Der Untergang", "Der letzte Zug", "Sophie Scholl" oder "Mein Führer" durch eine eher unbekannte Story aus dem zum Teil übersättigten Markt heraus zu stechen. In den Hauptrollen begeisterten Karl Markovics, August Diehl und Devid Striesow.
Jetzt kommentieren? / 0 Kommentare
Akteulle Nachrichten
-
Ridley Scott macht wieder Sci-Fi: The Forever War
-
Superman: trotz Reboot soll Brandon Routh weiter fliegen
-
Box Office - Chihuahuas wieder auf der 1
-
Neu auf DVD und Blu-Ray Woche 42/2008
-
Bedtime Stories: hier ein erstes Poster
-
So sieht Robert Downey Jr. als Sherlock Holmes aus
-
Law Abiding Citizen: Frank Darabont macht es doch nicht
-
Erstes Ben Kingsley Foto vom Prince of Persia Set
-
Neuer Transporter 3 Trailer
-
Rebecca Mader aus Lost spielt neben George Clooney
