The Good German kehrt an die Spree zurück
Zur Pressekonferenz des amerikanischen Wettbewerbsbeitrag "The Good German" kam der Regisseur Steven Soderbergh mit seinen beiden Hauptdarstellern Cate Blanchett und Christian Oliver. George Clooney war leider verhindert. Die Pressevorführung zuvor wurde teilweise sehr gemischt aufgenommen. Die Reaktionen der Kollegen waren breit gefächert, sie reichten von applaudieren bis Buh-Rufe.
Auf der Pressekonferenz erzählte Soderbergh nach der sechsten Zusammenarbeit mit George Clooney, wann er ihn kennen gelernt hatte: Damals traf er ihn zu einem entscheidenden Zeitpunkt seiner Karriere. Er brauchte einen guten Film und George musste einigen Leuten beweisen, dass er schauspielern kann. Ihre erste gemeinsame Arbeit an "Out of Sight" wurde schon damals ein voller Erfolg. Cate Blanchett fügte hinzu, dass die Zusammenarbeit mit George stets großartig und verblüffend komisch war. Er besitzt eine großartige Star-Power. Er ist eine Ikone des internationalen Films. Die australische Schauspielerin, die in diesem Jahr für ihre schauspielerische Leistung in dem Film "Tagebuch eines Skandals" bereits zum dritten Mal für einen Oscar nominiert worden ist, spielt in "The Good German" Lena, die Ex-Freundin von Jake Geismer, der von George Clooney verkörpert wird.
"The Good German" ist die Verfilmung des Romans "In den Ruinen Von Berlin" von Joseph Kanon und folgt der Tradition des klassischen Film Noir. Der Schwarz-Weiß-Streifen erinnerte einem stark an Filme wie "Der dritte Mann", "M – Eine Stadt sucht einen Mörder" und in wenigen Sequenzen auch an "Casablanca".
Soderbergh sagte, dass er mit diesem Film eine ganz andere Verbindung zum Publikum aufnehmen wollte. Es war für ihn ein großes Vergnügen diesen Film zu drehen, da ihn das Buch sofort faszinierte. Der Film ist sehr amerikanisch aber dennoch auch sehr europäisch zu gleich.
Der Deutsche Christian Oliver, der im Film den Mann von Cate Blanchett verkörpert, war von der Auffassungsgabe seiner Filmpartnerin fasziniert. Erst kurz vor Drehbeginn entschied Steven, dass die beiden ihre gemeinsamen Szenen auf Deutsch spielen sollten, um die beiden Welten noch besser trennen zu können. Christian Oliver, der bereits schon seit einiger Zeit versucht nicht nur sein amerikanisch in den Staaten zu verbessern, sondern auch mit seiner Schauspielkarriere dort weiter Fuß zu fassen, fand es merkwürdig, dass er in seinem ersten größeren amerikanischen Film ausgerechnet deutsch sprechen musste. Soderbergh fügte hinzu, als die Wahl auf Oliver fiel, wusste er gar nicht, dass er Deutscher ist. Dies kam ihm aber sehr gelegen. Für ihn waren die Szenen in Deutsch sehr wichtig, denn laut seiner eigenen Aussage überwinden die USA zurzeit langsam die Barriere, die sie sich selbst erbaut hatten. Den Satz "...könnten sie das bitte noch mal in englisch sagen" hört man immer weniger. Man wäre viel offener geworden.
Über die einmalige Filmmusik von Thomas Newman, der mit seiner Arbeit an "The Good German" mit einer Oscarnominierung belohnt wurde, sagte Soderbergh, dass einige seiner engsten Freunde auf ihn zu kamen und sagten, dass die Musik ein großer Fehler sein könnte. Gut, dass er sie doch so abgesegnet hat, sie war atemberaubend.
Cate Blanchett wird noch einige Tage in Berlin bleiben. Sie will sich unbedingt das Holocaust-Mahnmal ansehen. Sie ist obendrein noch mit einem zweiten Film auf der Berlinale vertreten, eben den, für den sie die Oscarnominierung erhielt. "Tagebuch eines Skandals“ wird am Montag im Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigt werden. Höchstwahrscheinlich werden wir sie dort auch wieder auf dem Roten Teppich sehen können.
"The Good German" hat mich von der Machart an zahlreiche Klassiker der Filmgeschichte erinnert und mit dieser Realisierung des Projekts überzeugt. Ich bin ein bekennender Fan der "Hitchcock-Schwarz-Weiß-Fritz-Lang-Orson Welles-Filme". Dazu kommt eine spannende Geschichte im Nachkriegsdeutschland mit George Clooney, Cate Blanchett und Tobey Maguire in den Hauptrollen ... was will man mehr?!
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