SERF am 08.02.07 16:24:23 - 0 Kommentare

Grandioser Eröffnungsfilm: La Vie en Rose

Die diesjährige Berlinale beginnt gleich mit einem grandiosen Eröffnungsfilm: "La Vie en Rose" (Originaltitel "La Môme"). Der Autorenfilm ist der erste Wettbewerbsbeitrag aus Frankreich. Er beschreibt das dramatische Leben der Sängerin Edith Piaf. Der französische Regisseur Olivier Dahan wollte mit "La Vie en Rose" keine Biografie kreieren, vielmehr ein Porträt der französischen Legende erschaffen. So nahm er auch nur alle Dinge aus ihrem Leben mit hinein, die ihm interessant vorkamen. Während der Vorbereitungsphase traf er sich auch mit keinem Menschen, der Edith zu Lebzeiten begegnet ist. Er wollte unvoreingenommen in das Projakt gehen. Der Film übermittelt keine Botschaft, fungiert eher als Aufklärungsfilm über das Leben des exzentrischen Stars, die gut mit Marlene Dietrich befreundet war.

Gedreht wurden 60 der 80 Drehtage in der Tschechischen Republik. Dort sind alle Innenaufnahmen entstanden. Zusätzlich wurden natürlich noch Szenen in Paris und in den USA gefilmt. Marion Cotillard in der Rolle der wunderbaren, vielschichtigen Edith musste die Lebensjahre 19 bis 47 der Sängerin mimen, was durchaus kompliziert war, wie sie auf der Pressekonferenz schilderte. Zur Vorbereitung hat sie viele Filmaufnahmen der Sängerin gesehen und sich Tonaufnahmen von Interviews angehört, versetzte sich volle vier Monate in den Chrarakter. Am Ende brauchte sie laut eigener Aussage einige Tage, um die angenommenen Eigenheiten der Titelfigur wieder ablegen zu können. Marion Cotillard, die selbst aus einer Künstlerfamilie stammt, hatte besonders Angst vor den Szenen, in denen sie die letzten Lebensjahre darstellen sollte, in denen Edith zwar erst in den Vierzigern war, aber eigentlich viel älter aussah. Marion begeisterte sich als sie 20 Jahre alt war fürs realistische Chanson. Das Leben und die Lieder der Edith haben sie berührt und "... wäre sie etwas später gestorben, wäre sie aufgrund ihres Drogenkonsums sicherlich zu einer Ikone geworden", so die 31-jährige Pariserin. Das Leben der Edith hat sie so sehr fasziniert, dass sie sich durchaus vorstellen könne, sich mit ihr anzufreunden, wenn sie heute noch leben würde.

Der vierzigjährige Regisseur Olivier Dahan ist beim Schreiben nicht von der Musik der Edith Piaf ausgegangen, er hat sich von einem Foto, dass die 17-jährige Edith mit einer Freundin zeigte, inspirieren lassen. "Auf dem Foto sah sie aus wie ein Punk", sagt der Regisseur, das habe ihn neugierig gemacht.

"La Vie en Rose" wird von Kollegen endlich mal wieder zu einem der guten Eröffnungsfilme gezählt. Ich gehe da noch einen Schritt weiter und prognostiziere, dass Marion Cotillard sich keineswegs bei der Vergabe der Silbernen Bären in der Kategorie "Beste Darstellerin" verstecken muss. Wir werden sehen! Nach "Ray" und "Walk the Line" endlich mal ein gelungenes Künstlerporträt über einen Europäer ... "La Vie en Rose".


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