ThorriZ am 07.02.07 08:25:08 - 0 Kommentare

Berlinale Countdown 6/7 - 2007

Im vorletzten Teil unseres Moviereporter Berlinale Countdowns stellen wir euch weitere drei Filme vor die ins Rennen um den Goldenen Bären gehen werden, sowie einen weiteren Hollywoodstreifen, der außer Konkurrenz während des Festivals zu sehen sein wird.

Beginnen möchte ich mit dem brasilianischen Wettbewerbsbeitrag "Das Jahr als meine Eltern im Urlaub waren". Der Film dreht sich um einen Jungen, der 1970 in Brasilien lebt, wo zu dieser Zeit eine Militärdiktatur herrscht. Eine Sache verbindet jedoch das ganze Land: der Fußball und gerade sind die Helden ausgezogen, um bei der WM in Mexiko den Titel zu erringen.
Regisseur Cao Hamburger sagt über seinen Film: "Fußball bildet hier eigentlich nur den Hintergrund. Ich wollte über den Mythos erzählen, den das brasilianische All-Star-Team von 1970 umweht. So kann, glaube ich, jeder englische Taxifahrer über 50 noch heute die Aufstellung der brasilianischen Mannschaft von damals herunterbeten. Daneben wollte ich noch ein paar weit verbreitete Vorurteile ausräumen. In England zum Beispiel denkt man bei Brasilien in erster Linie an Indianer, Urwald und Favelas. Das alles kam zusammen und inspirierte mich schließlich zu dieser Geschichte."

Die chinesische Regisseurin Li Yu tritt mit dem Beziehungsdrama "Ping Guo" für China in den Wettbewerb ein. Der Film, in dem auch der chinesische Star Tony Leung mitwirkt, handelt von einer Frau, die von ihrem Chef vergewaltigt wird. Anstatt diesen jedoch anzuzeigen nutzt ihr Freund die Situation aus, um ihn zu erpressen. Als die Frau jedoch schwanger wird eskaliert die Situation dramatisch.

Ein weiterer chinesischer Film, der im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale laufen wird ist das Drama "Tuyas Ehe". Dieser dreht sich um eine Frau, die in einer unwirtlichen Umgebung in der inneren Mongolei um ihre Existenz kämpft. Erschwerend kommt hinzu, dass sie zusätzlich ihren behinderten Ehemann, zwei Kinder und 100 Schafe versorgen muss - vom Staat erhalten die Nomaden jedoch keinerlei Unterstützung.
Regisseur Wang Quan’an erklärt, wie es zu der Idee für diesen Film gekommen ist: "Meine Mutter wurde nahe des Drehorts in der Inneren Mongolei geboren. Ich habe darum die Mongolen, ihre Lebensart und ihre Musik schon immer sehr gern gemocht. Als ich erfuhr, dass die gewaltige Ausbreitung der Industrie die Steppe immer wüstenähnlicher werden lässt und die örtliche Verwaltung die Hirten zwingt, ihre Weidegründe zu verlassen, beschloss ich, einen Film zu drehen, der alles dies festhält, bevor es endgültig verschwindet."

Schließlich stellt Multitalent Clint Eastwood während der Berlinale auch noch seine neueste Regiearbeit vor. Mit "Letters From Iwo Jima" beschritt er dabei einen ungewöhnlichen Weg, denn der Film, der die Geschichte der japanischen Soldaten während der Schlacht um Iwo Jima schildert, wurde komplett in Japanisch gedreht und mit Untertiteln versehen. Daher wurde der Film auch mit einer Oscarnominierung in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" bedacht. Zusammen mit "Flags of Our Fathers", der die amerikanische Seite dieser Schlacht und besonders deren weitreichende Auswirkungen schildert, bildet "Letters From Iwo Jima" ein Gesamtwerk. Regisseur Eastwood und Hauptdarsteller Ken Watanabe werden zur Premiere des Films an der Spree erwartet.

Morgen erfolgt dann schließlich der abschließende Teil unseres Berlinale Countdowns, in welchem wir die letzten drei Wettbewerbsbeiträge näher betrachten werden.


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