Spionagekrieg
Nun sind es also zwei Produktionsstudios, die sich um die Verfilmung des mysteriösen Gifttods des russischen Ex-KGB-Spions Alexander Litvinenko streiten: auf der einen Seite steht Warner Bros. gemeinsam mit Johnny Depp und auf der anderen stehen Michael Mann und Columbia Pictures.
Aufgrund eines Angebots und eines Probekapitels zahlte Columbia am Freitagmorgen 500.000 US-Dollar von vereinbarten 1,5 Millionen für die Filmrechte an "Death of A Dissident" an, ein Buch das gemeinsam von Alex Goldfarb und Litvinenkos Witwe Marina verfasst wird. Das Buch soll schon Ende Mai veröffentlicht werden.
Wie Variety berichtet waren unter den Bietern für "Death of a Dissident" auch Warner Bros., Depp und Graham Kings Initial Entertainment, die bereits die Option auf einen Deal für einen Litvinenko Film haben, der auf "Sasha's Story: The Life ans Death of a Russian Spy" basieren soll. Dieses Buch wird vom Chef der londoner Abteilung der New York Times, Alan Cowell, verfasst.
Quellen zu Folge bot Warner an Columbias Angebot zu egalisieren, kam jedoch mit leeren Händen zurück. Bei der Versteigerung der Rechte ging Columbia wie es scheint besonders aggressiv zu Werke, um sich die Rechte zu sichern.
Es wird ein Spionagethriller sein, der den Zusammenstoß tief verwurzelter russischer Machtstrukturen, die auf den KGB und seinen Nachfolgedienst, den FSB, zurückgehen mit einer Welle des westlichen Kapitalismus, die das Land im Zuge von Glasnost überschwemmte, zum Thema haben wird. Und es wird darum gehen, auf welche Weise Litvinenko zwischen die Fronten dieser beiden kolossalen Kräfte geriet. Auf seinem Totenbett machte Litvinenko den russischen Präsidenten Vladimir Putin und sein Regime für seinen Tod verantwortlich, der durch Polonium 210 herbeigeführt wurde.
Columbia hat außerdem vor ein Projekt zu forcieren, das nicht nur auf "Death of A Dissident", sondern auch auf der Lebensgeschichte von Marina Litvinenko beruht.
Laut dem vorgelegten Angebot wird das Buch Informationen aus erster Hand von der Witwe und von Goldfarb beinhalten. Ein vierseitiger Vorschlag verdeutlicht die Intention des Buches Litivnenkos Karriere vom Insider zum Ausgestoßenen innerhalb des politischen Machtzentrums im post-kommunistischen Russland zu beschreiben. Goldfarbs enge Freundschaft zu dem Ex-KGB-Agenten wurde am Beispiel eines 22-seitigen Kapitels verdeutlicht, welches Teil der Auktion war.
Es gibt auch noch weitere Bücher die zu diesem Thema verfasst werden und an denen die Filmrechte zum Verkauf stehen. Der Wall Street Journal Korrespondent Steve LeVine hat einen Vertrag mit Random House geschlossen, um ein Litvinenko/KGB Buch zu schreiben, welches den vorläufigen Arbeitstitel "Polonium" trägt.
Und auch Litvinenkos eigene Memoiren aus dem Jahr 2002 mit dem Titel "Blowing Up Russia: The Secret Plan to Bring Back KGB Terror", stehen kurz davor in Großbritannien neu aufgelegt zu werden.
Mal sehen, wie das nächste Kapitel im "Spionagekrieg" der Produktionsstudios aussehen wird.
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