Volver - Zurückkehren
Volver
Inhalt
Ein Film über das Leben und den TodRaimunda (Penélope Cruz) dreht gleich durch: Während vorne in ihrem Restaurant ein äußerst lebhaftes Filmteam eine ziemlich lautstarke Party feiert, liegt hinten im Kühlraum ein äußerst schweigsamer und ziemlich toter Männerkörper. Der muss dringend da weg, aber wie? Große Not mobilisiert Frauensolidarität und allerhand kriminelle Energie: Und so formiert sich spontan ein weibliches Leichenräumkommando bestehend aus Raimunda, ihrer 15-jährigen Tochter, einer hilfsbereiten Hure von nebenan und dem plötzlich sehr lebendigen Geist der verstorbenen Mutter Abuela Irene (Carmen Maura). Der Kadaver ist bald fort, aber die Probleme - Santa Maria! - fangen jetzt erst an.
Kritik
Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes wurde Volver mit den Preisen für das "Beste weibliche Ensemble" und das "Beste Drehbuch" ausgezeichnet.Beginnen wir mit den Darstellerinnen. Allen voran, wie soll es anders sein, denn der fokusierende Blick liegt nunmal auf der einstigen Partnerin von Tom Cruise, ist hier Penélope Cruz zu nennen. Ihr Gesicht ziert das Filmposter, sie hat den international bekannten Namen. Und sie ist es, nicht allein wohlgemerkt, die in Volver endlich einmal eine Rolle bekommt, mit der sie sich auszeichnen kann. Eine Rolle, die beweist, dass Penélope Cruz nicht nur für Rollen vorgesehen ist, in denen sie neben ihren Filmpartnern glänzt; wie in Vanilla Sky neben besagten Tom Cruise oder in Sahara neben Matthew McConaughey. Endlich steht sie als Schauspielerin im Vordergrund und das nicht in einer Hollywood-Produktion, sondern in einem Film des spanischen Regie-Stars schlechthin: Pedro Almodóvar. Sein Film Alles über meine Mutter bescherte ihm sogar die begehrte Oscar-Trophäe.
Doch zurück zu Cruz. Spätestens die Gesangseinlage von Raimunda (überigens gesungen von Estrella Morent) sollte jedem Zuschauer eine Gänsehaut verpassen, die minimal so lange anhält, bis sie das Lied beendet hat. Aber auch sonst hat Cruz ihre Chance mit Volver genutzt. Dass sie ein Geheimnis verbirgt, etwas Vergangenes, das an ihr zu nagen scheint, merkt der Zuschauer schnell, wenn sie dies auch nur in kleinen Gesten zeigt. Oberflächlich mimt sie die eher starke Frau, die sich für ihre Tochter einsetzt und schnell das Gefühl vermittelt, die "Oberhand" in dieser weiblichen Dreiergruppe zu haben. Je mehr wir uns aber dem Ende nähern, desto deutlicher wird, dass das Geheimnis, das sie verbirgt und von dem sie ihrer Tochter "irgendwann" einmal erzählen wird, ganz sicher, dunkler ist als erwartet.
Lola Dueñas, die Raimundas Schwester Sole spielt, hat schon in dem spanischen Erfolgsdrama Das Meer in mir mitgewirkt. Auch sie liefert eine wunderbare Leistung ab. Man merkt ihr an, dass der Tod ihrer Mutter an ihrem Herzen nagt, mehr noch als es bei Raimunda der Fall ist; zumindest an der Oberfläche. Man spürt als Zuschauer förmlich diese innere Zerrissenheit, die sie quält: ihr Leben als Single, schon wieder verlassen. Der Tod der Mutter. Dann auch noch das Ableben der Tante und die Tatsache, dass sie allein zu der Beerdigung fahren muss, ohne ihre Schwester Raimunda, die ihr Halt zu geben scheint. Man wartet eigentlich nur noch auf den Zusammenbruch der Figur Sole, doch dann kommt alles anders, ohne etwas verraten zu wollen. Irgendwie gerade rechtzeitig, hat man das Gefühl, und diese Wendung tut ihr sichtlich gut. Ihr Lachen ist offener, sie blüt wieder ein wenig auf. Und genau diese Wandlung von der, von unterschwellig, aber nicht ganz zu unterdrückender Trauer geplagten, Frau ist Lola Dueñas sehr gut gelungen.
Zwei Facetten, die den Film so bewundernswert machen: zum einen der Humor. Frei aus dem Leben gegriffen, nicht abgedroschen, unwirklich oder unpassend. Sondern einfach herrlich. Und das nicht selten. Immer wieder sind es vor allem Äußerungen der Darstellerinnen, die für Lacher sorgen, aber auch die Art und Weise, wie mit der (Achtung Spoiler) Entsorgung von Pacos (Antonio de la Torre) Leiche und der Wiederkehr der Mutter Abuela (Carmen Maura) umgegangen wird, sorgt häufig für Situationskomik.
Das andere Gesicht von Volver: die Melancholie. Fast schon erdrückend erscheint die letztliche Erkenntnis, als das Geheimnis aus Raimundas Vergangenheit aufgelöst wird. Auch die indirekte Suche und Sehnsucht nach ihrer Mutter, zu der sie vor deren Tod kaum noch Kontakt hatte, sickert zum Ende hin endlich vollends an die Oberfläche und (Achtung Spoiler) die Tatsache, dass die Sehnsucht befriedigt wird und die Suche sich als erfolgreich darstellt, sorgt mit der ganzen Wahrheit für eine von schrecklicher Ungerechtigkeit und friedvollem Einklang geprägten Dramatik, die einen überwältigen möchte. All der Witz, der einem im Laufe des Films präsentiert wurde, erscheint plötzlich nicht real, wirkt aufgesetzt und dadurch wie eine vorgehaltene Hand, die den Blick auf das Vergangene nur bedeckt hat.
Volver - ein wunderbarer Film.
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Regisseur
Schauspieler
Penélope Cruz, Carmen Maura, Lola Dueñas, Blanca Portillo, Yohana Cobo, Chus Lampreave, Antonio de la Torre, Carlos Blanco, María Isabel Díaz, Neus Sanz, Leandro Rivera, Yolanda Ramos, Carlos García Cambero, Pepa Aniorte, Isabel Ayúcar, Magdalena Brotto, Pilar Castro, Fany de Castro, Concha Galán, Eli Iranzo, Carmen Machi, Anna Magnani, Natalia Roig, María Alfonsa Rosso, Raimunda Sánchez Expósito



siBBe / 11.12.2007 16:35:11
Wer den Film nicht gesehen hat unbedingt nachholen. Sowas nenn ich mal einen genialen Feel-Good Movie. Als ich aus dem Kino kam hatte ich immer noch ein Grinsen auf dem Gesicht. Und Penelope Cruz hätte für diesen Film auf jeden Fall den Oscar verdient denn sie war wirklich hammer darin, besser als Hellen Mirren in Queen wie ich finde, weitaus besser
5 Sternen
Nightwalker / 11.12.2007 20:59:08
Wenn ich ihn nicht in spanisch gesehn hätte, fände ich ihn auch gut XD
5 Sternen
Veremar / 13.12.2007 20:51:41
Wieder ein Meisterwerk von Almodóvar. Toller Film, unbedingt ansehen!
5 Sternen