Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 14.01.06 10:23:54 - 3 Kommentare

Die Dolmetscherin

The Interpreter

Moviereporter-Bewertung:
  • 2.5/6 Sterne.
Leserwertung (12): 3.25 / 6

Land Großbritannien, USA, Frankreich

Genre Drama, Thriller

Laufzeit: 128

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 21.04.2005
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Inhalt

Die Wahrheit braucht keine Übersetzung

Silvia Broome (Nicole Kidman), in Afrika geboren, arbeitet für die Vereinten Nationen als Dolmetscherin im UNO-Hauptquartier in New York. Als sie eines Abends noch mal in das Hauptquartier zurückkehren muss, belauscht sie im Tonstudio ein Gespräch zwischen zwei Männern, dass aus dem dunklen Plenarsaal des Gebäudes zukommen scheint. Die unbekannten Männer flüstern in einem sehr seltenen afrikanischen Dialekt, den außer Silvia nur wenige Leute sprechen können, über ein Mordkomplott gegen Zuwanie (Earl Cameron), den Führer eines afrikanischen Staates. Sie hört die Worte: "Der Lehrer wird diesen Raum niemals lebend verlassen".

Ihr Leben verändert sich schlagartig. Anscheinend haben die Planer des Komplotts Silvia im Tonraum gesehen. Sie selbst wird zur Zielscheibe der Killer.

Obwohl jeder, der bei den Vereinten Nationen arbeitet, sich der Geheimhaltung verpflichtet hat, traut sie sich den US-Behörden an. Man setzt den Bundesagentin Tobin Keller (Sean Penn) auf sie an. Er soll herausfinden, ob man ihrer Behauptung Glauben schenken kann, ob sie lügt oder gar selbst in der Verschwörung verwickelt ist. Welche Rolle spielt sie? Ist sie Opfer? Verdächtige? Oder ganz was anderes?

Als Keller immer tiefer in die Abgründe der Verschwörung und in die Vergangenheit seiner einzigen Zeugin dringt, wird ihm immer deutlicher, dass er nicht nur mit seiner Vergangenheit zu kämpfen hat, sondern auch dass niemand für Silvias Sicherheit garantieren kann.

Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten - sie, die auf die Kraft und Wirkung der Worte setzt, auf feinsinnige Deutungen baut, an die Diplomatie glaubt … er, der durch Instinkt und Tatkraft geprägt ist – sind nun aufeinander angewiesen und müssen im Wettlauf mit der Zeit eine drohende internationale Krise abwenden und ein Menschenleben einer Persönlichkeit auf internationalem Boden in den USA beschützen. Doch es kommt alles unerwartet anders …

Kritik

Universal Pictures präsentiert mit drei Oscarpreisträgern einen politischen Thriller, der auf das 21. Jahrhundert zugeschrieben wurde. Gedreht wurde er von Sydney Pollack ("Die Firma", 1993), der 1986 einen Oscar für seine herausragenden Regieleistungen für "Jenseits von Afrika" (1985) bekam. Die Protagonisten Nicole Kidman und Sean Penn sind die Zuschauermagnete für diesen Film - große Namen, die für einen Zuchauerandrang garantieren dürften. Nicole Kidman gewann 2003 für "The Hours" (2002) einen begehrten Academy Award. Sean Penn bekam erst 2004 im vierten Anlauf einen Oscar für seine schauspielerischen Leistungen in Clint Eastwoods ("Million Dollar Baby") "Mystic River" (2003).

Doch gute Namen sind nicht immer gleich Garanten für einen tollen Film. Natürlich ist "Die Dolmetscherin" durchaus ein aktueller Politthriller mit zahlreichen Handlungstwists, aber oft sind die Wendungen der Story zu vorhersehbar. Nicole Kidman versucht erneut nach "The Peacemaker" (1997) die Welt vor einer Katastrophe zu beschützen und verkörpert die toughe, dennoch leicht verletzbare, Silvia Broome eher durchschnittlich. Zwar ist der Charakter Sean Penns ebenfalls gut ausgepfeilt gewesen, doch bin ich von Sean Penn besseres gewohnt. Man erinnere sich nur mal an seine Rollen in "Ich bin Sam" (2001) und "Mystic River" (2003), natürlich nicht zu vergessen "21 Grams" (2003). Seine Filmfigur trauert um die verstorbene Ehefrau. Mir kam diese Darstellung der depressiven Lebensphase eher vor, als hätte er keinen Spaß und keine Lust an diesem Film gehabt. Im wirklichen Leben ist er ein bissiger Bush-Kritiker und wahrscheinlich war eine mögliche Aussage des Films, dass Diplomatie wichtiger als militärische Handlungen sein sollte, der größte Reiz an diesem Projekt für ihn. Filmtechnisch überragendes bietet der Film, der als erster Film Drehgenehmigungen für die Originalschauplätze im Hauptsitz der Vereinten Nationen bekam, nicht. Beeindruckend war letztendlich nur die Bildergewalt der Häuserschluchten der Weltmetropole New York, die als Schauplatz diente.

"Die Dolmetscherin" bietet in unserer heutigen durch Terror und Machtspiele vereinzelter Staaten geprägten Zeit einen aktuellen Politthriller, der zwei geteilte Lager treffen wird. Zu einem werden einige mit Gänsehaut aus dem Film gehen und danach die Parallelen zu unserer Zeit ziehen und zum anderen werden viele durch die trockene Erzählweise wohl eher gelangweilt das Kino verlassen. Überzeugen sie sich selbst.

"Die Dolmetscherin", ab 21. April in den deutschen Kinos.

Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare

  1. Jaansen

    Jaansen / 04.02.2008 16:11:14

    lohnenswerter film, sehr spannend =)


    4 Sternen

  2. Veremar

    Veremar / 04.02.2008 16:38:04

    Wirklich nicht schlecht, spannender Thriller mit einigen coolen Wendungen...


    3 Sternen

  3. Gambit521

    Gambit521 / 23.07.2008 04:40:41

    Ja geht schon bei einer Screne musste ich schmunzel als er ihr den Brief vorliest und sagt. "Es tut mir leid...... Es tut mir leid ..... das 2. kam von mir.................... müsst euch mal anschauen


    nicht bewertet


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