Verfasst von Frank Neumann am 25.08.06 09:06:34 - 4 Kommentare

Snakes on a Plane

Moviereporter-Bewertung:
  • 5.0/6 Sterne.
Leserwertung (7): 3.57 / 6

Land USA

Genre Crime, Horror, Thriller

Laufzeit: 121

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: 07.09.2006
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Inhalt

Samuel L. Jackson im Schlangen-Horror

Worum es geht:
Eddie Kim (Byron Lawson) ist einer der gefährlichsten, meistgesuchten Kriminellen Amerikas. Den Staatsanwalt, der gegen ihn ermittelt hatte, hat er bereits ins Jenseits befördert. Sein neuestes zu eleminierendes Objekt ist Sean Jones (Nathan Philips), der Zeuge eines brutalen Mordes geworden.

FBI-Agent Neville Flynn (Samuel L. Jackson) hat die Aufgabe, Jones auf einem Flug von Hawaii nach Los Angeles Geleitschutz zu geben, wo dieser vor der Grand Jury aussagen soll. Für Eddie und seine Mannschaft ist klar, Sean darf das Flugzeug niemals lebend verlassen.

Um Jones und Flynn zu stoppen, haben er und seine Leute sich eine ganz besondere Überraschung für Flugzeugpassagiere und -besatzung ausgedacht: Sie schmuggeln mit Hilfe von bestochenen Flughafen-Angestellten hunderte von Giftschlangen jeder Art und Größe in die Kabine und lassen sie nach den Start zeitversetzt frei. Die Kriechtiere, die durch Pheromone besonders aggressiv gemacht wurden, fallen über Crew und Fluggäste her und richten ein Massaker an.

In der allgemeinen Panik behalten nur zwei einen kühlen Kopf: Agent Flynn und die tapfere Flugbegleiterin Claire Miller (Julianna Margulies).

Kritik

"Snakes on a Plane" ist wahrscheinlich der meist gehypte Film diesen Sommers, zumindest in Amerika. Das heißt schon was, wenn man bedenkt, dass dies ein Jahr war in dem die Rückkehr von Superman anstand, nochmehr X-Men auftauchten und das Neueste von Captain Jack Sparrow erzählt wurde.
Wie auch immer, es gibt jedenfalls sehr wenige Filme, die von sich behaupten können eine solch große Internet-Fangemeinde zu haben, schon Monate vor Kinostart. So war es auch nicht der Drehbuchautor, der dem Film den Titel gab, sondern die Aussage eines Fans, den die Produzenten kurzerhand zum Titel machten. Welcher Film kann das schon von sich behaupten? Snakes on a Plane.

Im Falle dass der Titel nicht ohnehin schon die Handlung erklärt, erzählt "Snakes on a Plane" von einer Horde Killerschlangen, die einen FBI Agenten und den Zeugen, den er beschützt in einem Flugzeug attackieren.
Die Schlangen sind mit Duftstoffen so agressiv gemacht worden, dass niemand sie stoppen kann; nicht der Kapitän des Flugzeugs, noch der reiche britische Snob Charakter, noch die besorgte Mutter mit ihrem Neugeborenen, oder die zwei jungen alleinreisenden Kinder, und schon gar nicht der Star Rapper oder die Paris Hilton Look-a-like Blondine. Diese Schlangen sind absolut tödlich, und als ob das Dezimieren der menschlichen Mannschaft durch eine Reihe von sehr ekligen Angriffen nicht schon genug ist, attackieren die Kriechtiere auch noch die Flugzeughydraulik, so dass die Besatzung schon bald nicht nur durch Schlangenbisse sondern auch durch einen baldigen Absturz bedroht ist.
Bewaffnet mit einer Vielzahl von Waffen von Löffeln bis über zerbrochene Bierflaschen, müssen die übriggebliebenen Passagiere sich mächtig anstrengen, um am Leben zu bleiben.

Es gibt nur einen Mann, der es schaffen kann in solch einem Disaster die Oberhand zu behalten: Samuel L. Jackson. Irgendwie schafft es Jacksons Präsenz die Bescheuertheit der Situation zu umschiffen. Vielleicht liegt es daran, dass er seine Textzeilen mit einer solchen Seriösität abliefert, die die Situation so real werden lässt. Vielleicht liegt es aber auch daran, weil Jackson der "Jedermann" ist, ein Schauspieler der etwas an den Tag legt, mit dem jeder etwas anzufangen weiß. Vor allem aber ist es, weil wir (das Publikum) ihn sehen wollen, wie er den Schlangen in die nicht vorhandenen Ärsche tritt. Und das tut Jackson vom ersten Moment als er den mordlustigen Reptilien begegnet bis zum Ende. Man kann einfach nicht anders, als zu applaudieren und ihn anzufeuern wenn Jackson den Schlangen entgegentritt und ihnen mächtig einheizt.

Das, was diesen Film wirklich funktionieren lässt, ist, dass "Snakes on a Plane" zu jeder Gelegenheit zeigt, dass er sich vollkommen bewusst ist, wie blöde seine Ausgangssituation eigentlich ist. Er nimmt sich selber nicht ernst, wohl aber seine Figuren. Gemäß der Katastrophenfilme-Formel stellt er seine Figuren zuerst vor, nur um sie dann einen nach dem Anderen über die Klinge springen zu lassen. Wobei die Charaktere den Zuschauer, seltsam genug für ein B-Movie, nicht komplett kalt lassen. Klar, wenn es besagtem Paris Hilton-Starlet an den Kragen geht, dann ist das selbstironisch und süffisant böse in Szene gesetzt, wenn aber die junge Mutter verzweifelt versucht ihr Baby zu beschützen oder sich die beiden Kinder gegenseitig Trost spenden, dann empfindet man tatsächlich sowas wie Mitleid mit ihnen.

Die einzigen wenigen Male in denen der Film wirklich absurd erscheint, ist, wenn er versucht sich zu sehr zu erklären. Die versuchte Erklärung, dass die Schlangen Kaltblüter sind und deshalb vom FBI nicht bei einer Scannung des Flugzeugs gefunden werden konnten, ist ebenso fadenscheinig wie der dargestellte Grund warum die Schlangen so dermaßen aggressiv sind.

Schauspielerisch gesehen gibt es außer Jackson noch eine Viezahl anderer Mitstreiter die erwähnt werden sollten, egal, ob sie erfolgreich Schlangen abschlachten oder von ihnen abgeschlachtet werden. Nathan Philips als Zeuge Sean, Julianna Margulies als Stewardess Claire und Kenan Thompson als Bodyguard Troy helfen erfolgreich mit, dass das Publikum für einen guten Ausgang der Geschichte votet.

Vor allem aber ist den Schlangen zu danken. Immerhin steht ihnen nach Jackson die wichtigste Rolle im Film zu. Alldiejenigen, die die Animation der Reptilien im Trailer zu billig fanden und den Film dadurch schon abgeschrieben haben, können getrost aufatmen. Die tödlichen Kriecher sind größtenteils derart lebensecht dargestellt, dass sich kein Mensch, der Angst vor Schlangen hat, in den Film trauen sollte. Ich muss zugeben dass ich mich stellenweise recht mulmig gefühlt habe. Die meisten der Schlangen Attacken sind ideenreich in Szene gesetzt. Egal ob in der Toilette, in Spucktüten oder im Cockpit; überall lauert die Gefahr. In einigen Szenen sind die Schlangen fast schon zu real, so dass einem mitunter schon mal das Popcorn im Hals stecken bleiben könnte. Ok, es gibt ein paar Szenen in denen die Animation nicht perfekt wirkt, aber, wenn man erst mal in den Film hineingetaucht ist, ist einem das ziemlich egal.
Beim Kritisieren von Filmen ist es oft wichtig, zu erkennen was die Filmemacher uns damit sagen wollen. In diesem Film sagt der Titel bereits alles. Regt dieser Film zum Denken an? Nicht wirklich. Veranlasst er dich ein besserer Mensch werden zu wollen? Nein. Hat der Film hunderte von Schlangen in einem Flugzeug zu bieten? Absolut. Und für einen Sommer-Popcorn-Streifen ist das mehr als genug für rasante, abgefahrene, teilweise sehr eklige und doch immer amüsante eineinalb Stunden Entertainment.

Fazit:
Der Film bietet genau das, was der Titel verspricht, Schlangen im Flugzeug. Ein B-Movie, das gespickt mit A-Schauspielern einfach Spaß macht.

Jetzt kommentieren? / 4 Kommentare

  1. Nightwalker

    Nightwalker / 16.12.2007 16:20:28

    Perfekter, witziger und einfallsreicher Trash.

    9/10


    5 Sternen

  2. stallone

    stallone / 17.12.2007 16:35:42

    die idee hört sich sehr interessant an, konnte bis jetzt den film noch nicht sehen.


    nicht bewertet

  3. Zoidberg

    Zoidberg / 23.04.2008 16:50:19

    Ich weiß ja nicht warum sich Samuel L. Jackson für so nen schlechten film hergibt.


    2 Sternen

  4. Jigsaw

    Jigsaw / 23.04.2008 16:58:59

    Der Film an sich taugt nicht viel,aber he mit ein paar Kumpels Bierchen zischen und dann kann man sich so nen schönen Trashigen Film reinziehen.


    nicht bewertet


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