Verfasst von Frank Neumann am 26.02.06 04:52:41 - 7 Kommentare

The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen

The Hills Have Eyes

Moviereporter-Bewertung:
  • 5.5/6 Sterne.
Leserwertung (14): 4.28 / 6

Land USA

Genre Horror

Laufzeit: 107

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: 23.03.2006
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Inhalt

Wes Craven's Remake des Horrorschockers von 1977

Worum es geht:
Familie Carter ist mit ihrem Wohnwagen auf dem Weg von der Heimat Cleveland nach Kalifornien. Was eigentlich ein harmloser Ausflug werden sollte, gerät schnell zum Irrweg, als sie an einer Tankstelle in New Mexico stranden. Der Besitzer Lizard (Robert Joy) ist hilfsbereit und verrät ihnen sogar eine Abkürzung, damit sie noch schneller nach Hause kommen. Dass sie damit in eine tödliche Falle gelockt werden ahnt jedoch keiner von ihnen.
Und so wird ihre Heimfahrt jäh gestoppt als ein ausgelegter Reifenplatzer einen Unfall verursacht bei dem ihr Auto mit einem Achsenbruch liegen bleibt: Totalschaden.
Familienoberhaupt Bob (Schweigen der Lämmer-Bösewicht Ted Levine) nimmt die Situation zunächst locker und macht sich zusammen mit seinem ihm verhassten demokratischen Schwiegersohn Doug (Aaron Stanford) auf um Hilfe zu holen. Mutter Ethel (Kathleen Quinlan), die Töchter Brenda (Lost-Schönheit Emilie de Ravin), Lynne (Vinessa Shaw) mitsamt ihrem keinen Baby und der halbwüchsige Sohn Bobby (Dan Byrd) warten im Wohnwagen auf ihre Rückkehr.
Während jedes Familienmitglied mit der Situation anders umgeht, bricht plötzlich der blanke Horror über sie herein, als sie von einer mordlüsternen Familie, degeneriert von Atomversuchen der amerikanischen Regierung, angegriffen werden. Für die Carters entbrennt ein erbitterter Kampf ums Überleben.

Kritik

Der Hintergrund:
"Hills have eyes" ist die erste amerikanische Arbeit für Alexandre Aja. Zuvor hatte er mit "High Tension" eine vielbeachtete Genreperle geschaffen. So wurde Wes Craven, Produzent des Films und Erfinder der "Nightmare on Elmstreet"-Reihe und der "Scream"-Triologie auf den französischen Filmemacher aufmerksam und engagierte ihn für das Remake des Films, den er 1977 selber inszeniert hatte.

Kritik:
Um es gleich zu Beginn zu sagen: Dieser Film ist harter Tobak. Wie schon in "High Tension" geht es hier derart blutig zur Sache, dass es dem FSK wohl Tränen in die Augen treibt.
Trotzdem ist "Hills have eyes" anders als andere genreüblichen Horrorfilme. Der größte Unterschied besteht darin, dass es hier um eine Familie geht, die ums Überleben kämpft, und nicht um irgendwelche schlecht spielenden großbrüstigen Teenager. Im Angesicht des Terrors wächst jeder von Ihnen über sich hinaus, anstatt irgendwelchen dummen Horrorklischees aufzulaufen.
Der verzweifelte Kampf der Carters ist dermaßen packend und spannend in Szene gesetzt, dass man gar nicht anders kann, als mit ihnen zu leiden, sie anzufeuern und zu hoffen, dass sie das Grauen überleben.
Dies tun natürlich nur die Wenigsten, und so wird die Familie im Laufe des Films immer kleiner, aber sie bleibt immer eine Familie, was ein starkes Statement des Regisseurs ist. Zwar demontiert er einerseits das Bild der "amerikanischen Durchschnittsfamilie", zeigt aber andererseits einen großen Respekt vor ihr. Dies wird vor allem in der Funktion des Schwiegersohns Doug deutlich, der durch die Hölle geht, um sein Baby zu retten. Zuvor noch als Pantoffelheld deklariert wächst er selbst blutend und halbtot über sich hinaus um seine Familie zu beschützen, oder das was von ihr noch übrig ist.
Damit kommen wir zum zweiten großen Unterschied: In den meisten blutigen Horrorfilmen sind die Todesszenen der Opfer sadistisch und gemein inszeniert. In diesem Film geht es nur dann so richtig blutig und gemein zu, wenn es den Bösen an den Kragen geht, und daraus zieht Javar einen weiteren Gimmick: Wenn sich die Opfer plötzlich in Täter verwandeln, unterscheidet sie nicht mehr viel von den eigentlichen Monstern, nur dass sie von ihrem Überlebenswillen getrieben werden und nicht von Mordlust.
Anders ist in diesem Film auch, dass sämtliche Darsteller der Carters ihre Charaktere mit einer lebensechten Angst und Panik versehen, dass man am liebsten in die Leinwand springen will, um ihnen zu helfen. Alle Rollen werden von starken, glaubwürdigen Schauspielern dargestellt. Es gibt keine schlechten und überflüssigen Dialoge und auch keine dummen unüberlegten Handlungen. Im Gegenteil: In einer wundervollen Hommage-Szene an "Nightmare on Elmstreet" baut sich Teenager Bobby seinen eigenen Überlebensparkur.
Ein großes Kompliment geht an die Maske, denn die schaurige degenerierte Familie sieht wirklich zum "unter den Kinosessel kriechen" aus und die zahlreichen Gore Effekte sind messerscharf und perfekt ausgearbeitet. Den Preis für das beste Requisitenstück gewinnt übrigens die amerikanische Flagge, die in einer der blutigsten Szenen des Films, überaus ironisch zum Einsatz kommt.
Auch kameratechnisch wurde hier gute Arbeit geleistet. Der Look des Film ist eher dreckig und hart und obwohl er in der heutigen Zeit spielt, ist er durchaus als eine Homage an Filme aus den 70er Jahren zu verstehen.
Alles in allem ein mitreißender Film, bei dem einfach alles richtig gemacht wurde und der trotz aller Brutalität und Härte ein großes Herz besitzt. Kompliment.

Fazit: Ein absoluter Seltenheitswert: Ein Remake, das spannender, schärfer und einfach besser als das Original ist.

Jetzt kommentieren? / 7 Kommentare

  1. Veremar

    Veremar / 09.12.2007 16:17:15

    Horror und Spannung pur! Zum Gruseln!


    4 Sternen

  2. CineWalker

    CineWalker / 09.12.2007 22:16:30

    Genial! Vor dem zweiten Teil schrecke ich aber noch zurück: Zuviel Angst, dass er mich nicht so ansprechen wird. Vergleich: Minority Report 1+2 oder Wrong Turn 1+2


    5 Sternen

  3. Veremar

    Veremar / 10.12.2007 14:11:00

    Ein Tipp: guck dir den 2. Teil nicht an, die Enttäuschung ist echt gross!


    4 Sternen

  4. Jigsaw

    Jigsaw / 05.04.2008 23:03:09

    Eins zu Eins Umsetzung des Orginals das Optisch aufgepeppt wurde,die Mutanten sehen fieser aus und mehr Splatter ansonsten genau das Orginal.


    3 Sternen

  5. mye

    mye / 18.04.2008 11:10:56

    finde in dem fall aber das remake trotzdem sehr viel besser als das original, das mir irgendwie nichts gegeben hat, die aufmachung der "bösen" im original ist einfach nicht furchteinflößend, die degenerierten im remake sind es hingegen allemal... außerdem hat aja im remake ein sehr gutes händchen für nahezu perfekt inszenierte schockeffekte bewiesen


    5 Sternen

  6. Jigsaw

    Jigsaw / 18.04.2008 13:52:02

    Man muß es immer im Kontext sehen,wenn mal überlegt wie alt die ersten Teile sind.Und wenn man den Orginaltrailer sieht wird da ne ganz andere Aussage getroffen,da sind es keine durch Strahlung verseuchten Mutanten sondern Aliens die sich in der Wüste versteckt haben.Das hat man damals aus dem Ärmel gezogen als das Thema Atombombe und Nuklearstrahlung sehr brisant war zu dieser Zeit.Da kann mann mal wieder sehen wie das reale Leben sich auf den Film auswirkt.


    3 Sternen

  7. mye

    mye / 18.04.2008 14:19:43

    ja das stimmt, der kontext/ die zeit ist natürlich immer wichtig, aber ich vergleiche jetzt hier mal ganz simpel an den primären aspekten eines horrorfilms, sprich spannung, schockeffekte und blut :) und da punktet das remake meiner ansicht nach einfach häufiger


    5 Sternen


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