Verfasst von Sebastian Stumbek am 06.01.06 17:01:25 - 3 Kommentare

Jarhead - Willkommen im Dreck

Jarhead

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.5/6 Sterne.
Leserwertung (11): 4.45 / 6

Land USA

Genre Action, Drama, Komödie, Krieg

Laufzeit: 123

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 05.01.2006
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Inhalt

Sam Mendes (Anti?)-Kriegsfilm

Irak 1991. Die US-Marines wühlen sich durch den heißen Wüstensand - immer dem Feind entgegen. Mittendrin Sergeant Sykes (Jamie Foxx), Anführer eines Marine-Platoons und dessen Scharfschütze Anthony Swofford (Jake Gyllenhaal), soeben aus dem Ausbildungscamp entlassen. Bewaffnet mit einem Präzisionsgewehr, behangen mit einem fünfzig Kilo Rucksack, ziehen sie ins Ungewisse. Schutzlos der erbarmungslosen Hitze und den irakischen Soldaten ausgeliefert, können sie ihre Tage nur mit schwarzen Humor und einer deftigen Prise Sarkasmus ertragen. Sie kämpfen in einem Land, das sie nicht kennen, gegen einen Feind, den sie nicht sehen, in einem Krieg, den sie nicht verstehen. Was wird der nächste Tag bringen?

Kritik

Jardead ist die Verfilmung der Autobiographie des US-Marines Anthony Swofford, der in seinem Buch seine Erlebnisse 1990/91 in Saudi-Arabien, Kuwait und Irak beschreibt. Er beschreibt das Grauen des Krieges, die Allgegenwart des Tötens und Getötet werdens und von der Verheerung, die der Krieg in den Seelen aller Beteiligten anrichtet. Regisseur Sam Mendes, der vor allem mit seinem Oscar-Prämierten Meisterwerk "American Beauty" oder auch mit "Road To Perdition" Erfolge feierte, nahm sich der Verfilmung des Buches an.

Anfangs wird der Zuschauer mit den Charakteren bekannt gemacht – vor allem natürlich der Hauptperson Anthony Swofford (Jake Gyllenhaal). Es beginnt alles im Boot Camp, und Swofford ist zunächst einmal alles andere als motiviert. Dies ändert sich aber, als Swofford zum Scharfschützen ausgebildet wird. Als sich die politische Lage dann verschärft, werden die Marines in die Wüste geschickt. Was erwartet man logischerweise als Soldat, wenn man in Krisengebiete geschickt wird? Ganz sicher Feuergefechte und lebensbedrohliche Situationen. Womit aber keiner von ihnen gerechnet hatte war monatelanges Warten und Nichtstun. Und so haben die Soldaten statt mit Waffen gegen den Feind zu kämpfen eher mit sich selbst und ihrer Psyche zu kämpfen. Schnell macht sich nämlich Langeweile breit und keiner weiß so recht, was er dort soll. Durch Footballspiele, Training und anderen Beschäftigungen versuchen die Soldaten bei glühender Sonne bei Verstand zu bleiben. Troy (Peter Sarsgaard) hält sich dabei noch am besten von allen unter Kontrolle, um gegen Ende, als er endlich die Chance hat, seinen einzigen und letzten Schuss in diesem Einsatz tätigen zu können, völlig außer Kontrolle zu geraten. Alle sind einfach vollkommen mit dieser unerwarteten Situation überfordert. Einen typischen Kriegsfilm mit spannenden Einsätzen und Feuergefechten sollte man also auf keinen Fall erwarten wenn man sich Jarhead ansieht, denn er beschäftigt sich einzig mit den Soldaten und wie sie mit dieser Situation umgehen sollen.

Zum Glück wurden wirklich erstklassige Darsteller gewählt um die Konflikte und Probleme der Einzelnen zu zeigen. Jake Gyllenhaal ("Donnie Darko") spielt in der Rolle des Anthony Swoffords wirklich erstklassig und vielseitig – eine Oscarnominierung für seine Darbietung wäre sicherlich gerechtfertigt. Auch sehr überzeugend ist Peter Sarsgaard, der schon in "Garden State" gezeigt hat was in ihm steckt. Chris Cooper ist nur in einer sehr kleinen Nebenrolle zu sehen aber auch er spielt auf hohem Niveau. Jamie Foxx, der zuletzt einen Oscar für "Ray" gewann, gehört sowieso zu den derzeit besten Darstellern und das zeigt er ein weiteres Mal in seiner Rolle als Sergeant Sykes in "Jarhead". Da "Jarhead" wie bereits erwähnt seinen Fokus auf die Charaktere legt, war es eine sehr gute Entscheidung, diese vier hochkarätigen Darsteller zu wählen.

"Jarhead" weiß aber auch optisch zu begeistern. Regisseur Sam Mendes wählte dazu sehr schöne Einstellungen und Farbfilter, die einen klasse Eindruck hinterlassen. Und auch musikalisch ist "Jarhead" sehr gut geworden. Für den Soundtrack sorgte Thomas Newman, der bereits für Sam Mendes andere Filme "American Beauty" und "Road to Perdition" die Musik komponierte.

Woran Jarhead vor allem aber scheitert ist es ein Antikriegsfilm zu sein, wie immer behauptet wird. Davon ist in dem Film nicht wirklich was zu spüren – der Zuschauer weiß am Ende nicht so recht was der Film denn für eine Richtung einzuschlagen versucht – eine politische Stellung fehlt. Hinzu kommt noch dass man sich unbedingt dessen bewusst sein sollte, dass in dem Film außer den Problemen und dem Versuchs, sich unter Kontrolle zu halten, nicht viel passiert.

Fazit:
Sam Mendes' "Jarhead" hat hervorragende Schauspieler zu bieten und interessante Konflikte zwischen diesen. Allerdings ist der Film etwas langatmig und man sollte sich dessen bewusst sein, dass der Film fast ausschließlich im Camp spielt und drum herum nicht viel passiert. Wenn man dies akzeptiert und mag, wird einem der Film sicher gefallen, wer aber einen Kriegsfilm sehen möchte sollte lieber einen Bogen um Jarhead machen. Man hätte den Film aber sicherlich besser umsetzen können.

Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare

  1. Jigsaw

    Jigsaw / 08.04.2008 22:48:29

    Zeigt das Gesicht des Krieges,dreckig und grausam,Geschichtsstunde erster Golfkrieg.


    4 Sternen

  2. mye

    mye / 09.04.2008 13:43:40

    ich finde den film sehr gut, hat mich sowohl von der inszenierung als auch von der genialen musik total angesprochen, dazu mit gyllenhaal einer der aktuell interessantesten jüngeren darsteller


    5 Sternen

  3. AnthonyDiNozzo

    AnthonyDiNozzo / 05.06.2008 17:07:02

    OK - war ein Antikriegsfilm und eine actiongeladene Schlacht fehlt,
    aber trotzdem war der Film nicht herrausragend!

    Full Metal Jacket war um längen besser!


    3 Sternen


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