Der Fluch - The Grudge
Inhalt
Nach Ring der nächste Versuch, einen erfolgreichen asiatischen Horrorfilm noch einmal neu zu verfilmen - The Grudge - Der Fluch.
Karen (Sarah Michelle Gellar) ist eine Austauschstudentin, die mit ihrem Freund nach Japan gezogen ist und dort freiwillig in einem Care-Center arbeitet. Nach dem plötzlichen Verschwinden einer jungen Kollegin vertritt Karen diese und übernimmt deren Pflegefall - eine ältere Dame, die kaum noch spricht und scheinbar den gesamten Tag schläft. Das alles spielt in Tokio.
Das Haus ist verwahrlost und es scheint, als wäre ein Orkan von Zimmer zu Zimmer gefegt. Als Karen plötzlich ein Geräusch vom Dachboden vernimmt und sich natürlich wie jede dumme Horrorfilmfigur auf die Suche nach dem Ursprung macht, statt fluchtartig das Haus zu verlassen oder die Polizei zu benachrichtigen, kommt auch sie mit dem Grauen in Kontakt. Was sie zu sehen bekommt ist die Verkörperung des puren Horrors, der sich seit einigen Jahren in Form eines tödlichen Fluches in dem Anwesen festgenagt hat und nun jeden Menschen tötet, der es wagt, einen Fuss in das Haus zu setzen.
Kritik
Wenn jemand im Zustand unbändiger Wut zu Tode kommt, lastet fortan ein Fluch auf der Stätte seines Sterbens - japanisches Sprichwort.
Nur ein Jahr zuvor drehte Regisseur Takashi Shimizu den Horrofilm Ju-On: The Grudge, einen äußerst sehenswerten Genrefilm, der zwar einer simplen Geschichte folgt, aber mit einigen wirklich guten Schockern aufwarten kann. Nun, es ist schon eine filmgeschichtliche Rarität, dass ein und derselbe Regisseur dann nur ein Jahr später seinen eigenen Film (Shimizu schrieb auch das Drehbuch) noch einmal nacherzählt. Und doch ist es im Grunde genommen das gleich Prinzip wie bei den längst kultigen Horrorstreifen The Ring (amerikanische Version von Gore Verbinski verfilmt, 2002) und Ringu (japanische Version von Hideo Nakata verfilmt, 1998), wobei zumindest die Regisseure damals unterschiedlich waren und immerhin vier Jahre zwischen dem Original und dem Remake lagen.
Und um das alles noch auf die Spitze zu treiben: bereits im Jahr 2000 gab es zwei Teile von Ju-On, was bedeutet, dass er Film, über den wir hier reden, ein Remake eines Remakes ist. Verwirrend, aber tatsächlich wahr. Gut, lassen wir das alles einfach so gut es geht nebenan und konzentrieren uns auf die neueste Version des Themas, zu der übrigens bereits zwei Sequels geplant sind. Himmel!
Ein Wort zum Original (Ju-On, 2003... für diejenigen, die langsam durcheinander kommen): der Aufbau des Films erfolgt in Form von separaten Teilgeschichten, die jeweils mit einem Namen angekündigt werden, der so als Überschrift dient. Im Remake wurden lediglich jene Namen weg gelassen, ansonsten ist der Handlungsablauf ähnlich. Auch hier werden dem Zuschauer mehrere Geschichten von verschiedenen Personen erzählt, die mit dem Fluch in Verbindung gekommen sind.
Witzig (oder auch nicht, muss wohl jeder selbst entscheiden) ist die Tatsache, dass der Zuschauer sogar teilweise dieselben Geschichter noch einmal zu sehen bekommt. Ein Beispiel: schon im Jahr 2003 spielte der junge Yuya Ozeki die Rolle des Geisterjungen Toshio und ist nun auch in der amerikanischen Version in derselben Rolle zu geniessen, denn der Junge passt einfach optimal in die Rolle des scheinbar ewig Stummen mit dem furchterregenden Katzengejaule.
Und wenn wir schon mal bei dem Cast sind: was ist mit Sahra Michelle Gellar? Nun ja, die unausgesprochene, aber nie wirkliche Nachfolgerin der Scream-Queen Jamie Lee Curtis, weil auch ständig in Horrorfilmen zu sehen, fällt weder positiv noch negativ auf, spielt also eine solide Karen Davis und folgt so ihrem eigenen Trend, immer wieder in ähnlichen Rollen zu sehen zu sein (Scream 2 - Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast - Buffy).
Es gibt Szenen, die absolut identisch mit den Schockszenen des zweiten Originals von 2003 sind. Zum Beispiel die Szene in der Dusche oder auch unter der Decke der Schwester irgendeines anderen Opfers. Recht verstrickt ist das Opferensemble, doch das dürfte den Horrorfan ja nur freuen, denn umso mehr Opfer gibt es letztendlich auch. Wie gesagt, wer das Original kennt, der dürfte das Gefühl haben, ein und denselben Film nur in teilweise anderer Besetzung zu sehen. Doch kennt man den Vorgänger nicht und kann sich über Geisterspannung und etliche Schocker erfreuen, so wird man wohl von der vorerst letzten Version des Fluch-Themas begeistert sein. The Grudge liefert durchweg guten Horror, allein eine Szene wirkt völlig überflüssig: das schattenhafte Erscheinen des weiblichen Geistes kurz bevor die alte Dame stirbt... sieht einfach nicht gut aus, da hätte man gerne auf die Spezial-Effekte verzichten können.
Der Rest ist mitunter richtig gut und es ist Shimizu gelungen, die Schockeffekte so überraschend darzustellen, dass sie wirklich erschrecken... heutzutage fast schon eine Rarität, zumindest in dieser Häufigkeit.
Noch ein Unterschied zu 2003: Shimizu lässt sogar ein Opfer in Form eines wandelnden Geistes zurückkehren, was letztlich überhaupt keinen Sinn ergibt, aber einfach eine gelungene Horror-Szene darstellt. Das erste Opfer des Films (die Care-Service-Kollegin) schlurft in völlig blutverschmierten Kleidern durch eine dunkle Eingangshalle, scheinbar ohne Ziel. Als sie sich umdreht... ich möchte nicht zu viel verraten, doch die Szene erinnert an The Ring und unterstützt den schockierenden Gegenpart zum unterschwelligen Horror.
Dann natürlich die legendäre Abschluss-Treppen-Szene, die hier stark an die Szene aus dem amerikanischen Ring-Sequel erinnert, in der sie aus dem Brunnen klettert (genial übrigens). Im ersten Moment dachte ich: brillant, hier hat sich Shimizu tatsächlich gesteigert und es sieht auch wirklich super aus, wie sie die Stufen nach unten krabbelt, aber warum dann nur so kurz? Einige Sekunden länger draufgehalten und die Szene hätte in ihrer grausigen Eindringlichkeit so richtig gewirkt - sehr schade.
Im Endeffekt kann man nicht sagen, welcher der beiden Filme (ich vergleiche hier jetzt nur mal die Versionen aus den Jahren 2003 und 2004) nun besser ist. Beide Streifen sind gute Horrorfilme und ich war absolut überrascht, denn erhofft hatte ich mir von The Grudge nun wirklich nicht viel. Schön, dass man heutzutage auch noch positiv von einem Horror-Remake überrascht werden kann, denn die Spannung und die Schocker gehen buchstäblich unter die Haut.
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Regisseur
Schauspieler
Sarah Michelle Gellar, Jason Behr, William Mapother, Clea DuVall, Yuya Ozeki, Takako Fuji



Jigsaw / 05.04.2008 18:39:46
Nach typisch japanischen Vorbild,aber wer auf Filme wie The Ring ode The Call steht ein muß!
3 Sternen
Zoidberg / 29.05.2008 11:15:31
Hab den orginal schon mal vor einer Ewigkeit gesehen, fand den damals schon nicht schlecht. Die Neuverfilmung fand ich jetzt ziemlich cool muss ich sagen.
4 Sternen
DocProc / 21.06.2008 14:13:21
Mir hat sie auch getaugt, hab das Original nicht gesehen...mich hats paarmal gerissen, so muss das bei Horrorstreifen sein!
4 Sternen
Gambit521 / 23.07.2008 04:14:08
TYPisch JAPanstyl
nicht bewertet