Der Exorzismus von Emily Rose
The Exorcism of Emily Rose
Inhalt
Nach einer wahren Begebenheit.
In einem außergewöhnlichen Entschluss erkennt die katholische Kirche die satanische Besessenheit der 19jährigen Studentin Emily Rose (Carpenter) offiziell an. Pfarrer Moore (Wilkinson) führt die umstrittene Teufelsaustreibung durch. Ein Unterfangen mit tödlichem Ausgang. Der Geistliche wird wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Seine Anwältin Erin Bruner (Linney), mit ihrem eigenen Leben nicht zufrieden und von Einsamkeit geplagt, übernimmt die Verteidigung des Priesters. Ein Prozess, der zur Hetzjagd aller Beteiligten wird.
Die spannende Geschichte um eine wahre Begebenheit erzählt rückblickend den tragischen Leidensweg des Mädchens Emily Rose und des an ihr durchgeführten Exorzismus.
Kritik
Aufgebaut ist der Film folgendermaßen: als roter Faden dient die Gerichtsverhandlung und in Momenten, in denen der Staatsanwalt, die Anwältin Bruner oder Pfarrer Moore einen brisanten, wichtigen Sachverhalt zur Sprache bringen, erleben wir als Zuschauer dies in Form von bildlichen Rückblicken. Ein bekanntes Schema, das aber dennoch wirkt, denn gerade dadurch erhält der Film exakt das, was den Verantwortlichen am Herzen lag: eventuelle Realität. Es könnte wahr sein."In diesem Film wird eine grundsätzliche Angst des Menschen angesprochen: Existiert das Böse tatsächlich?", sagt Produzent Tom Rosenberg, der auch den Oscar-prämierten Eastwood-Film Million Dollar Baby produzierte.
Ich kann mir denken, was die meisten von ihnen von The Exorcism of Emily Rose erwarten. Und nach dem genialen Trailer, der in Sachen Horror in etwa alles weggehauen hat, was man zeitgleich sehen konnte, ist diese Erwartung auch nicht falsch... mir ging es ja ähnlich. Doch wir haben es hier nicht mit einem reinen Horrorfilm zu tun, im Gegenteil. Denn primär ist The Exorcism of Emily Rose ein Drama, so unpassend sich das anhört. Sicher, und der Trailer hat es ja eindeutig bewiesen, hat der Film auch einige Szenen zu bieten, die ohne Frage dem Genre Horror zuzusprechen sind, nur in Anbetracht der Intention der Verantwortlichen und in Anbetracht der Wirkung auf den Zuschauer sind diese Szenen, wenn auch wirklich sehr genial, nur eine weitere Untermalung des grausamen Schicksals von Emily Rose und nur sekundär die bekannte und erwartete Grusel-Unterhaltung eines typischen Horrorfilms.
Und Regisseur (wir haben es hier mit einer Doppel-Regie zu tun, denn auch Paul Harris Boardman war neben der Produktion für die Regie verantwortlich) und Drehbuchautor Scott Derrickson (hat unter anderem auch Theologie studiert) sagt: "Meine Intention war, einen Film zu machen, der die Menschen dazu provoziert, sich zu fragen, was sie über das Böse denken, was sie über das Dämonische denken".
Und genau das ist es, was den Film ausmacht. Somit kann man nur sagen: Mission gelungen, Ziel erreicht. Denn im Nachhinein hat man tatsächlich endlich einmal das Gefühl, dass diese magischen Worte zu Beginn der Wahrheit entsprechen: Nach einer wahren Begebenheit.
In schauspielerischer Hinsicht muss Jung-Darstellerin Jennifer Carpenter erwähnt werden, die im Jahr 2004 in der durchaus lustigen Komödie White Chicks mitwirkte, aber auch schon in dem Broadway-Stück The Crucible neben Größen wie Laura Linney (Erin Bruner, Anm. d. Autors) und Liam Neeson zu sehen war.
Das Fazit fällt sehr positiv aus. Die Horrorszenen, die der Film natürlich ebenso bietet, jagen einem schon eine heftige Gänsehaut über den Körper; nicht zuletzt, weil Carpenter die besessene Emily wunderbar spielt. Hinzu kommt eine durchweg interessante Geschichte, die trotz der stetig präsenten Gerichtsverhandlung nie langweilig wird. Allein das Ende, diese göttliche Präsenz, die Emily vor die Wahl stellt, drückt die Begeisterung ein wenig. Aber eben wirklich nur ein klein wenig, denn ansonsten bietet der Film neben guter Unterhaltung vor allem eines: das Gefühl und das Verständnis für etwas, das über der Logik zu schweben scheint. Etwas, das nicht von der Wissenschaft erklärt werden kann, etwas, das man möglicherweise nur durch einen Exorzismus beseitigen kann.
1999 überarbeitete der Vatikan seine offizielle Stellungnahme zum Brauch des Exorzismus erstmals seit über 400 Jahren.
In New York haben vier katholische Priester offiziell über 40 Fälle satanischer Besessenheit seit 1995 untersucht.
Jetzt kommentieren? / 6 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Laura Linney, Tom Wilkinson, Shohreh Aghdashloo, JR Bourne, Jennifer Carpenter, Joshua Close, Aaron Douglas, Colm Feore, Lorena Gale, Chelah Horsdal, Katie Keating, Marilyn Norry, Marsha Regis, Campbell Scott, Liduina Vanderspek, Andrew Wheeler
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mye / 10.12.2007 16:42:43
bislang bin ich fast nur auf menschen getroffen, die den film nicht gut finden, was ich gar nicht verstehen kann: für mich ein toller horrorfilm mit dtlichen dramatischen inhalten und einem interessanten aufbau - vielleicht finden sich da draußen ja doch noch welche, die den auch gut finden?!
5 Sternen
Feuerfrucht / 10.12.2007 16:50:50
klar ich war im kino gesessen und hab echt angefangen nachzudenken. War sie wirklich besessen oder haben einfach die Menschen drumrum zu krass reagiert?! Es gab ansich aber schon echt eklische szenen. ^^
nicht bewertet
Veremar / 12.01.2008 16:26:29
Ein guter Horrorfilm der auch zum Nachdenken anregt, ich meine, es basiert ja auf die wahre Geschichte von Anneliese Michel. Einfach krass!
4 Sternen
Kaspian / 12.01.2008 20:58:30
Ich fand auch ned gut..son Film den man im selben Moment vergessen hat wenn man des Kino Richtung Parkhaus verlassen hat.
nicht bewertet
Chinchillakiller / 02.06.2008 14:42:08
Ich fand den Film auch gut. Und ich konnte ihn auch nicht gleich vergessen, hab mir statt dessen
mal ein bischen was zu der wahren Geschichte durchgelesen und der Film gibt vieles so wieder wie es 1976 mit Anneliese Michel am Main wirklich geschehen ist. Nur halt einige Sachen mußten dramatisiert werden, damit es spannender wird. Der Film gibt daher wirklich Grund zum nachdenken, weil 1976 war die Medizin ja nicht mehr so unerforscht, warum also konnte keiner ihr helfen? ; o )
5 Sternen
Gambit521 / 23.07.2008 04:13:47
Was für Medizin da waren die EEG NOCH NICHT SO WEIT ........
nicht bewertet