Verfasst von Thorsten Meiritz am 10.08.06 02:49:26 - 2 Kommentare

Superman Returns

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.5/6 Sterne.
Leserwertung (10): 3.5 / 6

Land USA

Genre Abenteuer, Action, Fantasy, Sci-Fi

Laufzeit: 154

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: 17.08.2006
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Inhalt

Nach einer mysteriösen Abwesenheit von sechs langen Jahren kehrt der "Mann aus Stahl" zur Erde zurück

Als er die Suche nach seinem Heimatplaneten Krypton endgültig für gescheitert ansieht kehrt Kal-El, alias Clark Kent, alias Superman (Brandon Routh) zurück zur Erde. Mitten in der Nacht kracht er mit einem meteoritenartigen Raumschiff in das Feld unweit der heimischen Kent-Farm, wo er von seiner Adoptivmutter Martha (Eva Marie Saint) aufgefunden wird.
Schnell gewöhnt sich Clark wieder an das Leben auf der Erde und tritt auch seinen alten Job als Journalist beim Daily Planet wieder an. Dennoch muss er registrieren, dass die Welt sich verändert hat und einen Superhelden scheinbar nicht mehr braucht – dies suggeriert zumindest der Artikel "Warum die Welt auch ohne Superman auskommt". Und dieser Artikel wurde ausgerechnet von seiner großen Liebe Lois Lane (Kate Bosworth) verfasst, die dafür den Pulitzer Preis erhalten soll. Auch sie hat ihn scheinbar vergessen und ihr Leben einfach weitergelebt – ohne ihn. Sie ist jetzt mit Richard White (James Marsden) liiert und hat einen kleinen Sohn. Sie hat es Superman nie verziehen, dass er sie ohne ein Wort verlassen hat.
Aber auch ein anderer guter alter Bekannter des Superhelden taucht wieder auf. Sein Erzfeind Lex Luthor (Kevin Spacey) ist erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden, da Superman bei einer Anhörung vor Gericht nicht als Zeuge anwesend war. Kaum wieder auf freiem Fuß heckt der Schurke schon eine neue Teufelei aus. Zunächst reißt er sich das Erbe einer schwerreichen, aber altersschwachen Frau unter den Nagel und dann dringt er auch noch in Supermans allerheiligstes Refugium in der Antarktis ein, die Festung der Einsamkeit, und stielt dort kostbare Kristalle, mit denen er in der Lage ist einen neuen Kontinent entstehen zu lassen – seinen eigenen Kontinent, auf Kosten von Nordamerika. Wird Superman ihn auch diesmal stoppen können…?

Kritik

Der Superheld mit dem rot-blauen hautengen Anzug, dem langen flatternden roten Umhang und dem roten "S" auf der Brust ist wieder da. Superman ist wohl der bekannteste Superheld weltweit. Egal auf welchem Kontinent man sich befindet, jeder wird schon mal was von ihm gehört, oder ihn gar als Kind nachgeahmt haben. Doch was macht ihn so besonders für uns? Es ist wohl sein Mut, seine Tapferkeit und Uneigennützigkeit sich für seine Mitmenschen einzusetzen. Nicht zuletzt spielt die Tatsache, dass er fliegen kann auch eine wichtige Rolle für seinen Mythos, denn der Mensch hegte schon immer den Traum vom Fliegen. Nachdem er nun lange Zeit sein Dasein in der TV-Serie "Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark" fristete und auch die Geschichte des jungen Superhelden in der Serie "Smallville" fernsehgerecht erzählt wurde, kehrt er nach fast 20-jähriger Abstinenz auf die große Leinwand zurück. "Superman Returns" ist sozusagen ein Semi-Sequel, denn die Story knüpft an den ersten Teil von Regisseur Richard Donner aus dem Jahr 1978 an. Dies ist bereits deutlich am Vorspann zu erkennen, mit dem typischen Superman-Theme, das einstmals vom mehrfach oscarprämierten Filmkomponisten John Williams komponiert wurde. Aber auch die Schriftzüge sind deutlich an den ersten Teil des Films angelehnt. Außerdem sind im Film Archivaufnahmen des legendären Marlon Brando zu sehen, der im "Ur-Superman" Jor-El, Supermans Vater, spielte.
Nach diesem kleinen Exkurs in die Filmgeschichte nun aber zurück zu "Superman Returns". Wer einen Actionfilm erwartet, den muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Sicher hat der Film auch seine actionhaltigen Momente, aber die Beziehung zwischen Superman und Lois Lane steht im Vordergrund. Beide scheinen einander zu begehren, werden aber daran gehindert zueinander zu finden. Lois ist mitterweile mit Richard White verlobt und hat einen kleinen Sohn, der eine wichtige Rolle im Film spielen wird – welche wird an dieser Stelle jedoch nicht verraten! Auch Superman kann seine Gefühle nicht ausleben, denn er wird von den Problemen der Welt daran gehindert. Von wegen die Welt braucht keinen Superhelden mehr, im Gegenteil, sie braucht ihn dringender als je zuvor.

"Superman Returns" dient in erster Linie dazu alte Charaktere einem neuen Kinopublikum nahe zu bringen und gleichzeitig neue Figuren einzuführen. Die Liebesgeschichte ist zwar recht gut erdacht, wirkt aber zu langatmig und teilweise kitschig bis klischeehaft. Der Rest der Story ist eher dünn. Den Erzfeind Lex Luthor wieder aufzugreifen ist sicherlich eine gute Idee und die Besetzung der Rolle hätte nicht besser sein können – sie ist Kevin Spacey auf den Leib geschrieben, aber zu seiner Performance an anderer Stelle mehr. Dennoch ist außer der Sache mit den Kristallen und der Erschaffung eines neuen Kontinents dabei nichts Vernünftiges herausgekommen. Es gibt nicht einmal einen richtigen Kampf zwischen Gut und Böse, abgesehen von einer Szene in der Lex den schon stark geschwächten Helden von einer Seite der Leinwand auf die andere tritt. Hier hätte man sich erheblich mehr gewünscht, aber das wird bei einem Erfolg sicherlich in einer Fortsetzung der Fall sein, die bereits für das Jahr 2009 angekündigt ist. Man fragt sich aber, wieso der Film eine Spieldauer von zweieinhalb Stunden haben muss. Dadurch wirkt er an vielen Stellen langatmig oder sogar langweilig – manchmal ist weniger einfach mehr. Dadurch hätte man sicherlich auch die horrenden Kosten von sage und schreibe 260 Millionen Dollar senken können, die den Film zu einem der Teuersten aller Zeiten machen.

Von der technischen Seite her hat "Superman Returns" einiges zu bieten. Durch den rasanten technologischen Fortschritt innerhalb der letzen 20 Jahre kann Brandon Routh als neuer Superman wohl auf die besten "Flugeigenschaften" und ausgefeilte Tricktechnik zurückgreifen – so schön wie er ist bisher noch keiner geflogen. Teilweise wurde der Superman-Darsteller sogar komplett am Computer animiert, um die Flugszenen besonders echt wirken zu lassen. Vielfach wurde auch auf Greenscreentechnik zurückgegriffen, was man auch das eine oder andere Mal leider deutlich erkennen kann. Dennoch gibt es bei den visuellen Effekten nicht viel auszusetzen. Die Außenaufnahmen für den Film fanden in Australien statt. In New South Wales entstand Stück für Stück die Kent-Farm. Alles wurde detailgetreu nachgebaut – vom Briefkasten bis hin zur Schaukel auf der Veranda des alten Farmhauses. Selbst die großen Maisfelder wurden eigens für den Film angelegt. Das Filmteam wollte den alten Look des Films neu erschaffen und keinen neuen kreieren. Der Look des Films ist allgemein stark romantisch geprägt. Das Set der Festung der Einsamkeit bildet hier eine Ausnahme, denn das kathedralenähnliche Gebilde mutet durch die vielen großen Kristalle sehr futuristisch und kalt aber dennoch elegant an. Viele weitere Sets wurden in den Fox-Studios in Sydney errichtet, unter anderem auch der Art-Deco-Wolkenkratzer des Daily Planet – am Ende waren es etwa 80 verschiedene Sets. Metropolis ist zu einem Teil aber natürlich auch im Computer entstanden.

Regisseur Bryan Singer, der erstmals 1995 mit seinem grandiosen, zweifach oscarprämierten Thriller "Die üblichen Verdächtigen" ins Rampenlicht rückte, hat sich durch "X-Men" und "X-Men 2" mittlerweile auch als Regisseur für Comicadaptionen einen Namen gemacht. Um die vielen Flugsequenzen in "Superman Returns" adäquat in Szene zu setzen, konnte er auf eine völlig neue Kameratechnologie zurückgreifen, die so genannte digitale Genesis-Kamera, die von Sony und Panavision gemeinsam entwickelt wurde. Zunächst drehte Singer ein paar Aufnahmen im klassischen 35mm-Format, danach im neuartigen 70mm-Format. Der Vergleich der beiden Formate brachte dann den endgültigen Ausschlag für die digitale Technik, denn "Die Brillanz, Tiefe und die völlig unsichtbare Körnung machten das Bild derart klar, dass der 35mm-Film daneben aussah, als ob wir schlechtes Filmmaterial benutzt hätten", so der Regisseur.

Für die Rolle des neuen Superman sollte ein neuer, bislang gänzlich unbekannter Schauspieler gecastet werden. Die Wahl fiel hierbei schnell auf den 26-jährigen Amerikaner Brandon Routh, der zuvor überwiegend für Fernsehserien tätig war. Schon nach ersten Probeaufnahmen war Regisseur Bryan Singer klar, dass er der neue "Mann aus Stahl" ist. Routh ist laut Singer den Superman-Comicheften praktisch entstiegen und er ähnelt auch dem mittlerweile leider verstorbenen Superman-Darsteller Christopher Reeve. Routh, der auch im richtigen leben ein eher schüchterner Typ sein soll, hatte keinerlei Probleme Supermans Alter-Ego Clark Kent zu verkörpern. An die Rolle des Superhelden musste er sich hingegen erst gewöhnen. Doch schon seine erste Szene im berühmten rot-blauen Kostüm überzeugte alle am Set.
Die Besetzung der Rolle seines Erzfeindes Lex Luthor war dagegen kein Problem – sie wurde von Anfang an Kevin Spacey auf den Leib geschrieben, der in seiner Rolle voll und ganz aufgeht. Spacey und Regisseur Bryan Singer, die bereits für "Die üblichen Verdächtigen" zusammenarbeiteten, wollten schon lange Zeit wieder gemeinsam ein Projekt verwirklichen. Dafür bot sich die Rolle von Lex Luthor natürlich ideal an. Spacey brilliert in der Rolle des hochintelligenten aber teuflisch bösen Schurken. Er versteht wie kein Zweiter die dafür nötige Mischung aus Zynismus und Humor umzusetzen. Seine Performance ist grandios und stellt alle Anderen in den Schatten. Der zweifache Oscarpreisträger ist auch der bekannteste aller Akteure. Dennoch reicht die Leistung eines Kevin Spacey allein auch nicht aus, um den Film aus seiner Durchschnittlichkeit herauszuhieven.
Die Anderen Charaktere bleiben leider ein wenig blass. Kate Bosworth spielt ihre Rolle als Lois Lane zwar äußerst solide, aber dennoch fehlt ihr ein wenig das Charisma einer Teri Hatcher, die diese Rolle in der Serie verkörperte. Man kauft Bosworth zwar die Rolle der liebenden Mutter ab, allerdings nicht die der toughen Journalistin. Vielleicht ändert sich das ja noch in der Fortsetzung – zu wünschen wäre es jedenfalls.
Richard White, gespielt von James Marsden bleibt eher eine Randfigur, es scheint ihn ja nicht einmal sonderlich zu stören, dass mit Superman ein Nebenbuhler um seine Verlobte aufgetaucht ist. Abgesehen davon und der Tatsache, dass er der Sohn des Chefredakteurs des Daily Planet ist, erfährt man leider nicht sehr viel über seinen Charakter. Perry White, der eben erwähnte Chefredakteur, wird im Übrigen von Hollywoodveteran Frank Langella verkörpert.

Fazit: "Superman Returns" ist ein überaus durchschnittlicher Film. Er ist wohl eher als Auftakt für eine Fortsetzung und für die (Wieder)einführung der Charaktere zu sehen. Die eigentliche Story ist dagegen zu vernachlässigen. Die visuellen Effekte, wie auch der Look und die Atmosphäre des Films sind sehr gut gelungen, so dass dem Zuschauen immerhin schöne Bilder geboten werden.

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  1. Kaspian

    Kaspian / 07.02.2008 01:17:25

    Für mich als großen Supermanfan ( Besitze etwa 2000 Heftchen, Alben, Taschenbücher und sonstiges) eine kleine Enttäuschung. Das Superman nicht der coole Held wie Spiderman oder Wolverine ist( ergo er schlägt eine K.O und macht eine flapsigen Spruch) ist mir und einigen anderen klar. Doch selbst für Hardcorefans wie mich ist die Action in diesem Film etwas zu wenig. In einer Filmzeitschrift war dazu ein passendes Zitat, wenn er fliegt ist alles okay, doch der rest is nur bedingt gut.

    Wünsche mir für Teil 2 endlich einen anderen Gegner außer den ewigen Stammgast Lex Luthor.


    6 Sternen

  2. Kaspian

    Kaspian / 14.03.2008 15:04:41

    Seine Fortsetzung is ja jetzt auch endlich beschlossene Sache. Autoren sind diesmal die von Transformers.
    Bryan Singer meinte da ja seine Charaktere im ersten eingeführt wurden könnte es nun richtig krachen und Laichen geben.


    6 Sternen


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Superman Returns
Warner Bros. Pictures Germany

Regisseur

Bryan Singer

Schauspieler

Brandon Routh, Stephan Bender, Kate Bosworth, Marlon Brando, Sam Huntington, James Karen, Frank Langella, James Marsden, Mike Massa, Noel Neill, Kal Penn, Parker Posey, Eva Marie Saint, Kevin Spacey, Peta Wilson, Tristan Leabu

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