Himmel und Huhn
Chicken Little
Inhalt
Nicht nur in Gallien hat man Angst davor, dass einem der Himmel auf den Kopf fällt.In einem kleinen friedlichen Städtchen fällt Hühnchen Junior (dt. Synchronstimme: Kim Frank) ein Stück Himmel auf den Kopf und löst pflichtbewusst mit der Schulglocke den Alarm und damit auch eine Massenpanik aus. Doch als er allen das Fluggeschoss zeigen möchte, ist es unauffindbar. Schnell wird er als das "verrückte Hühnchen" abgestempelt, was vor allem dem angesehenen Vater (Markus Maria Profitlich) peinlich ist. Ein Jahr später ist der Vorfall immer noch nicht vergessen und die vielen Missgeschicke in der Schule tragen auch nicht gerade zu seiner Rehabilitierung bei. Als dann auch noch ein zweites Stück vom Himmel in sein Zimmer fliegt, ist Junior mit den Nerven am Ende: Die Aliens kommen! Aber wer würde ihm schon glauben?
Kritik
Da ist er also, der mit viel Getöse angekündigte erste computeranimierte Trickfilm, den Disney ohne die bewährte Zusammenarbeit von Pixar ins Kino bringt. Vorweg möchte ich sagen, dass der Film die vielen schlechten Kritiken nicht verdient hat; sicher, er ist was den Charme seiner Figuren angeht weit weg von "Monster AG" oder "Toy Story", jedoch gemessen daran, dass es sich bei diesem Film wie schon gesagt um den ersten Alleingang von Disney handelt, ist er erstaunlich gut gelungen. Die befürchteten technischen Einbußen blieben aus. Die Entwicklungskosten für die hauseigene Animationssoftware haben sich ausgezahlt, was besonders beim Gefieder des Titelhelden zu sehen ist.
Doch nicht nur bei der Darstellung des Hühnchens, sondern auch bei der Entwicklung der anderen Charaktere steckte man viel Liebe ins Detail. Leider blieben dennoch einige von ihnen bloße Stereotypen, aber Auftritte vom wohl coolsten Stachelschwein der Filmgeschichte entschädigen zeitweise dafür.
"Hier werden Sie genervt", so oder so ähnlich lautete wohl das Motto, als es um die Auswahl der deutschen Synchronsprecher ging. Allen voran eine Fehlbesetzung: Verona Feld… ähh Pooth. Als das hässliche Entlein Susi muss man sie zum Glück aber nur in einer Nebenrolle ertragen. Kim Frank ("NVA") spricht die Hauptrolle leider genauso gekrächzt. Einzig Markus Maria Profitlich erweist sich als eine gute Wahl und haucht Hühnchens Papa überzeugend und vor allem wohlklingend Leben ein.
Ebenfalls überzeugt hat mich die Musik. Auf die obligatorischen Gesangseinlagen wollte Disney offensichtlich nicht verzichten und konnte es sich nicht verkneifen, zwei Songs einzubauen, die auch gut in ein Musical gepasst hätten. Der restliche Soundtrack sind Pop-Klassiker, die jeder kennt und bei denen jeder mitwippt. Jeder Song passt wunderbar zur Situation und spätestens wenn eine Ente und ein Mastschwein den Spice-Girls Hit "Wanabe" als Karaoke anstimmen, muss auch der Letzte lachen.
Apropos lachen: Wer hätte es gedacht - Disney kann auch über sich selber lachen. Das wird schon zu Beginn des Films sehr deutlich. "Es war ein Mal …. Nein das hatten wir schon so oft", sagt da der Sprecher und bevor es dann erst wirklich losgeht, versucht sich das Team mit einigen anderen "Eröffnungs-Alternativen" aus älteren Disneyfilmen.
Nicht nur die eigenen Produktionen, sondern auch so manch anderer Kinohit der letzten Jahre musste herhalten. So wird wohl bei der Flucht ins Maisfeld erst der "Akte-X"-Fan und kurz darauf, wenn das Feld von oben gezeigt, auch der Fan von "Signs" schmunzeln müssen. Leider sind nicht alle Anspielungen sehr gelungen in die Handlung eingebaut. Als bei "Madagascar" dem Löwen die roten Steaks wie die Rosenblätter aus "American Beauty" von Himmel rieselten wirkte das einfach galanter und nicht so aufgesetzt wie etwa die kurze Hommage an "King Kong" in "Himmel und Huhn".
Generell hat man während des Films immer wieder das Gefühl, alles schon ein Mal gesehen zu haben. Man gab sich bei der Handlung offensichtlich sehr viel Mühe bei Disney, etwas Eigenes und Neues zu erschaffen, aber die bunte Mischung aus Tierfabel, Vater-Sohn-Konflikt und Independce Day dürfte nicht jedermanns Geschmack sein.
Hier liegt der Unterschied zu den vorigen Filmen wohl noch darin, dass die Leute von Pixar ihre Programme bereits so gut beherrschten, dass sie sich auf die Ausarbeitung der Gags und der vielen liebenswerten Details konzentrieren konnten. Dieses kleine "Problem" wurde jedoch von Disney so gelöst, wie es viele Großkonzerne tun: Am 24. Januar kauften sie Pixar - für 7,4 Milliarden(!) US-Dollar.
Fazit: Auch wenn "Himmel und Huhn" nicht an Werke wie "Findet Nemo" herankommt, bietet der Film für die Kleinen kurzweilige und lustige Unterhaltung und für die Erwachsenen jede Menge ulkige Anspielungen auf andere Kinoerfolge.
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Regisseur
Schauspieler
Zach Braff, Joan Cusack, Katie Finneran, Don Knotts, Garry Marshall, Catherine O'Hara, Amy Sedaris, Jeremy Shada, Harry Shearer, Patrick Stewart, Adam West, Fred Willard, Steve Zahn
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