Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 30.06.05 00:00:00 - 7 Kommentare

Krieg der Welten

War of the Worlds

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.0/6 Sterne.
Leserwertung (18): 3.66 / 6

Land USA

Genre Action, Drama, Sci-Fi, Thriller

Laufzeit: 120

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 29.06.2005
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Inhalt

Eine neue Verfilmung des Klassiker von H.G. Wells 'Krieg der Welten' bringt uns einen neuen Tom Cruise-Film auf die Leinwand, inszeniert vom Meisterregisseur Steven Spielberg.

Ray Ferrier (Tom Cruise) ist ein hartarbeitender Dockarbeiter. Als seine Schicht endet und er nach Hause fährt, wartet dort schon seine geschiedene, hochschwangere Ex-Frau Mary Ann (Miranda Otto) mit ihrem neuen Partner Tim (David Alan Basche) auf ihn. Beide haben aus der geschiedenen Ehe zwei Kinder, den 17jährigen Robbie (Justin Chatwin) und seine kleine Schwester Rachel (Dakota Fanning), zur Welt gebracht. Nun will das neue Paar einmal ein gemeinsames Wochenende verbringen und Ray soll nach langer Zeit wieder einmal ein Vater für die Kinder sein und das Wochenende auf sie aufpassen. Doch zuvor wird Ray noch von seiner Ex-Frau getadelt, da er wieder einmal zu spät gekommen ist.

Kurz nachdem Mary Ann und ihr neuer Ehemann weggefahren sind, schnappt sich Robbie das Auto von Ray und fährt durch die Gegend, obwohl er noch kein Führerschein hat. Die beiden Zurückgebliebenen werden Augenzeuge eines unglaublichen Naturereignisses, der Himmel wird immer dunkler und die Wolken ziehen sich zusammen. Anfangs findet Ray Gefallen am Naturschauspiel und ruft Rachel nach draußen, die dann jedoch sofort Angst bekommt. Schnell wandelt sich auch sein Vergnügen als zweimal ein Blitz an derselben Stelle einschlägt. Beide flüchten ins Haus und verstecken sich unterm Küchentisch. Der Strom ist ausgefallen. Das ungewöhnliche Ereignis scheint nach kurzer Zeit schon wieder vorbei zu sein und Ray macht sich gleich auf die Suche nach Robbie. Auf der Strasse sind merkwürdigerweise alle Fahrzeuge liegen geblieben. Schnell findet Ray seinen Sohn wieder. Ray befiehlt ihm mit seiner Schwester im Haus auf ihn zu warten. Viele seiner Nachbarn laufen in dieselbe Richtung und Ray schließt sich ihnen an. An einer Kreuzung bildet sich eine Menschentraufe um einen Blitzeinschlagskrater herum. Ray bückt sich und hebt einen Stein der kaputten Strasse auf, es scheint als ob er tief gefroren wäre. Kurz darauf bricht der Boden auf, Häuser werden geteilt und versetzt, die Kirchturmspitze kippt um, Fensterscheiben zerbersten und aus dem Boden erhebt sich ein Etwas, das Ray noch nie zuvor gesehen hat. Alle flüchten vor dem riesigen Etwas, das auf drei Beinen steht, Autos und Häuser mit seinen Füßen platt macht und einen Strahl abschießt, dass die Menschen scheinbar verdampfen lässt.

Ray rennt nach Hause, schnappt sich seine Kinder und das einzige Auto, das in der ganzen Umgebung noch fährt und macht sich auf eine Odyssee von New Jersey nach Boston, wo Mary Ann ist.

Was alle Beteiligten noch nicht wissen, der Vorfall auf der Kreuzung ist auf der ganzen Welt nicht der Einzige…

Kritik

Nach Motiven des Buchklassiker von H.G. Wells aus dem Jahre 1898 (erste Veröffentlichung) entstand unter der Regie von Steven Spielberg nach Minority Report in seiner zweiten Zusammenarbeit mit Superstar Tom Cruise ein Blockbuster, der allein an Produktionskosten 135 Millionen Dollar verschlang. Spielberg wagt sich nach Filmen wie E.T. und Unheimliche Begegnung der Dritten Art erneut an einen Stoff, der von der Begegnung mit Außerirdischen handelt. "Ich dachte mir, dass es eine gute Zeit sei, um den ,Krieg der Welten' allen um die Ohren zu hauen", sagte Oscarpreisträger Spielberg und Cruise witzelt "Hier geht es um böse E.T.s." Wenn man sich den Cast durchliest und den Filmtitel Krieg der Welten einmal auf sich wirken lässt, erwartet man auf den ersten Blick einen Megablockbuster mit viel Action, doch der Film konzentriert sich allein auf eine Familie, den Charakteren der Ferriers.

Ray Ferrier – gespielt von Tom Cruise – ist ein geschiedener hart arbeitender Dockarbeiter, der in seiner Ehe versagte und ein ungeeigneter Vater war. Scheinbar ist Ray nie erwachsen geworden und hat sich nie damit abfinden können, Vater zu sein. Zu Beginn der Geschichte, beim Wiedersehen nach langer Zeit, herrscht eine schmerzvolle Distanz zwischen Ray und seinen Kindern. Das Verhältnis zu seiner Ex-Frau Mary Ann ist ebenfalls nicht das Beste, beide mögen sich noch, aber das ständige Zuspätkommen und andere Faktoren bestätigen Mary Ann immer wieder, dass es richtig war sich von Ray scheiden zu lassen.

Die Kinder werden von den Schauspielern Justin Chatwin und Dakota Fanning verkörpert. Chatwin dürfte Einigen aus der Mini-Serie Taken bekannt sein, wo er Clauson spielte. Er lieferte hier eine solide Leistung ab und verkörperte den 17-jährigen rebellischen Robbie, der sich ohne Führerschein das Auto seines Vaters ausleiht. Seine Missachtung für seinen Vater präsentiert er ganz offen, die rotweiße Red-Sox-Kappe steht stark im Kontrast mit dem Yankee-Blau seines Vaters. Doch sein Charakter ist meiner Meinung nach nicht gut ausgefeilt gewesen, da kümmert er sich in der einen Szene rührend um seine kleine Schwester Rachel - es scheint so, als ob niemand anderes so gut wie er an Rachel rankommt und in der anderen Szene läßt er sie alleine an einem Baum zurück und möchte lieber mit der amerikanischen Armee den Außerirdischen zum Opfer fallen. Da kann ein durchaus talentierter Chatwin so gut spielen wie er will, ankommen kommt seine Persönlichkeit nicht.

Wieder einmal hat mich die elfjährige Dakota Fanning von ihren schauspielerischen Qualitäten überzeugt. Das kleine Mädchen aus I am Sam, Taken, Man on Fire und Hide and Seek spielt sich immer mehr in die Hollywoodliga der ganz Großen. Kein Wunder, dass Spielberg sie von Anfang an für die Charaktere der Rachel eingeplant hatte. "Ich kenne niemanden in ihrem Alter, der besser ist als sie und intuitiver, wenn es um Menschenkenntnis geht. Sie ist eine sehr weise, alte Seele – so als wäre sie schon sieben oder acht Mal auf der Welt gewesen", schwärmt Spielberg.

Ganz anders als erwartet erzählt Krieg der Welten eine einfache Geschichte in der Ich-Form. Die Drehbuchautoren haben sich auf den Bericht über den Angriff von Außerirdischen und deren Auswirkungen aus einer subjektiven Sichtweise, der von Ray und seinen beiden Kindern, die von New Jersey nach Boston flüchten, konzentriert. Auf der Flucht muss Ray endlich mal seinen Vater stehen und beweisen, dass er seine Kinder liebt und auf sie aufpassen kann. Allerdings wählt er die Fluchtvariante zu seiner Ex-Frau Mary Ann, wahrscheinlich ist er wieder einmal mit der Situation viel zu überfordert und hofft, dass die Kinder bei Mary Ann in Sicherheit sind.

Die neueste Krieg der Welten-Verfilmung bietet viele Hommagen auf die Klassikerverfilmung von 1953 von Byron Haskin. Da wären zunächst die Hauptdarsteller Gene Barry und Ann Robinson, die in der Spielberg-Version die Großeltern von Rachel und Robbie mimen. Dennoch hat Spielberg eine Liste von Dingen gemacht, die er nicht im Film haben wollte. "Keine Zerstörung berühmter Sehenswürdigkeiten, keine Bilder von einem Manhattan, das in Schutt und Asche gelegt wird, keine Szenen mit Generälen, die um eine große Landkarte herumstehen und darauf Schiffe mit großen Stöcken verschieben, keine Fernsehteams, die die Zerstörung filmen", sagt einer der Drehbuchautoren David Koepp (The Lost World: Jurassic Park). Um diese Ziele zu erreichen brauchte Spielberg ein eingespieltes Team und holte sich viele Kollegen an Bord, mit denen er schon an zahlreichen Filmen zusammenarbeitete.

Trotz vieler Spezialeffekte bekam der Realismus oberste Priorität, um dies sicherstellen zu können, besuchte Spielberg seinen alten Freund George Lucas und engagierte viele seiner Experten von ILM, die auch schon an den letzten drei Star Wars-Episoden für George arbeiteten. Der Look der so genannten Tripods fand ich schon gelungen und die Nachbearbeitungen der ILM-Leute später am Computer waren auch sehenswert. Doch frage ich mich, wo genau die 135 Millionen Dollar geblieben sind, denn es gibt nur ungefähr 500 Spezialeffekte und der Film lebt nicht gerade von wirklicher Action.

Wenn man sich nun anschaut, wer die Musik zum Film schrieb, stößt man auf den fünffachen Oscarpreisträger John Williams (Schindler's List, E.T. the Extra-Terrestrial, Jaws), der schon mit Steven Spielberg an 21 Filmen zusammen arbeitete. Wenn man sich seine älteren Werke mal anhört, klingt Krieg der Welten hingegen eher enttäuschend und unterstützt die einzelnen Szenen nur sehr schwach.

Doch ein Spielberg/Kaminskifilm wäre nicht ein Spielberg/Kaminskifilm, wenn es nicht wenigstens einige gute Stellen geben würde. Immerhin fällt mir da sofort eine Szene ein, die mir sehr gut gefiel: Ray flüchtet gerade mit seinen Kindern im Auto über die Autobahn und die Kamera scheint praktisch um das Auto zu kreiseln und fährt ab und zu in das Auto hinein, um den Zuschauern die Geschehnisse im Inneren zu präsentieren. Richtig coole Einstellung, allerdings bleiben solche genialen Einstellungen in Krieg der Welten eher die Seltenheit.

Fazit:
Herauskam ein Film, den man sich durchaus anschauen kann. Allerdings gemessen an dem Potential, was die Geschichte, Filmemacher und Schauspieler hätten bieten könnten, ist Krieg der Welten eher enttäuschend als berauschend. Nach der ersten genialen Zusammenarbeit zwischen Spielberg und Cruise an Minority Report kommt ein Film, der gut anfängt, doch aber immer schlechter wird und schließlich seinen absoluten Tiefpunkt in der Schlußszene erreicht. Jeder kennt das Ende des Buches oder der ersten Verfilmung, den Grund, warum die Außerirdischen schließlich doch sterben, doch dieser Grund wird von Spielberg nur kurz eingeworfen und angeschnitten. 110 Minuten konzentriert er sich auf die Familie Ferrier, um dann in 10 Minuten den ganzen Film zum Ende zu bringen. Für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich und zu schnell.

Ein von mir langerwartetes Projekt, das absolut nicht meinen Erwartungen standhalten konnte. Und wenn man sich jetzt noch mal fragt und das durch den Kopf gehen lässt, warum der Verleiher den Presseleuten vor den Pressevorführungen ein unterschriebenes Dokument abverlangte, womit man sich verpflichtete, keine Review vor dem weltweiten Start des Films zu veröffentlichen, dann ist doch alles klar!

Es lebe die Pressefreiheit und Tod den bösen Außerirdischen!

Jetzt kommentieren? / 7 Kommentare

  1. Nightwalker

    Nightwalker / 25.02.2008 15:35:30

    Schrott XD . Unterhält zwar ein bischen, aber

    1. Das Kind nervt ohne Ende
    2. Keine richtige Handlung
    3. Dumme bis lächerliche Zwischenhandlungen

    Ach war das witzig als die mit dem Auto in der Menge rumfuhren XD XD XD XD "Hier passen bis zu 30 Leute rein" XD

    5/10


    2 Sternen

  2. Veremar

    Veremar / 26.02.2008 14:41:53

    Genau, das schreiende Mädchen geht auf die Nerven! Besonders schlecht fand ich den Alienarm der am Ende zu sehen ist, das hätten sie sich sparen können.
    Fazit: ein bisschen Unterhaltung, etwas Action. Durchschnittlich.


    3 Sternen

  3. DocProc

    DocProc / 27.02.2008 17:43:04

    Mich hat der echt gut unterhalten, das lag aber hauptsächlich daran, dass die Sounds und Effekte im Kino so bombatisch rüberkamen... Storytechnisch sicher nicht der beste, aber wer traut sich denn sonst noch an dieses Genre rann? Ich hab mir nichts erwartet, und dafür wurde ich gut unterhalten!


    4 Sternen

  4. Jigsaw

    Jigsaw / 15.04.2008 10:58:54

    Das war wohl nicht,da war das Orginal um längen besser schon allein von der Atmosphäre her.


    1 Sternen

  5. mye

    mye / 15.04.2008 14:22:28

    also ich war sehr begeistert, fast ein perfekter blockbuster, nur bisschen zu sehr extrem-hollywood-kitsch-ende, aber ich finde den super :)


    5 Sternen

  6. Kaspian

    Kaspian / 19.05.2008 23:38:38

    Mir gefiel der damals auch sehr gut...und Dakotaa hat wirklich nur genervt...


    5 Sternen

  7. Jigsaw

    Jigsaw / 20.05.2008 07:45:11

    Ist ja immer Geschmackssache aber die Handlung war für mich zu orientierungslos aufgebaut und Cruise konnte nicht überzeugen wie ich finde.War irgendwie lieblos zusammengeschustert.


    1 Sternen


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