House of Wax
Inhalt
Und noch ein Teenie-Horrorfilm. Die Geschichte von einer Gruppe junger Menschen auf dem Weg zu einem Footballspiel... und jeder Menge purem Wachs.Wie so oft: eine Ansammlung von vermeintlichen Freunden hat ein gemeinsames Ziel. Und während es in The Texas Chainsaw Massacre ein Rockkonzert war, ist es in House of Wax ein Footballspiel - und schon erleben wir den Anflug bahnbrechender Originalität. Aber gut, das ist das grobe Schema, nach dem Horrorfilme dieser Art funktionieren, und somit völlig legitim.
In der Gruppe befinden sich Carly Jones (Cuthbert), ihr Bad-Boy-Bruder Nick Jones (Murray) und ihr Freund Wade (Padalecki), die sich innerhalb der Clique noch am wenigsten verstehen. Hinzu kommen Paige Edwards (Hilton) und ihr Freund Blake (Ri'chard), der scheinbar am heißesten von allen auf das Sport-Event ist. Und noch einer: der schräge (achten sie auf die Brille) Dalton Chapman (Abrahams), der ständig mit seiner Digi-Cam hantiert und den anderen so auf den Geist geht. Das ist die Personenriege, die sich die Macher von House of Wax zusammengestellt haben, um sie in jene verlassene Stadt zu lotsen, in der das legendäre House of Wax steht.
Doch der Film startet im Jahr 1974. Wir sehen nicht viel von den Personen und der Umgebung, im Grunde genommen nur deren Füße und einige Gegenstände, die uns zu der Annahme führen, dass es sich um eine Küche handeln muss. Scheinbar mit gekonnter Hand wird eine Flüssigkeit in eine Maske gegeben. Ein Kind isst währenddessen ausnahmslos ruhig sein Frühstück. Fast schon idyllisch, was uns hier präsentiert wird. Dann die Wendung in Form von Kindergeschrei und zwei weitere Personen betreten den Raum. Stimmen kommen auf, Hektik erfüllt die Szene, der Junge schreit weiter... und wird -scheinbar von seinem Vater- an einen Stuhl gefesselt. Die Maske fällt zu Boden und zerspringt in Einzelteile. Und noch immer haben wir kein einziges Gesicht gesehen.
Dann der Sprung in die Gegenwart. Und wieder wird dem gängigen Klischee gefolgt: die Vorstellung der Charaktere und der Versuch, ein wenig Dialogwitz einzubringen. Wir werden zum ersten Mal mit der Gruppe konfrontiert, als diese eine Rast macht und einzelne Konflikte werden deutlich: Paige fühlt sich von ihrem Freund zu wenig beachtet, denn der spielt lieber mit dem Navigationssystem in seinem aufgemotzten Auto (aber zumindest sorgt er für gute Musik in dem Film), Bruder und Freund von Carly können nicht so recht miteinander und Dalton ist betrunken, dass die Heide wackelt. Es fallen Sprüche wie: "Ich mach ein Schuh", was wohl bedeuten soll, dass der Gesagte sich von der übrigen Gruppe losreißen möchte.
Sie fahren noch ein Stück weiter, entscheiden sich dann aber zum Campen - und das Feiern, das in einem solchen Film nicht fehlen darf, beginnt... mit Football und Bier, aber keinen Joints, was gegenwärtig schon absolut auffallend ist - ob Texas Chainsaw Massacre oder Wrong Turn, mittlerweile ist das Konsumieren von Cannabis vor allem in Slasherfilmen ein beliebtes Detail.
Dann werden wir an den Film Joyride erinnert, denn ein Wagen hält mit brennenden Scheinwerfern vor den Zelten der Gruppe und wartet... und wartet... und fährt schließlich davon - spooky.
Um es kurz zu machen: der Horror beginnt mit einem plötzlich defekten Keilriemen und mit Carly, die in ein Massengrab fällt und sich kurzerhand in Blut und Gedärme toter Tiere wälzt. Ein Wagen fährt vor und das typisch angsteinflössende Landei betritt die Szenerie - fehlende Zähne, dreckige Klamotten und ein Jagdmesser, das in Windesweile wahrscheinlich jedem der sechs Jugendlichen den Schädel vom Hals rasieren könnte. Die Gruppe teilt sich und die ersten, die die Stadt Ambrose betreten, die aufgrund ihrer Ausgestorbenheit an das geniale Computerspiel Silent Hill erinnert, sind Carly und ihr Freund Wade... auf der Suche nach einer Tankstelle, doch was sie finden ist eine bedrängende Leere und Trudys legendäres Wachsmuseum.
Kritik
Remakes sind momentan anscheinend die Flucht aus der Ideenlosigkeit. Auch hierbei handelt es sich um den Versuch, etwas Altes neu zu gestalten. Im Jahr 1953 war es André De Toth, der das Wachsfigurenkabinett auf die Leinwand brachte und mit Vincent Price in der Hauptrolle einen recht erfolgreichen Horrorfilm drehte (IMDb - Original).Nun -über fünfzig Jahre später- ist es der Regisseur Jaume Collet-Serra, der die Geschichte wieder zum Leben erweckt. Collet-Serra, der am 23. März 1974 in Barcelona geboren wurde und mit House of Wax sein Regiedebüt feierte.
Was muss ein guter Slasherfilm haben? Nun, zum einen ist es nicht unbedingt wichtig, so dämlich das auch klingen mag, dass er eine herausragende Story aufweist. Das ist in einem solchen Film schlicht Nebensache. Keine Frage, ist die Geschichte richtig gut und liefert zum Ende hin sogar noch einige Überraschungen, dann ist dann lobenswert (das Paradebeispiel an dieser Stelle, denn ich beschränke mich hier auf den so genannten Teenie-Horrorfilm, wäre natürlich Scream von Regisseur Wes Craven - auch Cursed und Red Eye), aber ich bin einfach bereit, die Messlatte noch weiter nach unten zu legen. Horrorfilme, gut Geisterstorys sollten dann schon eher mit Handlung aufwarten, sprechen im Endeffekt eh nur die Zuschauer an, die dem Genre generell zugetan sind. Andere schauen diese Filme dann eher, um sie anschließend zu zerreißen. Nein, ein guter Slasherfilm sollte meiner Ansicht nach folgende drei Aspekte verinnerlichen: Spannung, Schockeffekte und ansehnliche Mordszenen. So simpel klingt das und ist doch so schwierig.
House of Wax hat meine Erwartungen diesbezüglich leider nur in einem Punkt erfüllt: dem splatterigen Anteil. In Sachen Blut und Gekröse kann sich der Film sehen lassen - freuen sie sich vor allem auf die Szene, in der Paris Hilton die Lichter ausgeknipst werden.
Aber der Schwachpunkt des Films liegt eindeutig bei den beiden anderen Punkten: House of Wax ist weder spannend, noch schießt er ihnen Adrenalinstöße durch den Körper, die sie im Kinositz erbeben lassen (wie zum Beispiel The Amityville Horror); es sei denn sie sind äußerst zart besaitet. Es wurde einfach zu wenig aus den sich bietenden Möglichkeiten gemacht. Allein die Atmosphäre in der verlassenen Stadt hätte deutlich besser ausgenutzt werden können, die Sets wurden zu selten oder einfach zu schlecht in Anspruch genommen. Und dann das Wachsfigurenkabinett an sich - das House of Wax. Hier war man eindeutig zu selten im Inneren des Gebäudes, das schon allein aufgrund der starr ins Leere blickenden Figuren angsteinflößend ist; übrigens: es ist tatsächlich komplett aus Wachs. Aber das Remake hätte dann doch eher Town of Wax heißen sollen, denn die Protagonisten halten sich häufiger auf den Straßen auf - schade eigentlich.
Allein das Finale spielt sich dann wieder im House of Wax ab, dort, wo im Grunde ja alles angefangen hat. Um nicht zu viel zu verraten, belasse ich es aber dabei.
Zu den Darstellern: ich möchte nicht explizit auf jeden einzelnen Charakter eingehen, das wäre mühsam und in Anbetracht der Tatsache, dass es hier eh nur ums Abschlachten jener Figuren geht, auch sinnlos. So, worauf nun einige warten: Thema Paris Hilton. Sie kommt zum einen recht kurz in dem Film, doch man muss sagen, dass sie ihre stupide Arbeit nicht übel macht. Sicher, da steckt keinerlei Anspruch hinter, aber sie hätte schauspielerisch ja auch negativ auffallen können; das tut sie ebenso wenig, wie sie positiv auffällt.
Bei den anderen verhält es sich ähnlich. Also möchte ich nur noch etwas zu den Figuren, nicht aber zu den Darstellern sagen: die Konstellation ist in Ordnung, auch wenn die Einzelschicksale, wenn man sie so nennen möchte, nicht weiter auffallen. Der Konflikt zwischen Carlys Bruder und ihrem Freund ist einem ziemlich egal und die Tatsache, dass Paige eventuell schwanger ist, hat man sogar in dem Moment vergessen, als sie stirbt.
Nun aber zum Klischee: die Entscheidungen sind es, die teilweise sogar richtig lächerlich sind. So lässt Wade seine Freundin zum Beispiel mal kurzerhand allein in dem Wachsfigurenkabinett, während er draußen vorm Fenster rumturnt und jemanden sucht, den Carly zuvor flüchtig gesehen hatte. Aber gut, ohne diese dümmlichen Entscheidungen würde der Handlungsablauf vielleicht nicht funktionieren, das mag sein, aber an dieser Stelle mache ich dem Script-Writer Charles Belden dennoch einen Vorwurf, denn von diesen Beispielen gibt es noch etliche andere. Hinzu kommen solch auffällige Fehler wie ein viel zu rasches Dunkelwerden, während Wade doch eigentlich nur mal kurz auf Toilette war.
Übrigens: Paris Hilton war die einzige Darstellerin aus House of Wax, die nicht zu einem Vorsprechen musste, da der Regisseur sie unbedingt für die Rolle haben wollte - wahrscheinlich als Magnet für potentielle Anhänger und Fans der Hotelerbin.
Fazit: Was bleibt ist ein unterdurchschnittlicher Slasherfilm und in Anbetracht der Tatsache, dass ich die Messlatte (ps: ich bin selber Fan solcher Filme) so weit nach unten geschraubt habe, kann man den Verantwortlichen wirklich einen Vorwurf machen. Die Möglichkeiten waren mit der Stadt und dem Wachsfigurenkabinett eindeutig gegeben, man hat sie eben nur zu spärlich ausgenutzt. Allein die Splatterszenen und der Dialogwitz lässt sich einige Male sehen oder besser hören, aber da es sich nun mal um einen Horrorfilm handelt, ist es eher verwerflich, wenn man im Endeffekt nur gelacht hat. Die Mordszenen sind hingegen gut ausgearbeitet und man hat an Härte nicht gespart - so erinnert eine Szene zum Beispiel an das Drama Irréversibel, genauer an die Feuerlöscher-Szene aus dem Film.
House of Wax - egal wie oft Paris Hilton auch That`s hot gesagt haben möchte, am Ende bleibt fast nur ein guter Titel und ein ansehnliches Filmposter.
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Regisseur
Schauspieler
Elisha Cuthbert, Chad Michael Murray, Paris Hilton, Jared Padalecki, Brian Van Holt, John Abrahams, Emma Lung, Damon Herriman



Feuerfrucht / 05.03.2008 21:52:09
uhh Der Film war schlecht und trotzdem unterhaltsam. Ich war ja froh, als Paris gemeuchelt wurde. xD
3 Sternen
eddy / 06.03.2008 11:18:36
Das beste am Film war,wie Paris drauf geht!Ansonsten eher
sehr mittelmäßig!3.sterne
3 Sternen
Veremar / 06.03.2008 15:05:31
Tja, wie ihr sagt: mittelmässig. Das gruseligste waren die Schauspielkünste von Paris! ;)
2 Sternen
Nightwalker / 24.03.2008 12:15:41
Brutal, Spannend. Klasse gedacht. Nur in der KJ Freigabe-Fassung genießbar!!
8,5/10
5 Sternen
Jigsaw / 05.04.2008 11:37:49
Ich weiß echt net warum der Film so schlecht abgeschnitten hat,lassen wir mal die Schauspielkünste von Paris und Co.außen vor war der Film an sich sehr stimmig und spannend nach altbewährtem 10 Negerlein Slasher Prinzip aufgebaut und gerade das Ende im Wachshaus fand ich grandios.
nicht bewertet