X-Men
Inhalt
Gelungener filmischer Auftakt der der legendären X-Men Comics.In einem Zeitalter, in dem nicht mehr Rassen oder Religionen die Menschen voneinander trennen, sondern außergewöhnliche, mutierte Kräfte werden zwei ehemalige Freunde, Professor Charles Xavier (Patrick Stewart) und Magneto (Sir Ian McKellen) über die Frage, wie mit den „normalen“ Menschen umzugehen sei, zu erbitterten Feinden. Eines ist unbestritten: Die "normalen" Menschen haben vor den Mutanten und ihren Kräften Angst. Senator Kelly drängt sogar darauf die Mutanten zu kennzeichnen und ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken. Professor Xavier hat sich entschieden, gegen diese Ängste anzukämpfen, indem er eine Schule eingerichtet hat, in der er junge Mutanten in ihren Fähigkeiten ausbildet und ihnen beibringt, ihre Gaben ausschließlich für das Gute einzusetzen. Magneto hat sich indessen entschlossen, seine einstmals ebenfalls hehren Ziele aufzugeben und im Rahmen eines Treffen von Führungspolitikern aus aller Welt diese ganz einfach in Mutanten zu verwandeln. Seine Rechnung ist einfach: Kein Mensch, der selbst ein Mutant ist, wird ein Gesetz gegen Mutanten verabschieden. Dass die Menschen an dieser Verwandlung nach kurzer Zeit zugrunde gehen, nimmt er wissentlich in Kauf. Die Geschichte des Films wird nun vornehmlich aus der Sicht zweier Figuren erzählt: Rogue (Anna Paquin) und Logan (Hugh Jackman), besser bekannt als Wolverine. Rogue ist ein Mädchen ohne Eltern, das die unselige Fähigkeit besitzt, allein durch ihre bloße Berührung Menschen ihre Lebensenergie nehmen zu können. Logan nimmt sich ihrer an – und gerät so in einen Angriff böser Mutanten, die Rogue in ihre Reihen aufnehmen wollen. Der Überfall wird jedoch von den X-Men zurückgeschlagen. Rogue lernt nun, als neue Schülerin Xaviers, zum ersten Mal in ihrem Leben wahre Zuneigung kennen, während der heimatlos, von Ort zu Ort ziehende Logan, dessen Skelett aus Titan besteht und der aus den Händen Stahlkrallen nach belieben ein- und ausfahren kann, in das Team der X-Men aufgenommen wird. Jeder des Teams verfügt über spezielle Kräfte. Storm (Halle Berry) kann Kraft ihrer Gedanken, wie der Name schon andeutet, Stürme entfachen, Dr. Jean Grey (Famke Janssen), Xaviers rechte Hand, ist telekinetisch begabt und Cyclops (James Marsden) verfügt über einen Laserstrahl ähnlichen Blick. Um die Bevölkerung zu retten, ziehen sie gemeinsam in einen verheerenden Kampf gegen Magnetos Team.
Kritik
Hintergrund: Die zentralen Motive im X-Men Universum.Es gibt sowohl im Comic als auch im Film keinerlei Schwarzweißmalerei. Die Schurken haben meiner Meinung nach guten Grund, böse zu sein – wessen Existenz bis ins Leben bedroht ist, greift, wenn er keine andere Möglichkeit mehr sieht, auch zu radikalen Methoden. Und die Guten sind überdimensional gut weil sie trotz der Lebensbedrohung noch immer moralisch handeln. Die Existenzbedrohung ist der Knackpunkt, die wichtige Schnittstelle, die X-Men eine Sonderstellung gegenüber allen anderen Comic Helden einräumt. Im Vergleich. Die meisten Superhelden kämpfen mit menschlichen/beziehungstechnischen Problemen (Stichwort: Wie meistere ich eine Beziehung wenn mein Alter Ego unerkannt bleiben soll?) und setzen ihre Kräfte freiwillig ein, um der Menschheit Gutes zu tun. Die X-Men aber wollen nichts dergleichen von sich aus, sondern handeln nur unter dem Druck der Existenzbedrohung – sie bekämpfen nicht Verbrechen, sondern kämpfen um ihr Leben. Ein zweites großes Thema des Films ist Intoleranz gegenüber Anderen. Xavier und Magneto haben schon in ihrer Kindheit erlebt, wohin das führen kann. Für Magneto ist dies Grund genug, selbst intolerant zu werden. Allerdings bewirkt seine Intoleranz nicht, das er die „Normalen“ vernichten will, er will aus ihnen auch Mutanten machen, denn wenn Mutanten nichts besonderes mehr sind, dann kann es auch keine Ausgrenzung geben, so sein Gedanke. Tatsächlich entspricht diese Logik, nur in umgekehrter Form, genau jener Denkweise, die auch in unserer Welt nur allzuoft vorkommt. Immer wieder wird versucht, Minderheiten „gleich“ zu machen. Es ist noch gar nicht so lange her, das Linkshändern gezwungen wurden, mit der rechten Hand zu schreiben. Auch die Suche nach der Ursache für Homosexualität dient nur dazu, diese abschalten zu können. Vielleicht wirkt Magneto deshalb so krank, weil er genau so denkt, wie die meisten Menschen. Der eigentliche Bösewicht ist Senator Kelly. Er schürt die Angst vor den Mutanten, um sich selbst zu profilieren. Und er hat ein prominentes Vorbild: Senator Kelly sagt: „Ich habe hier eine Liste mit bekannten Mutanten die in den USA leben“. Dieser Satz basiert auf einer Rede von Senator Joseph McCarthy als er meint er habe eine Liste mit bekannten Kommunisten, die im State Department arbeiten würden.
Regisseur Bryan Singer ("Die üblichen Verdächtigen", "Superman "Returns") hat den Film in erster Linie als eine Charakterstudie angelegt, die ganz von ihren Hauptfiguren und ihren Konflikten (und Romanzen) getragen wird. Der Film baut viele Metaphern und Vergleiche auf, die, leicht abgewandelt in der realen Welt ihren Platz finden. Den Befehl des Senators die Mutanten zu kennzeichnen und sie einzusperren lässt einen beispielsweise sofort an die damalige Lage der Juden im Nazi Deutschland denken. Das Nichtaktzeptieren der Bevölkerung den X-Men gegenüber, lehnt Singer deutlich an der (zumindest in den USA) weitverbreiteten Abneigung gegen Minderheiten (wie zb. auch Schwule an). Gerade durch diese Metaphern hat man als Zuschauer niemals ein Gefühl von Distanz, sondern eher von Berührung. Neben all diesen emotionalen Stoffen verzichtet Singer aber auch nicht auf explosive Actionszenen. Höhepunkt ist ohne Zweifel ein Kampf zwischen Magneto und Wolverine in einem Zug, den Magneto – im wahrsten Sinne des Wortes – Stück für Stück auseinander nimmt. Jedoch muss ich schon sagen, dass die Kämpfe (mit Ausnahme der Zugsequenz) manchmal etwas zu sehr nach "Wir machen eine Comicverfilmung, wir brauchen unbedingt Action" aussehen. Liest man den Film abseits dieser Zugeständnisse an das Hollywood-Kino so meine ich, selten zuvor eine Comic-Verfilmun gesehen zu haben, die das grundsätzliche Konzept unangestrengter und aussagekräftiger zu Tage fördert, ohne bemüht zu wirken und den Zuschauer zu unterfordern. Der aber vielleicht größte Clou des Films ist seine Besetzung. Patrick Stewart (besser bekannt als Enterprise Kapitän Picard) und Sir Ian McKellen (Gandalf in der "Herr der Ringe" Triologie“) bilden ein überaus charismatisches Gut-Böse Gespann. Hugh Jackman (der bis dato noch völlig unbekannt war), schafft es dermaßen in seiner "harter Panzer, butterweiches Herz" Rolle zu überzeugen, dass er damit verdientermaßen in die A-Liga der Schauspieler aufsteigt. Famke Jannsen bietet nach ihrer fantastischen Bösewicht Rolle in "Goldeneye" eine völlig andere Art von Rolle dar. Ihre Jean Grey ist still, verletzlich und zwischen zwei Männern hin und hergerissen. Die einzige Enttäuschung bietet Halle Berry, die der Wetterhexe zu wenig Kontur verleiht und so hinter den Erwartungen zurückfällt. Die Ideenfülle des Regisseurs, die motivierten Darsteller, der Humor (Wolverine zu Cyclops in Bezug auf die Kostüme der X-Men:"Und in sowas traut ihr euch auf die Straße?". Cyclops Antwort: "Ja. Was wär dir denn lieber? Gelbes Latex?"), die Figurenkonstallationen (insbesondere die prickelnde Dreiecksbeziehung Wolverine, Cyclops und Jean Grey) machen aus dem ersten Teil der X-Men ein opulentes Erlebnis, das lediglich am Schluß durch den zu schnell abgehandelten letzten Akt ein wenig an Brillianz verliert.
Fazit: Ein furioser Auftakt der X-Men Reihe. Zwar nicht ohne Fehler, aber verdammt charismatisch.
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Regisseur
Schauspieler
Hugh Jackman, Patrick Stewart, Ian McKellen, Famke Janssen, James Marsden, Halle Berry, Anna Paquin, Rebecca Romijn, Ray Park, Bruce Davison, Shawn Roberts, Matthew Sharp, Brett Morris, Rhona Shekter, Kenneth McGregor



Kaspian / 29.12.2007 22:25:56
Als ich ihn zum ersten mal sah war ich begeistert. Mich störte das ich keinen Gambit und keinen Beast sah uuuuund das die Kostüme kacke warn.
Der Rest ist wie in sovielen Comicverfilmungen....man hielt sich zu lose an den Comicvorlagen. Und für eine sehr gute Comicverfilmung gehört für mich einfach mehr als das hier gebotene.
Natürlich gehört X-Men zu den besseren Verfilmungen, doch bei nicht zu den allerbesten, wobei es hier nur sehr wenige gibt.
nicht bewertet