Verfasst von Frank Neumann am 16.07.07 18:24:27 - 2 Kommentare

Harry Potter und der Orden des Phönix

Harry Potter and the Order of the Phoenix

Moviereporter-Bewertung:
  • 5.0/6 Sterne.
Leserwertung (9): 4.44 / 6

Land Großbritannien, USA

Genre Abenteuer, Drama, Familie, Fantasy

Laufzeit: 138

Jahr 2007

Webseite
Trailer

Kinostart: 12.07.2007
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Inhalt

Nach dem Roman von J.K. Rowling

Harry Potter hatte schon mal bessere Zeiten. In den Ferien vor Beginn des neuen Schuljahres in Hogwarts ist er ganz auf sich allein gestellt, denn weder Ron noch Hermine haben während des Sommers von sich hören lassen.
Immer noch in Trauer über den Tod seines Freundes Cedric im trimagischen Turnier wird der Teenager allnächtlich von Alpträumen über die Rückkehr seines Erzfeindes Voldemort geplagt. Und als wären das nicht schon genug Probleme, muß er sich plötzlich auch noch vor einem Straftribunal verteidigen, weil er sich und seinen Cousin Dursley mit Zauberkraft vor einem Angriff der tödlichen Dementoren verteidigt hat. Zwar schafft es Dumbledore, den Jungen vor einem Schulverweis zu retten, aber zurück in Hogwarts sieht die Lage auch nicht gerade besser aus.
Der Großteil seiner Mitschüler, mit Ausnahme von Ron und Hermine, Neville und einigen Anderen, ist davon überzeugt, dass Harry über seinen Kampf mit Voldemort gelogen hat. Besonders die neue Lehrerin des Fachs “Verteidigung gegen die dunklen Künste”, Dolores Umbridge, hat es auf ihn abgesehen und quält ihn mit immer fieseren Methoden. Da sie ihren Schülern zwar die Theorie von Zaubersprüchen, nicht aber deren Anwendung beibringt und schlußendlich auch noch zur Schulleiterin ernannt wird, fühlt sich Harry gezwungen, selbst nachzuhelfen. Er gründet den Club “Dumbledore's Armee”, dem einst schon seine Eltern angehörten und lehrt eine Auswahl seiner Mitschüler in streng geheimen Sitzungen, sich gegen die dunkle Seite zu verteidigen. Gerade zur rechten Zeit, denn Lord Voldemorts tödliche Armee wirft bereits ihre Schatten voraus.

Kritik

Was für eine Entwicklung! Waren die ersten beiden Teile der “Potter” Sage unter der Regie von Chris Columbus noch ein leichtverdauliches, süssliches Märchen für alle Altersklassen, setzt bereits die zweite Fortsetzung deutlich andere Akzente; unter der Aufsicht von Regisseur Alfonso Cuaron gerieten die Farben düsterer, die Stimmung gedrückter und die Sichtweise erwachsener. Schon hier wurde überaus deutlich, dass dies kein Film mehr für die Kleinen ist. Diesen Trend verstärkte der Regisseur des vierten Teils, Mike Newell, und fügte dem “Potter” Universum noch eine andere, weitaus menschlichere Seite hinzu, in dem er seine drei Hauptdarsteller die Alltagsprobleme von Teenagern erleben ließ, denen die Kleinen schon gar nichts mehr abgewinnen konnten. Als Zugeständnis an die “ab 12” Zielgruppe streute der Film trotzdem immer wieder Witze und Gags ein, die jedoch fürs erwachsene Publikum größtenteils zu gewollt wirkten. Die Entscheidung der Produzenten und des Regisseurs, das Finale des Film dann doch in all seiner so gar nicht mehr kindlichen Grausamkeit darzustellen, stellte unmißverständlich klar, in welche Richtung sich die übrigen Filme entwickeln würden.

Dies wird jetzt vom neuen Regisseur David Yates kontinuierlich weiter verfolgt. Sein Film ist straffer, konzentrierter und reifer als die bisherigen Abenteuer des Zauberschülers. Waren in den vorigen Episoden immer wieder neue Dinge zu erleben und der Spaßfaktor relativ hoch, kommt dem neuen Film dieser Faktor fast gänzlich abhanden und weicht einem ernsteren Ton. Genau dies stellt sich aber als die große Stärke des Films heraus.

Sämtliche Räder des Uhrwerks folgen diesem neuen Ton, beginnend beim Skript. Michael Goldenberg´s (“Contact”) Drehbuch verzichtet auf die Squiditch” Elemente und damit auch auf die Eifersuchtsstory zwischen Ron und Harry. Mehr noch als in den Teilen zuvor erlebt man die Geschichte durch Harry´s Augen und wird Zeuge seiner viel zu schnellen Entwicklung vom Jungen zum Erwachsenen, auf dem eine große Verantwortung lastet. Obwohl dem Zuschauer so ein viel differenziertes Bild von der Hauptfigur gezeichnet wird, werden dadurch die meisten anderen Figuren wie z.B. Ron und Hermine, die oftmals nur in ihrer Funktion als Hary´s loyale Freunde auftreten, stark in den Hintergrund gedrängt.

Insbesondere zu Beginn des Films lässt er eine besondere Regiehandschrift erkennen. Regisseur Yates legt großen Wert darauf, dem Zuschauer erst mal die gewohnte Magie zu entziehen. Die erste halbe Stunde des Film ist ungewöhnlich realistisch und karg, sowohl in den Farben, der Location, als auch in der Stimmung des Films. Wenn die Ereignisse sich gen Hogwarts verschieben lockert er diesen Stil nur scheinbar auf, die bunteren Farben, wie etwas das knallpinke Kostüm von Dolores Umbridge kommen als Ironie daher; die dunkle Grundstimmung behält er konsequent bis zum Schluss. Yates geht davon aus, dass man die Magie von Hogwarts bereits zu Genüge kennt und geht den Dingen lieber auf den Grund. Er zeigt weder schöne Landschaften noch Zaubergimmicks wie in den bisherigen Filmen. Auf der Arbeit von Drehbuchautor Goldenberg basierend ist ihm die Figurenzeichnung das Wichtigste. So ist es auch sein Verdienst, dass seine drei jugendlichen Hauptdarsteller in Sachen Rollengestaltung und Tiefe einiges dazugelernt haben.
Emma Watson hat endlich ihr “zu großes Spielen” aufgegeben und wirkt als Hermine nicht mehr gekünstelt. Auch Rupert Grint, der bisher stets den Rest des Trios an die Wand spielte, lässt eine interessante, wenn auch zurückgezogenere Entwicklung erkennen. Zum Erstaunen aller ist es diesmal jedoch Daniel Radcliffe, dem dieser Film gehört. Erstaunlich daher, weil seine ersten Einsätze bestenfalls als solide zu bezeichnen waren. Hier aber bringt er eine ungleich größere Emotionskraft an den Tag, die die Rolle schon in den vorigen Teilen dringend benötigt hätte.

Großen Raum gewährt Yates dem neu hinzugekommenen Charakter der Dolores Umbridge, grandios pointiert und schön hassenswert dargestellt von Imelda Staunton. Sie als Instrument benutzend wirft er ganz nebenbei kluge Fragen über Generationskonflikt, Erziehung und das generelle Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer auf. Auch die Figur des Dumbledore löst sich von ihrer Schablonenhaftigkeit und wird zu einem nachvollziehbaren Charakter. Ein wundervoller Coup ist ihm mit der Besetzung von Evanna Lynch als Luna Lovegood gelungen. Sie ist und spielt genauso wie man sich die Figur beim Lesen der Bücher vorgestellt hat: verschroben, entrückt, liebenswert und hochgradig seltsam.

Leider bleiben bei einem großen Ensemblefilm immer einige Charaktere auf der Strecke und so haben beispielsweise Alan Rickman als Snape, Maggy Smith als Professor McGonagall und Robbie Coltrane als Hagrid verschwindend kleine Auftritte im Film. Speziell im Fall von Snape kann man sich aber auf einen weitaus größeren Einsatz im nächsten Film freuen.
Von der technischen Seite aus ist der Film makellos, die neuen Kreaturen, wie etwas die Gerippe ähnlichen Thestrale und der Hauself Kreacher fügen sich hervorragend ins “Potter“-Universum ein.
Selbst in den letzten zwanzigen Minuten, die vor CGI Effekten geradezu überbrodeln, wirkt keiner der Tricks billig oder unausgegoren. Der Soundtrack des fünften Teils lehnt sich an die bisherigen Kompositionen von John Williams und Patrick Doyle an und schafft es trotzdem, beide zu überflügeln. In einem ganz eigenen Stil erweitert Komponist Nicholas Hooper die Dramatik und schafft so einen mehr epischen Klangteppich, der mit großem Orchester und “Herr der Ringe” ähnlichem Chor aufwartet.
Wer sich den Film in einem Imax anschaut, der kommt übrigens in den Genuß, das Finale in 3D zu schauen. Empfehlen würde ich dies allerdings nur bedingt, da die Kombination aus Pause (die Filmrolle muß gewechselt werden) und dem etwas anderen Seherlebnis einen schon sehr aus der Stimmung des Films reißen kann.

Trotz meines durchweg positiven Eindrucks des Films wird der neueste Potter die Zuschauer in zwei Lager spalten. Die Einen werden es begrüßen, dass der Film trotz aller Fantasy realistischer wirkt und fast keine “Comedy-Auflockerungen” mehr bereithält, um die Story zu entschärfen. Die Anderen werden genau das am Film bemängeln.

Fazit: “Harry Potter und der Orden des Phoenix” ist eine abenteuerliche, interessante und konsequente Weiterentwicklung in Richtung Erwachsenen-Märchen, bei der die kindgerechten Elemente allerdings völlig auf der Strecke bleiben.

Jetzt kommentieren? / 2 Kommentare

  1. Nightwalker

    Nightwalker / 05.12.2007 08:06:22

    Endlich wieder....

    Nach Teil 4 (für mich der schlechteste von der reihe) ist Harry Potter und der Orden des Phönix [also der hier^^] ein klasse Film.

    Die Schauspieler sind Top,

    vom Buch her passt es auch, paar abweichungen gibt es :)

    Den Anfang fand ich net so besonders, die dementoren sehen sche*ße aus, früher im 3 teil unheimlich und jetzt eher naja....

    Der Film hat so seine Höhen und Tiefen mit lustig und ernst, was aber gut funktioniert...

    8/10


    5 Sternen

  2. Jigsaw

    Jigsaw / 08.04.2008 07:40:46

    Für mich nach Teil drei der schlechteste ganz einfach weileinfach zu viel fehlte und die Handlung nur lieblos runtergeleiert wurde.Der Orden ist eines der umfangreichsten Bücher der Serie und sehr wichtig im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Charaktere,es wäre ratsam gewesen dieses Buch in zwei Teilen zu verfilmen so wie es jetzt bei den Heiligtümern des Todes geplant is.Aber warten wir erst mal ab wie sich der Halbblutprinz so schlagen wird.


    2 Sternen


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Harry Potter und der Orden des Phönix (Harry Potter and the Order of the Phoenix)
Warner Bros. Pictures Germany

Regisseur

David Yates

Schauspieler

Daniel Radcliffe, Harry Melling, Jason Boyd, Richard Macklin, Kathryn Hunter, Miles Jupp, Fiona Shaw, Richard Griffiths, Adrian Rawlins, Geraldine Somerville, Robert Pattinson, Ralph Fiennes, Natalia Tena, Brendan Gleeson, George Harris, Peter Cartwright, Bridgette Millar, Gary Oldman, David Thewlis, Maggie Smith, Julie Walters, Timothy Bateson, Emma Watson, Rupert Grint, James Phelps, Oliver Phelps, Bonnie Wright, Jamie Wolpert, Nicholas Blane, Daisy Haggard, Robert Hardy, Jason Isaacs, Chris Rankin, Michael Gambon, Imelda Staunton, Sian Thomas, Tom Felton, Jamie Waylett, Josh Herdman, Katie Leung, Matthew Lewis, Evanna Lynch, Ryan Nelson, David Bradley, Devon Murray, William Melling, Apple Brook, Alan Rickman, Emma Thompson, Alfie Enoch, Afshan Azad, Shefali Chowdhury, Warwick Davis, Jim McManus, Nick Shrim, Sam Beazley, John Atterbury, Helena Bonham Carter, Robbie Coltrane, Arben Bajraktaraj, Richard Leaf, Tony Maudsley, Alec Hopkins, Robbie Jarvis, James Walters, Charles Hughes, James Utechin, Jason Piper, Michael Wildman, Richard Cubison, Peter Best, Tav MacDougall, Richard Trinder

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