Verfasst von Sebastian Stumbek am 22.09.07 00:42:13 - 3 Kommentare

Der Sternwanderer

Stardust

Land USA, Großbritannien

Genre Abenteuer, Fantasy

Laufzeit: 130

Jahr 2007

Webseite
Trailer

Kinostart: 18.10.2007
Moviereporter-Bewertung:
  • 5.5/6 Sterne.
Leserwertung (6): 5.33 / 6
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Inhalt

Michelle Pfeiffer als böse Hexe, Robert De Niro als draufgängerischer Pirat - Spannung, Witz und Romantik in einem etwas anderen Märchen voller faszinierender Geschöpfe und Ideen.

Im England der Königin Victoria liegt das Dörfchen Wall, hinter dem eine geheimnisvolle hohe Mauer verläuft, die Grenze zum Feenreich. Nur alle neun Jahre einmal, wenn Markttag ist, öffnet sich die streng bewachte Pforte. Dann mischen sich seltsame Fabelwesen unter die Dorfbewohner, und man kann die wunderlichsten Dinge kaufen. An so einem Tag begegnet Dunstan Thorn (Ben Barnes) der hübschen Una (Kate Magowan) aus dem Feenreich – was in einer gemeinsamen Liebesnacht endet. 9 Monate später wird an der Mauer zwischen Wall und dem Feenreich ein Baby im Korb abgestellt – das Resultat besagter Nacht. Das Kind, Tristan (Charlie Cox), wächst bei seinem Vater auf und führt ein ganz normales Leben. Er verliebt sich in die schöne, aber kühle Victoria (Sienna Miller) aus seinem Dorf, die allerdings nicht allzu viel von Tristan hält. Sie will Tristan nur erhören, wenn er ihr einen Stern bringt, der vom Himmel hinter die Mauer ins Reich der Feen, Hexen und Zauberer gestürzt ist – ansonsten heiratet sie jemand anderen, der ihr bereits den Hof macht.. Ohne Zögern macht sich Tristan auf den abenteuerlichen Weg durchs Feenreich, um ihr als Beweis seiner Liebe den Stern zu bringen. Aber er ist nicht der einzige Sternsucher – und die zahlreichen Konkurrenten haben magische Kräfte.

Kritik

Vor knapp 10 Jahren veröffentlichte der britische Autor Neil Gaiman, der bereits mit zig Fantasy- und Sci-Fi-Geschichten auf sich aufmerksam gemacht hat, seine Fantasy-Novelle "Der Sternwanderer" ("Stardust"). Das Buch läßt sich nicht wirklich mit epischen Fantasywerken wie "Herr der Ringe“ vergleichen, da es einen völlig anderen Stil an den Tag legt. Schlichter, schlanker, weniger Ernst und dafür mehr Spaß – so in etwa lässt sich das Buch mit wenigen Schlagworten beschreiben. Vor allem Spaß und Humor stehen im Vordergrund, so dass man beim Lesen des Buches stets ein breites Grinsen auflegt. Fast ein Jahrzehnt später hat sich nun Matthew Vaughn an die Aufgabe gemacht, das Buch zu verfilmen. Viel Erfahrung besitzt Vaughn als Regisseur zwar nicht, da er bisher mit "Layer Cake" nur einen einzigen Film drehte, trotzdem gelang ihm mit "Sternwanderer" der ganz große Wurf.

Seit "Herr der Ringe“ vor vier Jahren hat es kein Fantasy-Film geschafft, wirklich zu begeistern. "Die Chroniken von Narnia" wurde leider kein guter Film und "Eragon" ist ein einziges Desaster. Was macht "Sternwanderer" nun richtig und so besonders? Die Antwort lautet: Beinahe alles. Zunächst einmal bietet der Film eine gelungene, interessante Geschichte. Verschiedene Menschen & Kreaturen sind alle hinter dem vom Himmel gefallenen Stern her, der kein Stern wie man ihn sich vorstellt ist, sondern in Form einer Frau (Claire Danes) auf die Erde fiel. Tristan braucht den Stern, um seiner angebeteten Victoria den Hof zu machen, die drei Hexen brauchen das Herz des Sterns für ihre ewige Jugend und die sieben Prinzen brauchen ihn, um der rechtmäßige Thronnachfolger zu werden. Damit beginnt ein spannender, origineller, und unterhaltungsreicher Wettlauf. All das findet in einer schönen Fantasy-Welt statt, die mit wunderschönen Landschaften, Bildern und Sets begeistert. Regisseur Matthew Vaughn hat zudem für passende Kostüme, stimmungsvolle Musik und wirklich erstklassigen Kamerafahrten gesorgt. Gerade letztere kommen im Film am laufenden Band vor und runden den ohnehin positiven Eindruck ab.

Was aber auch eine der Hauptstärken des Films ist, ist die, dass der Film einfach Spaß macht. Schöne Landschaften, Kostüme usw. würden nichts bringen, wenn der Film langweilig wäre. Die gute Story des Buches wurde im Film wunderbar übernommen und setzt – wie schon das Buch – vor allem auf Spaß und Humor. Man fühlt sich als Zuschauer sofort in die Welt hineingezogen und findet sich in einem gelungenen Abenteuer wieder. Damit geht der Film vom Feeling her eher in die Richtung von "Fluch der Karibik" statt beispielsweise "Herr der Ringe". Ist der Film vorbei, verlässt man den Kinosaal mit guter Laune.
Bei Buchverfilmungen muss man natürlich darauf achten, dass man einerseits der Buchvorlage treu ist, um die Fans nicht zu verärgern, andererseits aber auch hier und da die Story an einigen Stellen verändern, damit das Ganze als Kinofilm funktioniert. "Eragon" hat dies beispielsweise genau falsch gemacht. Aus einer guten Buchvorlage wurde ein schlechter Film, bei dem einige Änderungen auftraten, wo man sich nur entrüstet an den Kopf fassen konnte, weil man nicht glauben konnte, dass das, was man gerade gesehen hat, wirklich so umgesetzt oder verändert wurde. "Der Sternwanderer" hat auch gewisse Änderungen zum Buch. Tristans Weg zum Stern zu Beginn ist im Film ein wenig anders als im Buch, der Captain der Piratencrew wurde für den Film ein wenig verändert und das komplette Finale auch – nur um ein paar Beispiele zu nennen, ohne zu viel zu verraten und näher darauf einzugehen. Aber das gute ist: Es stört nicht! Leser des Buches werden sehen, dass die Änderungen nachvollziehbar oder originell-lustig sind. Gerade das Finale ist im Film beispielsweise besser als im Buch, so dass man sich nur darüber freuen kann, dass Regisseur Vaughn den richtigen Weg gefunden hat. Normalerweise sehe ich es auch überhaupt nicht gern, wenn die Story an gewissen Stellen geändert wird – hier waren sie aber alle in Ordnung. Ansonsten, bis auf einige besagte Ausnahmen, hält sich der Film natürlich an seine Buchvorlage.

Wirklich grandios ist der Cast des Films ausgefallen. Nicht nur die Hauptrollen, vor allem auch die Nebenrollen sind einwandfrei besetzt worden. Charlie Cox ("Casanova") in der Rolle des Tristan ist zwar weniger bekannt, spielt seine Rolle aber wirklich gut. An seiner Seite sehen wir Claire Danes ("Termonator 3", "U-Turn") als den Stern Yvaine. Danes auszusuchen war eine gute Entscheidung, denn sie verleiht ihrem gespielten Charakter Yvaine die nötige Wärme und Sympathie, die man für die Rolle gebraucht hat und sie hinterlässt in "Der Sternwanderer" einen wirklich süßen Eindruck. Kommen wir nun zu den Nebenrollen, die allesamt auftrumpfen können. Michelle Pfeiffer als eine der drei Hexen ist, wie auch nicht anders zu erwarten, wieder einmal hervorragend. Peter O'Toole, wenn auch nur sehr kurz im Film zu sehen, verleiht dem alten sterbenden König das gewisse Etwas. Rupert Everett und Sienna Miller, oder auch Mark Strong als Septimus – alle spielen auf hohem Niveau. Neben Michelle Pfeiffer ist aber das wohl größte Highlight sicherlich Robert De Niro. Er spielt den knallharten Captain der Flugschiff-Piratencrew. Allerdings macht er das so grandios, dass man allein wegen ihm schon den Film schauen muss. Wenn man das Buch gelesen hat könnte man meinen, dass De Niro's Rolle sehr klein aufgefallen ist und man nur einen Top-Schauspieler einbauen wollte, um den Film besser zu vermarkten. Aber De Niro's Rolle ist wirklich gelungen, passt gut in den Film hinein und hält noch eine Überraschung parat. Auf nähere Details einzugehen und was zu verraten wäre eine Schande.

"Der Sternwanderer" ist sicherlich kein perfekter Film, aber alles was er macht funktioniert. Natürlich ist der Film nicht episch und gigantisch wie "Herr der Ringe", die Effekte sind auch nicht die besten, die Hollywood bisher gezaubert hat (soll nicht heißen dass sie schlecht sind!) und der Film hätte seinen Soundtrack mehr zum Einsatz bringen können und so für noch mehr Stimmung sorgen können. Aber das sind alles Kleinigkeiten. Es ist wirklich schade, dass der Film in den USA ein wenig untergegangen ist an den Kinokassen – "Der Sternwanderer" hätte allemal mehr Aufmerksamkeit und mehr Besucher verdient.

Fazit: "Der Sternwanderer" ist auf jeden Fall eins der Highlights dieses Jahres. Gute Story, grandioser Cast, eine Welt, die den Zuschauer sofort in den Bann zieht und bis zur letzten Minute fesselt. Auch wenn man kein großer Fantasy-Fan ist, sollte man sich überlegen, dem Film nicht trotzdem eine Chance zu geben, denn "Sternwanderer" wird sicherlich nicht enttäuschen.


Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare

  1. mye

    mye / 10.12.2007 16:49:56

    was für ein toller film - schon das buch war klasse und nachdem eragon so grottenschlecht auf die leinwand gebracht wurde, hatte man ja schon panik, aber sternwanderer ist als film wirklich sehr gut gelungen


    6 Sternen

  2. eddy

    eddy / 03.03.2008 20:59:30

    Absolut genialer Film!Kann ich jedem nur empfehlen,der auf
    Fantasy steht!Schönes Märchen für "Erwachsene".Robert De Niro als Piraten Capitan einfach nur köstlich!!!!


    nicht bewertet

  3. Kaspian

    Kaspian / 09.03.2008 14:14:10

    Schöner Film im Stile von Die Braut des Prinzen. Gute Kameraarbeit.


    nicht bewertet


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