Verfasst von André Gabriel am 25.05.07 16:09:20 - 6 Kommentare

Fluch der Karibik - Am Ende der Welt

Pirates of the Caribbean: At World's End

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.5/6 Sterne.
Leserwertung (21): 4.28 / 6

Land USA

Genre Abenteuer, Action, Fantasy, Komödie

Jahr 2007

Webseite
Trailer

Kinostart: 24.05.2007
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Inhalt

Der dritte Teil der Piraten-Saga.

Will Turner (Orlando Bloom) und Elizabeth Swann (Keira Knightley) haben sich - in einem verzweifelten Versuch Jack Sparrow (Johnny Depp) zu retten - mit dem tot geglaubten Captain Barbossa (Geoffrey Rush) verbündet.

Währenddessen treibt Davy Jones (Bill Nighy), der sich nun unter der Kontrolle der East India Trading Company befindet, mit seinem Geisterschiff Flying Dutchman sein Unwesen auf den Weltmeeren. Immer mit der Gefahr des Verrats konfrontiert müssen sich Will und Elizabeth durch wilde Gewässer bis ins exotische Singapur durchschlagen und dem gerissenen chinesischen Piraten Sao Feng (Chow Yun-Fat) gegenübertreten. Am Ende muss sich jeder für eine Seite entscheiden, denn in der letzten gewaltigen Schlacht steht nicht nur das Leben und Schicksal der Beteiligten auf dem Spiel, sondern auch die Zukunft aller Piraten und ihrer freiheitsliebenden Lebensart.

Kritik

Es ist ja bekanntermaßen immer so, dass man sich in Form von Sequels auch immer in irgendeiner Form steigern und die Vorgänger übertreffen möchte. Wie das nun im Fall von Pirates of the Caribbean überhaupt funktionieren kann, sei dahingestellt. Denn nach meiner persönlichen Ansicht sind die ersten zwei Teile, bewertet nach Moviereporter-Manier, Sechs-Sterne-Filme, die Messlatte, an der sich das Unterhaltungs- und Blockbuster-Kino messen kann. Große Filme wie Spider-Man oder auch jeder Michael Bay-Actionstreifen, Filme, die ich unter allen Umständen verehre, fallen für mich persönlich aber ab, wenn ich sie inhaltlich, fun-movie-technisch und nach "Sympathie" mit Fluch der Karibik vergleiche. Das also ist mein Standpunkt, von dem aus ich an den nun dritten Teil der Reihe herangegangen bin. Sicher erwarte ich, der auch schon trotz aller eher negativer Kritik den zweiten Teil in den höchsten Tönen lobte und auf eine Stufe mit dem ersten Teil stellte, erneut nichts anderes als einen Sechs-Sterne-Film.

Gestern abend war es dann so weit: um 17 Uhr 30 startete sie offiziell, die Fluch der Karibik-Trilogie, denn wir hatten uns entschlossen, alle drei Teile am Stück zu sehen, was sich letztlich als Glücksfall erwies, da die im Vorfeld befürchetet Müdigkeit ausblieb und auch die Gesamtlänge aller drei Teile zu keinem Zeitpunkt entkräftend oder langwierig erschien. Im Gegenteil: nach den ersten beiden Teilen war man thematisch so sehr in dem Stoff vertieft, dass man das Gefühl genoss, selbst ein Teil der Crew der Black Pearl zu sein.
Wunderbar erstmal, dass der gesamte Cast wieder an Bord war. Angefangen mit Johnny Depp, eigentlich skandalös, dass seine Leistung und innovative Darstellung von Jack Sparrow nun wohl nicht mehr mit einem Oscar ausgezeichnet wird, der in eine der interessantesten und genialsten Figuren der Filmgeschichte geschlüpft ist. Auch Orlando Bloom und Keira Knightley, weder Geoffrey Rush noch Bill Nighy hätten hier ersetzt werden können. Man hatte also die ganze Manschaft an Bord, um einen rundum gelungenen dritten Teil drehen und die Trilogie (wenn es denn eine bleibt) würdig abschließen zu können. Stattdessen aber finden sich im Drehbuch Passagen, die alles andere als gelungen erscheinen.

Während es im ersten Teil die untote Geister-Crew der Black Pearl war, die im Mondlicht ihr wahres Gesicht zeigt, war es im ersten Sequel die Meer-Monster-Crew der Flying Dutchman mit Davy Jones als Kapitän. Und im dritten Teil? Keine Steigerung in dieser Hinsicht. Es kommen lediglich neue Figuren, eine Vielzahl neuer Figuren, hinzu: die Piraten-Fürsten und vor allem die Piraten aus Singapur, allen voran Sao Feng, übrigens durchweg ansehnlich in Szene gesetzt von Chow Yun-Fat. Mehr aber nicht. Na gut, da wäre Calypso, ohne zu verraten, was sich hinter dem Namen verbirgt, und die East India Trading Company übernimmt auch eine noch tragendere Rolle, aber diese Charaktere kannte man ja auch schon durch die Vorgänger. Keine neue große Bösewichter-Crew, was möglicherweise nicht jeden stören wird, für mich aber mit der bekannten "Tradition" bricht. Besser wäre es doch beispielsweise gewesen, eine so erhebliche Übermacht einzubauen, dass sich die anderen Seiten gezwungenermaßen zusammentun müssen, um dagegen anzukommen. Dann hätte man sich sowohl ein weiteres Mal gesteigert, sozusagen erneut "einen drauf gesetzt", hätte trotzdem alle bekannten Figuren (was ja an sich eine sehr gute Idee ist) in dem Film unterbringen können und dennoch nicht mit der gängigen Vorgehensweise gebrochen.

Ein großer Kritikpunkt ist die Darstellung von Sparrows Verrücktheit. Nun werden viele sagen: das war er doch schon immer. Und ich sage: das war er nie. Er war einfach und schlichtweg Jack Sparrow... so wie man ihn liebte. Nun aber, aufgrund der einsamen Verschlagenheit im Reich von Davy Jones, wird Sparrow tatsächlich und im buchstäblichen Sinne verrückt: er führt Selbstgespräche, was allein überhaupt nicht schlimm gewesen wäre, aber die Darstellung ist es. plötzlich sehen wir (Vorsicht Spoiler) nicht nur in einer Szene mehrere Jacks in verschiedenen Formen und um diesem Unsinn die Krone aufzusetzen, auch noch kleine Gewissens-Jack, die aus dem Zottelhaar herauskommen, auf der Schulter von Sparrow platz nehmen und ihm Ratschläge geben. Das alles stört nur, denn es wirkt zu abgefahren, zu unpassend und zu kitschig. (Spoiler Ende) Und überhaupt geht Jack Sparrow, vielleicht mein größter Kritikpunkt, im dritten Teil ein wenig unter, während Will und Elizabeth sich mehr und mehr zu den vordergründigen Charakteren mausern (was auch die obligatorische Abschlussszene verdeutlicht).
Auch stört die Vielzahl der neuen und vor allem unwichtigen Charaktere. Die gesamte Piraten-Rat-Geschichte erscheint mir der falsche Weg zu sein, was ich ja schon eingehend erläutert habe. Für mich liegt das Hauptproblem also am Drehbuch. Man bricht mit der bekannten Vorgehensweise, gibt sich aber alle Mühe, diese scheinbar nötige Steigerung zu bewerkstelligen, dass die Geschichte an sich teilweise auch recht unübersichtlich und konfus wirkt. Auf den Punkt gebracht: die Genialität muss einer übertriebenen und unnötigen Storyflut weichen und der wunderbare Fluch der Karibik-Zauber geht zum Teil verloren.

Bitte versteht mich nicht falsch... der Film ist nicht schlecht, er hat nur lediglich nicht die, sicher sehr hohen, Erwartungen erfüllt.
Dennoch müssen auch die positiven Seiten erwähnt werden. Einleitend hatte ich das schon getan, in dem ich die Idee lobte, alle bekannten Charaktere mit einzubeziehen. Ein solches Wiedersehen ist sicherlich ein Segen, wobei sich die script-technischen Schwächen nicht leugnen lassen. FX-bezogen kann der Film erneut nur brillieren, genau wie seine Vorgänger. Dahingehend sind keine Makel beim ersten Schauen erkennbar. Auch positiv: es werden einige Fragen beantwortet, so zum Beispiel auch, wer die Frau ist, die Davy Jones so abgöttisch liebt.
Nun aber zum großen Plus: das gesamte Finale ist durchweg gelungen und eine reine Augenweide. Schon der Trailer hatte es angekündigt: der Wasserstrudel und die zeitgleiche Seeschlacht, dazu der Nahkampf zwischen Sparrow und Davy Jones... einfach tadellos. auch die Zeitlupensequenz, als das (Vorsicht Spoiler) Schiff der East India Trading Company in die Luft geht... sagenhaft gut (Spoiler Ende).
Auch lustig ist der Film wieder, eine Seite der Trilogie, die stets sehr ordentlich bedient wurde. Sicher, nicht jeder Witz sitzt wie eine Eins und manche wirken auch etwas kindisch, aber im großen und Ganzen hat man erneut seinen Spaß mit Fluch der Karibik.

Fazit: ein unterhaltsamer und gleichsam sehenswerter Film, der aber nicht gegen seine beiden Meilenstein-Vorgänger ankommt. Dahingehend, und nur dahingehend, überwiegt natürlich die Enttäuschung, was in meinem Fall ganz klar am Drehbuch liegt.
Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können: die Crew ist komplett, sowohl auf Seiten der Filmfiguren als auch auf Seiten der Darsteller und Darstellerinnen, die Effekte funktionieren einwandfrei und dem Zuschauer wird ein furioses Finale geboten, dass einem der Atem stockt. Ein Finale, das noch besser ist als das grandiose Ende in Spider-Man 3... untermalt von einem prächtigen Score, aber von Hans Zimmer erwartet man da auch nichts anderes, wobei der Soundtrack des ersten Teils von Klaus Badelt unerreicht bleibt. Aus diesem Grund ist die Bewertung auch noch so hoch ausgefallen. Da Fluch der Karibik 3 als Film an sich natürlich rundum gelungen ist, für einen leidenschaftlichen Fan der Reihe aber leider nicht.

Jetzt kommentieren? / 6 Kommentare

  1. turbo

    turbo / 01.01.2008 20:11:44

    Also dieser Teil war wirklich verrückt. Die Geschichte habe ich teilweise auch nicht auf Anhieb nachvollziehen können.


    4 Sternen

  2. Veremar

    Veremar / 01.01.2008 21:14:34

    Da gebe ich dir recht, war teilweise sehr verwirrend, dennoch nicht schlecht...


    4 Sternen

  3. Kaspian

    Kaspian / 02.01.2008 19:27:20

    Der Schluss war einfach zu viel und dann musste man schooooooon wieder bis nachm Abspann warten...


    nicht bewertet

  4. Jigsaw

    Jigsaw / 16.04.2008 15:33:44

    Ich fand den ersten Teil noch ganz gut aber zwei und drei,ne das war nicht wirklich was.Depp hat eine gute schauspielrische Leistung geboten aber die Filme wurden zusehend verwirrender und man hat nicht mehr so richtig durchgeblickt.


    nicht bewertet

  5. mye

    mye / 16.04.2008 16:57:43

    also sowohl teil 1 und 2 sind für mich glatte sechs sterne filme


    4 Sternen

  6. AnthonyDiNozzo

    AnthonyDiNozzo / 04.06.2008 16:52:04

    Schöner Film! Aber der erste ist und bleibt der beste!

    Ps:
    Vierter Teil von "Fluch der Karibik" mit Johnny Depp offiziell bestätigt
    Gerüchte, dass es einen vierten Teil von "Fluch der Karibik" geben könnte, kamen kurz nach dem Kinostart des dritten Teils auf (sn berichtete). Jetzt wurde der vierte Teil offiziell bestätigt.
    Johnny Depp soll bereits den Filmvertrag unterschrieben haben. Wie es um die anderen Darsteller bestellt ist, ist momentan nicht bekannt.
    Der Titel des vierten Teils, in dem Depp die Rolle des Captain Jack Sparrows inne hat, soll "Fluch der Karibik - Der Quell des ewigen Lebens" heißen.


    5 Sternen


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Fluch der Karibik - Am Ende der Welt (Pirates of the Caribbean: At World's End)
Buena Vista International (Germany) GmbH

Regisseur

Gore Verbinski

Schauspieler

Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Geoffrey Rush, Jonathan Pryce, Bill Nighy, Chow Yun-Fat, Tom Hollander, Stellan Skarsgård, Kevin McNally, Jack Davenport, Mackenzie Crook, Lee Arenberg, Martin Klebba, Greg Ellis, Reggie Lee, David Bailie, Naomie Harris, Stephen Ananicz, Peter Donald Badalamenti II, Andy Beckwith, JB Blanc, Faouzi Brahimi, Vanessa Branch, Sergio Calderón, Mathew Cape, West Cummings, Ryan de Quintal, Winston Ellis, Sebastien Esfandiary, Justin Geer, Nate Golon, Phillip James Griffith, Portis Hershey, Patrick Hume, Marc Joseph, Hakeem Kae-Kazim, Dermot Keaney, Marco Khan, Slim Khezri, Michelle Lee, Daniel Ligman, Jonathan Linsley, Chi Moui Lo, Lauren Maher, Marshall Manesh, Gilles Marini, David Meunier, Jimmy Ng, Ashley O'Connor, Ellyas Razaqi, Wali Razaqi, Keith Richards, Russ Russo, Roberto Santana, David Schofield, Chris Symonds, Angel Tagudin II, Donny Tran, Ho-Kwan Tse, Tyler Tuione, Natalie Victoria, Adrienne Wong, David Zahedian

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