Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns
Bridget Jones: The Edge of Reason
Inhalt
Bridget Jones und eine Vielzahl neuer, ja man muss schon fast sagen atemberaubender, Abenteuer, die es zu bewältigen gilt. Das Sequel führt uns gemeinsam mit der Protagonistin an den Rand des Wahnsinns.Bridget Jones - The Edge Of Reason ist das Sequel zu Bridget Jones -Schokolade zum Frühstück, dem ersten Teil einer möglicherweise angehenden Kultreihe, der im Jahr 2001 in den Kinos lief - die Zeitung Welt veröffentlichte am 14. April 2001 folgende Zeilen hinsichtlich der Hauptfigur Bridget Jones: "Sie ist der Albtraum unserer trendigen Fit-for-Fun-Gesellschaft, die Fürstin der Fettnäpfchen, die Antithese zur ach so coolen, knackigen, karrierebewussten Klischeelady, wie sie in den Hochglanzmagazinen propagiert wird".
Geschichtlich erleben wir eine direkte Verknüpfung der Lebensinhalte von Bridget Jones (Zellweger) mit dem ersten Teil. Sie schwebt auf der buchstäblichen Wolke mit der aussagekräftigen Nummer sieben (wenn sie dafür nicht schon zu schwer ist… Verzeihung). In ihrem Bett liegt der erfolgreiche Anwalt Mark Darcy (Firth) und Bridget spricht vor allem in den Anfangsminuten ununterbrochen von dem guten und häufigen Sex der beiden Verliebten. Sie ist glücklich, ja das ist sie tatsächlich, und möchte es am liebsten in die Welt hinausschreien, doch das wäre wohl zu anstrengend, möchte man meinen, denn physisch hat sich die immer sympathische, aber in verbaler Hinsicht manchmal doch recht offenherzig direkte Bridget zum Vorgänger nicht verändert… noch immer ist sie ein wenig pummelig, was wir den Filmplakaten natürlich auch sofort entnehmen konnten, aber nie so richtig übergewichtig, nein, das nun wirklich nicht. Und vielleicht soll sie das auch gar nicht sein, möglicherweise soll sie ja gerade diese Suche nach dem allübergreifenden Schönheitsklischee -oder Wahn- verkörpern (im wahrsten Sinne des Wortes verkörpern), diese zutiefst negative Meinung bezüglich des eigenen Körpers, die sich manchmal auch einfach einem Rande nähert… nämlich dem Rande zur Einbildung. Aber das nur unterschwellig. An der Oberfläche treibt Bridget - und sie treibt es wild, das würde sie uns liebend gerne den gesamten Film über erzählen.
Sie ist eben die ehrgeizige Powerfrau, das kann man in gewisser Weise schon sagen; und erst recht, wenn es um ihren Beruf geht, denn sie ist ja eine mehrfach ausgezeichnete Journalistin... na gut, vielleicht nicht ausgezeichnet.
Der zweite Teil beginnt in schwindelerregender Höhe. Bridget soll im Zuge einer Reportage einen Fallschirmsprung wagen und tut dies nach minutenlangem Zögern auch schließlich, hat aber plötzlich so ihre Schwierigkeiten, den Schirm zu öffnen… und wenn wir nicht wissen würden, dass der Film gerade erst begonnen hat, wir würden schon jetzt Angst um die liebe Bridget haben. Doch im Endeffekt war auch die Einleitungsszene nur wieder ein kleiner Hinweis auf jene Eigenschaft, die sie nun mal auszeichnet – sie ist tollpatschig und wandelt irgendwie immer auf einem schmalen, sehr sehr schmalen, Grad zwischen charmanter Genialität und tollkühner Peinlichkeit.
The Edge Of Reason ähnelt seinem Vorgänger vom Aufbau und Ablauf her recht stark, was aber nicht verwerflich ist. Warum nicht einem Stil treu bleiben, vor allem, wenn der erste Teil so erfolgreich war und weltweit 280 Millionen Dollar eingespielt hat? Bridget stolpert förmlich von einem Missgeschick in das nächste; gut, das ist der übliche rote Faden einer Komödie solcher Art, in der das Leben eines Menschen im Vordergrund steht und auf humoristische Weise belichtet wird. Nur geht Am Rande des Wahnsinns sogar noch einige Schritte weiter und lässt unsere Heldin nicht nur aus einem Flugzeug springen, sondern konfrontiert sie auch mit den ziemlich risikoreichen Themen Drogenschmuggel und Extremsportart (na gut, zumindest für sie erscheint es wie eine extreme Sportart - und für uns Zuschauer natürlich auch).
Das Dreiergespann der zentralen Darsteller wird uns auch hier präsentiert, womit die erste Voraussetzung für ein gelungenes Sequel gegeben wäre, denn was gibt es schlimmeres als eine Fortsetzung mit anderen Schauspielern (Beispiel: xXx2)… genauso großer Mist wie eine neue Synchronstimme bekannter Darsteller.
Hugh Grant hat allerdings nur eine recht kurzweilige Rolle, denn die von ihm gespielte Figur Daniel Cleaver taucht so richtig nur in Thailand auf, wo sich Daniel und Bridget näher kommen… hiermit ist aber nur die Tatsache gemeint, dass sie sich unweigerlich nahe sind, es heißt nicht, dass sie sich auch körperlich wieder näher kommen. Denn dafür ist ja eigentlich Mark da, obwohl es während des Films immer wieder Auseinandersetzungen zwischen ihm und Bridget gibt, die endlich die magischen Worte von dem konservativen Anwalt hören möchte, der an jedem Abend seine Unterhosen faltet.
Hervorheben möchte ich Renee Zellweger, nicht nur aufgrund ihrer unglaublichen Veränderung (sie hat für die Rolle der Bridget 18 Kilo zugenommen), sondern schlicht wegen ihrer berauschenden Art und Weise, diese Rolle zu verkörpern. Ihr Mimikspiel ist sympathisch ohne Ende und sie schafft es, dass einem die extravagante Person nie auf den Geist geht, nein, vielmehr wird sie einem charmanter je mehr Minuten des Films verstreichen.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Kultroman der Autorin Helen Fieldings.
Kritik
Der erste Teil war langweilig und in Sachen Comedy nur äußerst vage bespickt. Die Geschichte war, als herausgefiltertes Puzzleteil eines individuellen Lebens, interessant, aber ohne gute Lacher kommt eine Komödie eben nicht aus. Umso erfreulicher, dass The Edge Of Reason richtig gut war. Die Komik hat sich gesteigert und das nahezu virtuos und die Story ist noch abgefahrener als die des Vorgängers. Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns lohnt sich definitiv - sie werden eine Menge Spaß haben und einen angenehmen Abend (vorausgesetzt sie schauen den Film nicht zum Frühstück… vielleicht mit einer Tafel Schokolade) verbringen und genießen.Jetzt kommentieren? / 0 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Renée Zellweger, Gemma Jones, Jim Broadbent, James Faulkner, Celia Imrie, Dominic McHale, Colin Firth, Donald Douglas, Shirley Dixon, Neil Pearson, Rosalind Halstead, Luis Soto, Tom Brooke, Hugh Grant


