Verfasst von Sebastian Müller am 24.04.06 17:27:35 - 2 Kommentare

Ein Mann wie Dynamit

10 to Midnight

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.0/6 Sterne.
Leserwertung (1): 6.0 / 6

Land USA

Genre Action, Drama, Thriller

Laufzeit: 101

Jahr 1983


Kinostart: 26.08.1983
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Inhalt

Charles Bronson sieht diesmal als Cop Rot

Leo Kessler (Charles Bronson) ist ein harter Cop. Der auch mit unlauteren Mitteln Verbrecher in den Knast befördert. Nun bekommt dieser den jungen Detective Paul McAnn (Andrew Stevens) an die Seite gestellt. Beide sollen sie die blutigen Morde an jungen Mädchen bearbeiten. Im Laufe der Ermittlungen der beiden fällt Warren Stacy (Gene Davis), ein durchtrainierter Karatekämpfer, ins Täterprofil. Dieser ist auch der Täter. Nur können Kessler und McAnn dem Mann nichts nachweisen. Auch die Androhung Kesslers dem jungen Mann Gewalt zuzufügen bringt kein Geständnis ein. Im Gegenteil Stacy wird freigelassen. Kessler, der genau weiß das Stacy der Mörder ist, bleibt nichts anderes übrig als Beweise zu fälschen und den Kerl hinter Gitter zu bringen. Aber vor Gericht bricht sein ganzes Lügenkartenhaus zusammen. McAnn, der gesetzestreu ist, sagt nun wohl oder übel vor Gericht gegen Kessler aus und gibt zu, das dieser Beweise gefälscht habe. Stacy wird daraufhin freigelassen und Kessler vom Dienst suspendiert. Dies ist aber nicht dessen einzigstes Problem, denn Stacy hat sich schon ein neues junges Opfer ausgesucht, nämlich Kesslers Tochter Laurie (Lisa Eilbacher). Als aber dies passiert wird Kessler zu Dynamit.

Kritik

In den 70ern und 80ern war Charles Bronson neben Clint Eastwood, das Gute, das alles verbrecherische in der Welt über den Haufen knallte. Vor allem Bronson wurde durch seine Rolle in Ein Mann sieht Rot zur Rächerfigur wider Willen, den er aber auch bis spät in die 80er hinein gerne verkörperte. In Ein Mann wie Dynamit war er diesmal ein Cop der gerne das Gesetz selber in die Hand nimmt.
In dem Film erkennt man das an vier Szenen. Erste Szene: Kessler erzählt McAnn die Geschichte eines Mannes, den er einmal verhaftete da er seine Frau umgebracht hatte, aber wegen geistiger Umnachtung wieder freigelassen wurde. Später erschoß dann dieser Mann wieder eine Person. Man kann sich ja genau denken was Kessler schon nach dem Mord bzw. nach dem zweiten Mord mit dem Mann gerne gemacht hätte. Zweite Szene: Kessler will Gewalt anwenden um Stacy zum Geständnis zu bringen, wird aber von seinen Kollegen zurückgehalten. Später will er ihn noch mal ins Revier vorladen um ihn dann zum reden zu bringen. Dritte Szene: Kessler fälscht die Beweise um Stacy verhaften und vor Gericht bringen zu können. Vierte Szene und wer nicht wissen will wie der Film ausgeht sollte nicht weiterlesen: Kessler erschießt den Mörder ohne Not. Nachdem dieser erzählt, das wenn er verhaftet wird, er doch wieder freikäme, da er ja geistig nicht auf der Höhe sei.

Regie bei dieser Form des Ein Mann sieht Rot-Themas führte J. Lee Thompson mit dem Bronson in den 80ern gerne arbeitete und wieder solche genretypischen Filme drehte. Unter anderem Der Liquidator und Death Wish 4.

Für die damaligen Verhältnisse inszenierte Thompson den Film sehr erschreckend. Der Mörder tritt immer splitternackt auf, nur mit Handschuhen bekleidet um seine Opfer mit einem Küchenmesser zu meucheln. Dabei gibt es dann schrille Musik sowie schnelle Kamerafahrten auf das Gesicht der Opfer bzw. Blutspritzer sind zu sehen. Heute wirkt das Ganze aber unfreiwillig komisch.
Eine Szene die heute auch unfreiwillig komisch rüberkommt ist die im Polizeirevier. Wenn Kessler aus dem Verdächtigen ein Geständnis bekommen will. Dann schüttelt der den auf einmal so was von durch. Man könnte fast meinen das ganze wurde von Bronson improvisiert und Gene Davis, der den Mörder spielte, wurde davon genauso überrascht wie der Zuschauer selbst.

Wenn wir schon bei dem Darsteller des Mörders sind. Dieser spielt den durchgeknallten von den Frauen verschmähten Mörder mit so einer Ruhe und Aura das man fast glauben könnte der wäre im richtigen Leben genauso ein Mensch. Bronson spielt natürlich das was er am besten kann bzw. konnte. Den Cop der fast immer grimmig drein guckt. Als Gegenpol zu Kessler gibt es dann Detective McCann. Dieser wird gespielt von Andrew Stevens, besser bekannt aus Teufelskreis Alpha mit Kirk Douglas, und verkörpert eher den Sonnyboy-Cop. Dieser ist neu bei der Mordkommision und das Gegenteil von Kessler. Eher dem Gesetz verbunden. Dies wird durch zwei Sequenzen im Film belegt. Die erste: Als Kessler den Chef bietet Stacy nochmals vorzuladen um aus ihm ein Geständnis herauszuprügeln verweigert McCann diesen Vorschlag. Die zweite: McCann sagt gegen Kessler vor Gericht aus, er habe ja die Beweise verfälscht um den Beschuldigten verhaften zu können. Allerdings gibt es im Spiel Stevens so einige Differenzen. Und das schauspielerische Können blinzelt nicht so hervor. Vielleicht auch deshalb wechselte dieser dann ins Produzenten- und Regiefach.

Die Moral des Films ist auch mehr als fragwürdig. Die Figur Kesslers fälscht Beweise um einen Verdächtigen hinter Gitter bringen zu können. Wer wieder nicht wissen will wie es weitergeht bitte nicht weiterlesen: Oder im schlimmsten Fall bringt er den Täter ohne mit der Wimper zu zucken um. Nur weil dieser behauptet auf unzurechnungsfähig zu plädieren und dann wieder aus dem Gefängnis kommt.
Richtig oder Falsch, dass muss jeder Zuschauer für sich entscheiden.
Obwohl schaut man sich das Produzentenduo des Films an braucht man sich über die fragwürdige Moral nicht zu wundern. Wurde dieser doch von Golan-Globus produziert. Dieser zeichneten sich ja vor allem in den 80er Jahren verantwortlich für die meisten Charles Bronson- bzw. Chuck Norris-Filme. Also erst alles kurz und klein machen und dann erst fragen. Oder Selbstjustiz ole!

Da die Szenen früher hart und die Moral auch sehr fragwürdig war bzw. ist, wurde der Film damals mit einer FSK:18-Freigabe und einer Indizierung belohnt. Jetzt aber liebe Leser ist der Film neu geprüft worden und frei ab 16 Jahren. Also falls sie ihn mit einer 16er Freigabe sehen: Hier ist nichts gekürzt. Alles ist drin.

Fazit: Ein Film den man sich ansehen kann, aber nicht muss. Wer sich für ihn entscheidet wird mit einem Charles Bronson-Relikt aus den 80er Jahren entschädigt. Zwar ist die Inszenierung recht altbacken, aber sie weiß durchaus für ungefähr 98 Minuten zu unterhalten.
Ausser man fühlt sich von der Moral des Filmes angegriffen. Für Charles Bronson- und 80er Jahre-Filme-Fans uneingeschränkt zu empfehlen.

Jetzt kommentieren? / 2 Kommentare

  1. UltimateSONIC

    UltimateSONIC / 28.12.2007 20:37:19

    Bronson ist einfach DER Dude schlechthin! :D


    6 Sternen

  2. Gambit521

    Gambit521 / 23.07.2008 05:15:41

    DUDE SCHLECHTHIN, vergisst CHUCK NORRIS


    nicht bewertet


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