Nacho Libre
Inhalt
In seinem neuen Film verkörpert Jack Black einen eigenwilligen Kloster-Koch mit schlagkräftigem Zweitjob. "Nacho Libre" - Gute Laune als Mission.Ignacio (Jack Black) der Sohn einer schwedischen Missionarin und eines mexikanischen Diakons wird nach dem Tod seiner Eltern als Waise in einem Kloster in Mexiko aufgenommen. Schon seit frühester Kindheit träumt er davon Profi-Wrestler im Lucha Libre zu werden, der mexikanischen Variante des Show-Wrestlings. Doch das ist unter den Mönchen natürlich absolut verpönt und anstatt Karriere im Ring zu machen wird Ignacio kurzerhand zum Koch degradiert.
Als erwachsener Mann fristet er immer noch sein Dasein in der Küche und seine Kochkünste sind nicht gerade berühmt im Kloster. Aber das liegt laut seiner eigenen Aussage nicht an seinem Können, sondern an den minderwertigen Zutaten die ihm zur Verfügung gestellt werden. Er sehnt sich nach Aufmerksamkeit und Respekt und fühlt sich im Kloster irgendwie fehl am Platz und dennoch gibt es eine wichtige Aufgabe für ihn: er kümmert sich rührend und mit seinem ganzen Herzen um die kleinen Waisen.
Eines Tages kommt die schöne Ordensschwester Encarnación (Ana de la Reguera) in das Kloster, für die Ignacio sofort Feuer und Flamme ist. Ihre Ankunft bestärkt ihn in seinem Entschluss seinen Kindheitstraum zu verwirklichen und doch noch in den Ring zu steigen. Er will den Waisen endlich etwas Vernünftiges zu Essen bieten können und Encarnación beweisen aus welchem Holz er geschnitzt ist.
Er begibt sich also in die Stadt und findet dort in dem spindeldürren Esqueleto (Héctor Jiménez) einen Trainings- und Kampfgefährten. Die beiden steigen schließlich für einen kleinen Schaukampf in den Ring… und werden nach Strich und Faden verprügelt. Und dennoch ist es ein recht lukratives Geschäft für die Beiden, denn auch für die Unterlegenen gibt es Geld. Fortan führt Ignacio als "Nacho Libre" ein Doppelleben und sorgt so endlich für gutes Essen im Kloster. Doch die Aufmerksamkeit von Encarnación kann er trotzdem nicht richtig für sich gewinnen – und er will auch endlich einmal einen Kampf gewinnen…
Kritik
"Nacho Libre" ist eine Mischung aus Komödie und Sport mit durchaus auch dramatisch angehauchten Momenten. Zudem wurde der Film von einer wahren Begebenheit inspiriert. Er bringt dem Zuschauer die schrille Welt des Lucha Libre, der mexikanischen Variante des Show-Wrestlings, und ihre Kämpfer, die so genannten Luchadores nahe. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Hochglanzsportkomödie wie beispielsweise "Ricky Bobby", sondern diese Kämpfe finden eher in kleinen und bisweilen schmutzigen Arenen statt. Die Wrestlingszenen wirken dabei von einer Ausnahme abgesehen sehr realistisch. Hier kommen zum Teil echte Luchadores zum Einsatz. Aber auch Hauptdarsteller Jack Black macht keine schlechte Figur als Wrestler, obwohl er meistens verprügelt wird. Lucha Libre genießt in Mexiko hohes Ansehen und rangiert gleich nach Fußball auf Rang zwei der beliebtesten mexikanischen Sportarten und verbindet dabei Fans aller Gesellschaftsschichten. Es ist ein Mix aus Akrobatik, Zirkus und professionellem Wrestling. Um die Luchadores ranken sich viele Legenden und Niemand kennt ihre wahre Identität, denn sie alle tragen Masken, die sie in der Öffentlichkeit niemals abnehmen. Das mutet teilweise ziemlich merkwürdig an. Im Film gibt es eine Partyszene auf dem Anwesen eines Wrestlingmanagers. Auf die Party sind natürlich auch viele Kämpfer geladen – und sie alle laufen mit Anzug und Maske herum.In Szene gesetzt wurde "Nacho Libre" von Jared Hess der mit seinem Erstlingsfilm, der Independent-Komödie "Napoleon Dynamite" einen Überraschungserfolg landen konnte. Ihm gefiel die Idee eine Komödie über das Lucha Libre zu verwirklichen und arbeitete auch am Drehbuch mit. Der Film spielt an Originalschauplätzen in Mexiko, wodurch ihm ein hohes Maß an Authentizität verliehen wird. So bietet der Film neben Komik und Akrobatik auch zusätzlich noch schöne Landschaftseinstellungen. Die Kampfatmosphäre in den kleinen schmutzigen Dorfarenen wurde auch sehr gut umgesetzt. Des Weiteren lebt der Film überwiegend von Situationskomik und steht und fällt mit seinem Hauptdarsteller. Der große Erfolg in den USA beweist, dass der Regisseur wieder einmal alles richtig gemacht hat, denn der Film hat dort schon mehr als 80 Millionen US Dollar eingespielt. Für die Hauptrolle konnte sich das Filmteam keinen besseren Darsteller als Jack Black vorstellen. Er vereint das komische Talent mit einer physischen Kraft, die wie geschaffen für diese Rolle ist. Und auch wenn er eine Maske trägt, hat er noch eine große Ausdruckskraft – das alles passt perfekt zusammen.
Also nahm Jack Black auch die Rolle des Ignacio alias Nacho Libre an, der in einem klösterlichen Waisenhaus seinen Platz in der Welt sucht. Abgesehen von der Rolle reizte ihn die Möglichkeit mit Regisseur Jared Hess zusammen zu arbeiten. Black ist zudem einer der Produzenten des Films. Er eignete sich eigens für seine Rolle einen spanischen Akzent an, denn der Film erzählt nun mal eine mexikanische Story. Sein typischer Humor und seine physische Komik regen einfach zum Lachen an.
Nachos Eltern waren eine skandinavische Missionarin und ein mexikanischer Diakon, die sich gegenseitig versuchten zu bekehren, aber stattdessen heirateten. Nach dem Tod seiner Eltern wird Nacho in ein Kloster gesteckt und wird in dieses Leben gezwungen. Auch als er erwachsen ist befindet er sich immer noch dort und kümmert sich nun seinerseits um die Waisen. Er ist der lustige Typ unter all den disziplinierten Mönchen. Er ist der Kamerad, den die Kleinen in ihrem Leben brauchen. Aber er wird nie wirklich von den Mönchen im Kloster akzeptiert, sie respektieren ihn einfach nicht. Er fühlt sich ständig ein wenig von ihnen ausgenutzt. Als er sich dazu entscheidet ein Luchador zu werden erwacht plötzlich etwas in ihm zum Leben. Er erfüllt sich endlich seinen Kindheitstraum und nimmt dafür gerne ein Doppelleben in Kauf, denn die Mönche dürfen von seinen außerklösterlichen Aktivitäten natürlich nichts wissen. Außerdem will er die neue Ordensschwester Encarnación beeindrucken. Er will ihr immer helfen, aber gerät dabei scheinbar jedes Mal in Schwierigkeiten. Das bekräftigt ihn zusätzlich in seiner Entscheidung Luchador zu werden. Er ist von ihr betört, aber alles was zwischen den beiden passiert ist süß und unschuldig. Er mag sie einfach und möchte ihre Zuneigung für sich gewinnen. Black selbst sagt in seiner typischen komischen Art über seinen Part, dass er einige angeborene Fähigkeiten hätte und einfach dafür bestimmt war. Nun ja, ob er der Prototyp eines Wrestlers ist bleibt zu bezweifeln, aber es scheint, als habe er für seine Rolle das eine oder andere Pfund zugelegt.
Die Filmemacher waren sich bewusst, dass sie bei einer Besetzung der Hauptrolle mit einem Amerikaner, wenigstens die wichtigsten Nebenrollen mit mexikanischen Darstellern besetzen mussten, da wie gesagt eine mexikanische Geschichte erzählt wird.
Als weibliche Hauptdarstellerin wurde die bekannte mexikanische Telenoveladarstellerin Ana de la Reguera engagiert. Sie agiert als bezaubernde aber zugeknöpfte Ordensschwester Encarnación, die sich rührend um die Waisen kümmert. Sie versucht immer ihr Bestes zu tun, auch wenn das Kloster arm ist und nicht viel bieten kann. Ana ist wunderschön und engelsgleich, genau passend für diese Rolle und sie besitzt zudem noch komödiantisches Talent, dass in ihrem gemeinsamen Szenen mit Jack Black zum Tragen kommt.
Héctor Jiménez spielt Nachos spindeldürren Wrestlingpartner Esqueleto. Er wurde von den Filmemachern während eines öffentlichen Castings in Mexiko entdeckt. Er war genau der richtige Mann für diese Rolle, die von Anfang an auf einen Mann mit einem Gewicht von etwa 67 – 70 Kilogramm angelegt war – er hielt sein Gewicht aber sogar ständig bei gerade einmal 58 Kilogramm. Er ist die perfekte Ergänzung, beziehungsweise das genaue Gegenteil von dem leicht übergewichtigen Nacho. Das macht ihn zwar schnell und wendig, allerdings kann er auch durch einen einzigen Schlag umgehauen werden.
In einem Cameo ist außerdem Peter Stormare als "König der Zigeuner" zu sehen.
Abschließend noch einige Worte zum Soundtrack. Hier gibt es überwiegend mexikanische Klänge zu hören, was auch sonst. Aber ein Lied bleibt irgendwie hängen – es ist das Titellied des Films gesungen von Mr. Loco und heißt "Religious Man". Dieses Lied erinnerte mich spontan an die Klassiker von Guido & Maurizio de Angelis, die einst die Musik zu den Bud Spencer & Terence Hill Filmen beisteuerten.
Fazit: "Nacho Libre" ist keine gewöhnliche, aber dennoch eine eher durchschnittliche Komödie mit einem guten Jack Black in der Hauptrolle. Seine Fans und auch die Fans des Wrestlings kommen sicher trotzdem auf ihre Kosten.
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Regisseur
Schauspieler
Jack Black, Héctor Jiménez, Ana de la Reguera, Moises Arias, Lauro Chartrand, Troy Gentile, Cesar Gonzalez, Carla Jimenez, Dominick Kurek, Peter Stormare



Veremar / 09.12.2007 15:58:30
Sehr lustig! Jack Black Fans werden nicht enttäuscht.
4 Sternen
Steffen / 10.12.2007 16:22:56
Als Jack Black Fan muss ich sagen, das war einer seiner schwächeren Streifen, aber trotzdem sehenswert.
4 Sternen