Verfasst von André Gabriel am 29.04.05 00:00:00 - 6 Kommentare

Shaun Of The Dead

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (14): 4.71 / 6

Land Großbritannien

Genre Komödie, Parodie

Laufzeit: 99

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 30.12.2004
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Inhalt

Zwei Briten bearbeiten Zombieschädel mit Schallplatten, nachdem ein Virus die Bewohner Londons in Untote verwandelt hat - die Parodie eines erfolgreichen Zombie-Streifens von dem britischen Comedy-Duo Edgar Wright und Simon Pegg.

"Du hast da was rotes" - diese Information zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und nicht umsonst wird hier die Farbe Rot verwendet, die einen wesentlichen und häufigen Bestandteil von Shaun Of The Dead darstellt.

Der Film ist eine Parodie von Dawn Of The Dead, der im Jahr 2004 im Zuge eines Zombie-Film-Booms äußerst erfolgreich war und wiederum ein Remake des aus dem Jahr 1978 stammenden George A. Romero-Klassikers Zombies: Dawn Of The Dead ist… und es handelt sich um eine gelungene Parodie, wenn man das Original denn auch gesehen hat. Dann werden sie, rein oberflächlich betrachtet, die Grundzüge wieder erkennen. So wird die Haupthandlung von Dawn Of The Dead immer wieder von schnellen, kurzen Cuts unterbrochen, die man hier -in Shaun Of The Dead- in derselben Form, aber mit anderem Inhalt erlebt. Mit diesem Stilmittel wird der Film eingeleitet und es ist eine vortreffliche Einleitung, denn während jene Cuts im Original aus Bildern von Zombies, die blutverschmiert und nach Menschenhirn trachtend brüllen, wandeln und Opfer suchen, beherrscht werden, liefern uns die Miniszenen in der Parodie schlicht alltägliche Augenblicke wie die morgendliche Toilette oder Zähneputzen; nur eben in derselben Art und Weise, die bedrohlich, einschüchternd, verängstigend wirken soll. Also zusammenfassend: die Einleitung von Shaun Of The Dead ist somit zwar in Ordnung, lässt aber bereits die Hoffnung keimen, dass der Film in Sachen Humor noch ein wenig an Qualität gewinnt.

Shaun (Pegg) -Alter: Ende zwanzig- arbeitet als Verkäufer in einem Geschäft für technische Geräte, verbringt seine Freizeit am liebsten in dem Pub Winchester und lebt unter anderem mit seinem Freund Ed (Frost) in einer Wohnung, die recht wenig Putzmittel und Staubsauger zu sehen und hören bekommt, dafür aber umso häufiger die Klänge der von den beiden Freunden auserwählten Schallplatten sowie die der Computerspiele, die den Alltag neben dem Winchester bestimmen. Nur ist da noch eine Person in Shauns Leben, die mit der Situation weniger zufrieden ist: seine Freundin Liz (Ashfield) - eine Beziehung, die scheinbar dazu prädestiniert ist, beendet zu werden. Sie möchte ihre Abende nicht weiter in dem favorisierten Pub verbringen und sieht der Zukunft mit mehr als einem kritischen Auge entgegen. Es folgt ein unausgesprochenes Ultimatum, das aber selbst Shaun erkennt, es im Endeffekt nur wieder einmal vergisst. Und so beendet Liz die Beziehung, als Shaun ihr erneut vorschlägt, den Abend, den sie eigentlich anders geplant hatte und der nur aufgrund der Schusseligkeit von Shaun nicht zustande gekommen ist, im -mittlerweile nahezu legendären- Winchester zu verbringen.

Edgar Wright und Simon Pegg sind in England wesentlich bekannter, als im Rest der Welt, wobei ihr Filmdebüt Shaun Of The Dead den Bekanntheitsgrad sicher um einiges in die Höhe schnellen lassen hat. Der Regisseur Wright und der Drehbuchautor und Darsteller Pegg sind auch die Macher der Kultserie Spaced.

"Willst du Clyde sehen?" - diese Frage, und das, was dann folgt, spiegelt im Grunde genommen die Hilfe und den Ratschlag von Zed wieder, den er Shaun gibt, als dieser von seiner Freundin verlassen wird. Wo sitzen die beiden und trinken ihr Bier? Ich denke, die Frage ist rhetorisch, sie wissen es. Übrigens: freuen sie sich auf Clyde, denn diese Affenimitation von Zed, was wiederum den Horizont und die Auffassung eines prächtigen Lebens des arbeitslosen Freundes wunderbar darstellt, gehört zu den wirklich guten Lachern, die aber leider nur äußerst spärlich sind. Und an dieser Stelle komme ich auch zum Manko des Films. Simpel: ich habe einfach mehr erwartet; zumindest in humoristischer Hinsicht. Mehr Weg-Schmeiß-Lacher, von denen ich nur noch zwei im Sinn habe (eine davon die eben angedeutete Affenimitation). Der Film ist voll von guten Schmunzlern und, verstehen sie mich nicht falsch, macht auch von der ersten bis zur letzten Minute Spaß, nur handelt es sich halt um eine Parodie, die bekanntermaßen komödiantische Züge aufweist… und je mehr, desto besser ist der Film eben; vorausgesetzt die Qualität stimmt.

Neben den zur Geschichte (und zum Genre) passenden Charakteren -allen voran natürlich Shaun und Zed, die eine prächtig dahervegetierende (in Computer- und Alkoholhinsicht) sofafaule und kneipenhockerbesetzende Männerfreundschaft liefern- zeigt der Film auch in Bild und Ton außerordentliche Qualitäten, wenn man bedenkt, dass es sich eher um eine Low-Budget-Produktion handelt. Die Effekte sind erstaunlich gut und halten problemlos mit den Bluteffekten des Vorgängers mit. Das Zombie-Make-up verhält sich ebenso, wirkt realistisch, wenn man in diesem Zusammenhang von Realismus sprechen möchte. Auf den Punkt gebracht: es sieht gut aus, die Wunden, die irgendwie toten Augen, die Zombies unterscheiden sich in keiner Weise von den Untoten aus Dawn Of The Dead, um nur bei einem Film dieses Genres zu bleiben.

Ansonsten verhält sich der Film auch bezüglich seines zu parodisierenden Genres äußerst gleich. Es wird sogar versucht, das übliche Stilmittel -Schockeffekte- zu kopieren, beziehungsweise als imitiertes Mittel in den Film einzubauen, jedoch ebenfalls eher in ironischer Hinsicht, denn wir finden eine Reihe von typischen Schockmomenten: Person läuft Straße entlang, Nahaufnahme, plötzlich andere Person ins Bild und laute Musik. In dieser Art und Weise wird dem Zuschauer also auch in stilistischer Hinsicht eine Parodie entgegengebracht, denn in diesem Film wirken jene Effekte nicht schockierend, sondern eben nur belächelnd genretypisch.
Außerdem ist Shaun Of The Dead gespickt von gutem Splatter, der die Altersfreigabe allerdings nach oben geschraubt hat, aber aufgrund der Geschichte dennoch passt. So ist der Film sicher die brutalste Komödie, die sie je sehen werden.

Kritik

So, Fazit: den Film kann man sich unter allen Umständen ansehen. Er ist lustig, könnte aber noch lustiger sein.

Noch eine Erkenntnis zum Schluss: Zombies, und denken sie daran, wenn sie wieder von dieser Review aufsehen, sind in ihren Bewegungen und ihrem Verhalten eine Schablone zu betrunkenen und müden Menschen… oder umgekehrt.

Shaun Of The Dead - eine romantische Komödie… mit Zombies.

Jetzt kommentieren? / 6 Kommentare

  1. DocProc

    DocProc / 18.12.2007 21:54:59

    Edgar Wright und Simon Pegg haben meiner Meinung nach das Zeug noch einige gute Filme zu machen! Die beiden und Frost als Zed haben meinen Humor total getroffen und mich spätesens nach Hot Fuzz überzeugt.


    5 Sternen

  2. Kaspian

    Kaspian / 18.12.2007 23:42:46

    Bei der Machhht von Grayssssskuuuuuulllllll!


    nicht bewertet

  3. Veremar

    Veremar / 19.12.2007 10:08:01

    Hahaha... war echt total lustig!


    4 Sternen

  4. Jigsaw

    Jigsaw / 09.04.2008 19:41:05

    Trockener britischer Humor und Zombies der Film kann sich sehen lassen genau wie die Hauptdarsteller.


    4 Sternen

  5. Kenny

    Kenny / 12.04.2008 18:32:47

    am besten find ich das ende mit den zombies als haustiere


    5 Sternen

  6. Jigsaw

    Jigsaw / 12.04.2008 22:14:16

    Ja fand ich auch gut,diese Idee haben sie ja weitergeführt in dem Film Fido.Würd mich mal interessieren wie ihr den so fandet.Ich fand ihn sehr gut gemacht,der Stil vor allem,dieser 40er 50er Jahre Look und die Idee Zombies zu einer Art Arbeiterkaste zu machen.


    4 Sternen


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