Rang de Basanti - Die Farbe Safran
Rang de Basanti
Inhalt
"Rang De Basanti" (2006)Inhalt
"Rang De Basanti" erzählt die Geschichte von fünf bzw. acht jungen Leuten im Delhi von heute. Sie sind Studenten bzw. Fast-Studenten (Kunal Kapoor, Siddharth, Sharman Joshi), Pilot der indische Luftwaffe (R. Madhavan), Moderator im Nachtprogramm von All-India Radio, Aktivist einer extremistischen Partei (Atul Kulkarni) oder Lebenskünstler (Aamir Khan). Ihr Leben und ihre Zukunft wird herausgefordert, als sie an dem Filmprojekt der jungen Engländerin Sue (Alice Patten) teilnehmen und als Schauspieler der Gruppe der politischen Aktivisten um Bhagat Singh und Chandrashekhar Azad der 20er Jahre agieren. Im Laufe des Projekts wird ihr Leben in zunehmenden Maße eins mit dem der Gruppe um Bhagat Singh. Sie entschliessen sich, genau wie Bhagat Singh, nicht länger zu warten sondern zu handeln. ...
Kritik
HintergrundDas Leben der Gruppe um Bhagat Singh, der 1928 den britischen Offiziers Sanders erschossen hatte und dafür 1931 hingerichtet wurde, hat schon zu einigen Filmen inspiriert. Zuletzt gerade im Jahre 2002. Rajkumar Santoshis "The Legend of Bhagat Singh" zählt wohl zu einem gelungenden Projekt hierbei. Diese Filme, so interessant sie auch seien mögen, haben eins gemeinsam: Sie nehmen die Ereignisse im Freiheitskampf als historisch und bilden diese so ab. Rakesh Omprakash Mehra hingegen wagt sich mit "Rang De Basanti" weiter. Er stellt das Leben der jungen Leute der 20er Jahre mit dem der heutigen Jugend Indiens gleich und wirft so tiefgehende Fragen über Geschichte, Gegenwart und Zukunft Indiens auf.
Kritik
"Rang De Basanti" ist ein Film des Neo Bollywoods. Er greift durch seine erfrischende Erzählweise Themen der städtischen Mittelklasse Indiens auf und stellt diese auf spritzige Weise dar. "Rang De Basanti" wird darüber hinaus zu einem nachdenklichen Werk. Aamir Khan stellt in seiner Darstellung wieder unter Beweis, dass er einer rebellischen Helden des heutigen indischen Kinos ist. In diesem Film steht er oft im Mittelpunkt der Handlung, ohne sie zu dominieren. So kommen auch die anderen, weniger bekannten Schauspieler zum Zuge und bieten gute Leistungen. Der Zuschauer wird vom Strom der Ereignisse mitgerissen und kann sich seinem Thema bis zu seinem Ende nicht entziehen. Leider kommt die innere Transformation der Darsteller von Lebemännern zu Revolutionären weniger überzeugend für den Zuschauer herüber. Doch ist wohl eher dem Skript als den Schauspielern anzulasten. Regisseur Rakeysh Omprakash Mehra hätte hier etwas mehr Stoff in Film hereinbringen können. Nichtsdestrotz gelingt es ihm, die Spannung zu vermitteln und diese auch bis zu seinem (auch tragischen) Ende zu führen. Die Kamerarbeit ist brillant, wobei auch Delhi gekonnt in Szene gesetzt wird. Die Musik von Erfolgskomponist A.R. Rahman läßt nichts zu wünschen übrig. Sie ist nicht übermässig und passt sich in den Film ein. Korruption und Machtpolitik egal welchen politischen Lagers sind Themen, die im heutigen Indien quasi auf der Straße liegen. Mehra nähert sich ihnen auf innovative Weise. Er stellt unbequeme Fragen und bietet unkonventionelle Lösungen. Diese sind zwar elitär und sprechen eher das städtische Publikum der Universitäten an. Doch ist er dadurch auch sehr offen und versucht hier nicht, seine Haltung etwa hinter dem Deckmantel der imaginären Vorstellung des Betrachters verschleiern zu wollen. Die Doppelmoral der Parteien, die im letzten Jahr in der Tat zu tiefen innerparteilichen Konflikten in den extremistischen Organisationen geführt haben, wird z. B. sichtbar. In einer Sequenz des Films wird der Oberbefehlshaber des Massakers von 1919 im Jallianwala Bagh, Gouverneur-Leutnant Michael O'Dwyer, mit dem Verteidigungsminister des Jahres 2005 (Mohan Agashe) offen auf eine Ebene gesetzt. Immerhin lief der Film am Tag der indischen Republik in den Kinos an und vermittelt hier die Botschaft, dass sich im unabhängigen Indien gegenüber dem kolonialen nichts geändert hat. Bereits Regisseur Rajkumar Santoshi hatte dieses Ansinnen geteilt und den von Gandhi und Nehru bislang vorgezeigten Weg Indiens in frage gestellt. Vielleicht löst hier der Film eine Diskussion aus und holt zugleich den zu oft gebrauchten Begriffs des Terrorismus wieder herunter.
Empfehlung
Wer Indien und seine Themen besser verstehen will, die Ideale noch nicht in den Konsumtempeln aufgegeben hat und dazu einen frischen Film des neues Kinos sehen will, wird "Rang De Basanti" gefallen. Wer hingegen seine politisch vorgefertigte Meinungen bedient haben will, dem mag an dem Film einiges nicht gefallen.
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Regisseur
Schauspieler
Aamir Khan, Siddharth, Kunal Kapoor, Sharman Joshi, Atul Kulkarni, Soha Ali Khan, Madhavan, Waheeda Rehman, Anupam Kher, Om Puri, Kiron Kher, Lekh Tandon, Alice Patten



stallone / 10.12.2007 20:43:48
als ich diesen film im kino sah war ich sprachlos und staunte darüber, dass bollywood doch regisseure hat, die was von ihrem handwerk verstehen. der film zeigt die heutige jugend von indien, die mit der vergangenheit indiens in einer beeindruckender art und weise dargestellt, konfrontiert wird. die schauspielerischen leistungen der hauptdarsteller sind phänomenal!!! ein muss für jeden bollywood liebhaber.
6 Sternen