Liebe braucht keine Ferien
The Holiday
Inhalt
Es ist Weihnachten und eigentlich das Fest der Liebe...Iris Simpkins (Kate Winslet) arbeitet als Hochzeitskolumnistin für eine renommierte Londoner Zeitung; Amanda Woods (Cameron Diaz) besitzt ihre eigene Trailerproduktionsgesellschaft in Los Angeles und obwohl die beiden tausende Kilometer voneinander entfernt leben haben sie das gleiche Problem: Beide wurden sie von Männern enttäuscht. Amandas Freund Ethan (Edward Burns) ist fremdgegangen und Iris hat es sogar noch schlimmer erwischt, denn ihre Langzeitliebe Jasper (Rufus Sewell) hat sich gerade mit einer Anderen verlobt.
Amanda beschließt über Weihnachten Urlaub zu machen und stöbert im Internet nach einem geeigneten Ziel – fern ab von allen Männern. Dabei stößt sie auf Iris’ kleines gemütliches Landhäuschen, welches diese auf einer House-Swapping-Seite zum Tausch auf Zeit anbietet. Nach einem kurzen Gespräch beschließen sie spontan tatsächlich ihre Häuser für zwei Wochen zu tauschen. Gesagt getan. Schon am nächsten Tag besteigt Iris ein Flugzeug nach L.A. und Amanda fliegt ihrerseits nach London. Doch schon bei der Ankunft könnten die Gefühle nicht unterschiedlicher sein, denn Iris freut sich wie ein kleines Kind, als sie das erste Mal einen Fuß in Amandas luxuriöse Villa setzt. Amanda hingegen vermisst im kalten England schnell ihren gewohnten Komfort und fühlt sich in dem abgelegnen kleinen Dorf als der einsamste Mensch der Welt. Eigentlich beschließt sie schon am nächsten Tag nach L.A. zurückzukehren, doch dann kommt alles ganz anders. Mitten in der Nacht klopft plötzlich jemand an der Tür. Als sie öffnet steht Iris' Bruder Graham (Jude Law) vor ihr – sichtlich angetrunken. Amanda ist sofort fasziniert von dem fremden Mann und es kommt wie es kommen muss: die Beiden verbringen eine gemeinsame Nacht miteinander – zunächst ganz ohne weitere Verpflichtungen.
Auch Iris macht derweil in L.A. neue Bekanntschaften. Sie freundet sich mit Amandas Nachbar Arthur Abbott (Eli Wallach), einem in die Jahre gekommenen erfolgreichen Drehbuchautor, an. Ihm gelingt es ihr wieder neues Selbstvertrauen einzuflößen und erzählt ihr von guten alten Hollywoodzeiten. Und auch der charmante Filmmusikkomponist Miles (Jack Black) tritt in ihr Leben…
Kritik
Die meisten Menschen reagieren mit Veränderungen, wenn sie von ihrem Partner verlassen werden. Sie probieren eine neue Frisur, ein neues Parfum oder einfach nur neue Kleidung aus. Viele haben auch das Gefühl aus ihrer gewohnten Umgebung ausbrechen zu müssen, weg von allem, was sie an ihren Partner erinnern könnte. Hierfür ist eine Reise wie geschaffen. Diesen Weg schlägt auch Amanda ein, allerdings in verschärfter Form, denn sie tauscht kurzerhand ihr Haus mit der Britin Iris, ohne mehr als ein Foto im Internet gesehen zu haben – das Ganze nennt sich House-Swapping. Dass sie dadurch nicht nur ihr Haus, sondern im Prinzip auch kurzzeitig ihr ganzes Leben tauschen ist ihnen von vornherein bewusst. Wie sich dann allerdings die Dinge entwickeln haben die Zwei jedoch nicht erwartet. Eigentlich haben sie gelinde gesagt die Nase voll von Männern und doch machen sie neue Bekanntschaften, die ihnen zeigen, dass es doch noch so etwas wie "wahre Liebe" gibt.Sicherlich machen viele Reisende neue Bekanntschaften, manchmal wird daraus auch ein netter Urlaubsflirt und eine Kurzbeziehung, allerdings ist eine Trennung danach zumeist vorprogrammiert, denn jeder muss irgendwann an seinen Heimatort zurückkehren und seinen Alltag wieder aufnehmen. Und genau an dieser Stelle beginnen die Komplikationen, denn Fernbeziehungen sind häufig nicht von langer Dauer. Diese Befürchtung hegt auch Amanda und versucht keine tieferen Gefühle zu Graham zuzulassen, zumal sie ihn sowieso für einen Casanovaverschnitt hält, der er ständig Anrufe von Frauen bekommt, so denkt sie zumindest.
Iris versucht derweil in L.A. krampfhaft Jasper zu vergessen, der ihr das aber durch seine ständigen Nachrichten nicht gerade leicht macht. Dann macht sie aber eine eher ungewöhnliche Bekanntschaft: sie lernt Amandas Nachbar, den sichtlich gealterten Drehbuchautor Arthur kennen – ein Gentleman der alten Schule. Er erzählt ihr von goldenen Zeiten und baut sie wieder auf. Im Gegenzug hilft sie ihm bei der Vorbereitung auf eine große Galaveranstaltung zu seinen Ehren und päppelt ihn wieder auf. Außerdem trifft Iris auf Miles, der einen ähnlichen Schicksalsschlag erleidet, denn auch er wird von seiner Freundin Maggie verlassen. Gerade als sich die Beiden ein wenig näher kommen ruft Maggie bei Mies an und bittet ihn ihr zu verzeihen. Und auch Jasper steht plötzlich vor Iris’ oder besser gesagt Amandas Tür, so dass es zu weiteren Verwicklungen kommt.
Nancy Meyers, die schon mit Filmen wie "Was Frauen wollen" oder "Was das Herz begehrt" ihr Händchen für romantische Komödien bewiesen hat, gibt mit "The Holiday" eine weitere Visitenkarte in diesem Genre ab. Der Film ist eine gelungene Mischung aus Komödie und Romanze mit kleineren dramatischen Einschlägen, die jedoch nur eine Randerscheinung sind. Der komödiantische Teil des Films besteht aus Situationskomik und lustigen Sprüchen, die meistens in Persona von Jack Black vorkommen. Die Situationskomik überwiegt jedoch. Es macht einfach Spaß einer herrlich hysterischen Cameron Diaz oder einer Kate Winslet zuzusehen, die sich hemmungslos wie ein kleines Kind freut. Amandas Möglichkeiten ihr Leben zu gestalten, laufen zudem mehrfach als Trailer in ihrem Kopf und für den Zuschauer auf der Leinwand sichtbar ab, was eine weitere kreative und zugleich lustige Idee ist. Ansonsten verzichtet die Regisseurin auf technischen Schnickschnack und erzählt die Geschichte in ruhigen, schon anzuschauenden Bildern.
Tragender Pfeiler des Films ist natürlich das Star-Ensemble, das für den Film engagiert wurde.
Der britische "Titanic"-Star Kate Winslet verkörpert Iris Simpkins mit viel Herz, Enthusiasmus und einer Prise Ironie. Sie verliebt sich ständig in die falschen Männer und beginnt an der Liebe zu (ver)zweifeln. Liebe ist für sie eher eine schmerzhafte, denn eine schöne Erfahrung und sie verbringt viele Nächte weinend.- klingt eigentlich eher nach einer tragischen Rolle, aber Winslet versteht es durch ihre überspitzte Darstellung das Publikum trotzdem zum Lachen zu bringen. Im Kontrast dazu steht die Iris, die sich wie eine Schneekönigin freut, als sie Amandas Haus betritt – eine facettenreiche Figur.
Cameron Diaz agiert als Amanda Woods und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn am Anfang des Films hüpft sie vollkommen hysterisch über die Leinwand. Ihre Figur weist aber auch eine Besonderheit auf, denn seitdem sich ihre Eltern trennten als sie 15 Jahre alt war, ist sie nicht mehr in der Lage zu weinen, auch wenn sie es noch so krampfhaft versucht. Erst am Ende des Films gelingt es ihr wieder eine Träne zu verdrücken, was sie paradoxerweise glücklich macht – eine sehr schöne Szene. Diaz beweist in "Liebe braucht keine Ferien" einmal mehr ihr komödiantisches Talent. Zu erwähnen sei an dieser Stelle die Tolle Chemie zu Filmpartner Jude Law. Schon von ihrer ersten gemeinsamen Szene im Film an harmonieren die Beiden perfekt.
Jude Law spielt Iris' Bruder Graham, der auf den ersten Blick den typischen britischen Beau verkörpert. Allerdings ist der Charakter seiner Figur vielschichtiger als zunächst erwartet, denn wie sich herausstellt ist er mitnichten ein Frauenheld, sondern Witwer und alleinziehender Vater von zwei kleinen Töchtern. Diesen Part seiner Rolle fühlt er mit viel Liebe und sehr glaubhaft aus. Die tolle Chemie zu Filmpartnerin Cameron Diaz erwähnte ich bereits.
Miles, den Komponisten für Filmmusik, mimt Jack Black. Er fällt ein wenig aus dem Raster der hochgestylten Hollywoodschönheiten heraus. Mit seiner Figur können sich aber all diejenigen identifizieren, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen und sich denken, dass ihre Traumfrau sowieso außerhalb ihrer Liga spielt. Aber Black macht es vor: einfach nicht aufgeben und fest daran glauben, dann klappt es auch.
Eine weitere wichtige Rolle hat Altstar Eli Wallach inne. Der Schauspieler, der sich in vielen Western einen Namen machte, unter anderem wirkte er in "Zwei glorreiche Halunken" (The Good, the Bad and the Ugly) mit, spielt den gealterten Drehbuchautor Arthur Abbott, der die goldene Hollywood-Ära miterlebte und mitprägte. Durch diese Figur übt Regisseurin Meyers Kritik an der heutigen Hollywoodwelt, in der Box-Office-Ergebnisse mehr zählen als eine gute Geschichte, in der Special Effects wichtiger sind als gute Darsteller. Diese Figur fällt ein wenig aus der Liebesgeschichte heraus, ist jedoch trotzdem ein essentieller Part des Films.
In weiteren Nebenrollen agieren unter anderem Edward Burns und Rufus Sewell.
Die Musik zum Film hat einmal mehr der deutsche Star-Komponist Hans Zimmer beigesteuert. In einer Szene wird er sogar im Film lobend erwähnt, als Jack Black in einer Videothek die DVD zu "Miss Daisy und ihr Chauffeur" hochhält. Zimmer hat für "The Holiday" wieder einmal einen Score komponiert, der ins Ohr geht. Dabei beweist er erneut seine Vielseitigkeit, denn der Soundtrack ist nicht pompös, wie viele seiner Stücke zu den unzähligen Action- und Abenteuerstreifen, sondern klingt eher heiter und beschwingt und weist überwiegend fröhliche Klänge auf. Gute Arbeit wie man es auch von ihm gewohnt ist.
Fazit: "Liebe braucht keine Ferien" ist eine lustige Komödie und ein romantischer Liebesfilm zugleich. Die Darsteller treiben die gute Story ständig voran, so dass der Film nie langatmig wird, auch wenn er mit über zwei Stunden eine recht lange Spieldauer für eine Komödie hat. Ein schöner Film zur Weihnachtszeit.
Jetzt kommentieren? / 4 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Cameron Diaz, Kate Winslet, Jude Law, Jack Black, Eli Wallach, Edward Burns, Rufus Sewell, Emma Pritchard, Miffy Englefield, Sarah Parish, Shannyn Sossamon, Bill Macy, Shelley Berman, Kathryn Hahn, John Krasinski, Alex O'Loughlin, Odette Yustman, Bundle Williams, Suzanne Dizon, Terry Diab, Kenneth Danziger, Hope Riley, Gilbert Esquivel, Steven Bruns, Nikki Novak, Judith Drake, Pamela Dunlap, Hal Douglas, Jay Simpson, Siobhan Pestano, Charles Dinsdale, Sarah Flind, Darline Harris, Marcell Brown, Marina Morgan, Lynden Edwards, Lydia Blanco, Jon Prescott, Patrick Cavanaugh, Justin Collins, Nicholas Downs, Scott Slifer



BlackSheep / 31.05.2008 19:11:39
Netter Film...etwas krank...aber lustig...
und einige coole Szenen...
z.b. wo "Graham" die Tür öffnet und "Amanda" rausbekommt das er "frauenbesuch" hat...
5 Sternen
ADAMGOLDNIK / 31.05.2008 20:49:47
Hörtsich nicht schlecht an. Hab noch nicht gesehen.
1 Sternen
shifty / 31.05.2008 20:55:22
@adam: aha aber gut dass du ihn dann mit 1 stern bewertet hast
nicht bewertet
ADAMGOLDNIK / 31.05.2008 21:03:51
Wie so nicht? Bewertung hab ich gegeben weil ich hab das gelesen. deshalb auch solch bewertung. Was dagegen?
1 Sternen