Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 04.04.07 01:42:19 - 3 Kommentare

Sunshine

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.5/6 Sterne.
Leserwertung (9): 3.66 / 6

Land Großbritannien

Genre Abenteuer, Sci-Fi, Thriller

Laufzeit: 108

Jahr 2007

Webseite

Kinostart: 19.04.2007
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Inhalt

Danny Boyles neues visuelles Meisterwerk, ein Suspense-Thriller über eine Crew von Wissenschaftlern, die feststellen müssen, dass es einfacher ist die Menschheit zu retten ... als sich selber.

Wir befinden uns in der Zukunft ... 50 Jahre voraus. Die Sonne gibt ihren Lebenskampf auf und droht zu erlöschen – mit ihr würde die Menschheit sterben. Unsere letzte Hoffnung steckt in einer Rettungsmission: das Raumschiff Icarus II soll unter Führung von Kapitän Kaneda (Hiroyuki Sanada) die letzten Sprengladungsreserven der Erde zur Sonne bringen. Diese soll mit ihrer Explosion in der Sonne den lebenswichtigen Stern wieder entzünden. Das internationale Team um acht Frauen und Männern ist die letzte Chance für die Menschheit. Das einzige Besatzungsmitglied ohne militärischen Hintergrund ist Capa (Cillian Murphy), der sich als Physiker mit der Sprengladung am besten auskennt.

Während des Fluges geht der Funkkontakt zur Erde früher als geplant verloren. Doch dann erreicht ein Notsignal der Icarus I die Crew, die vor sieben Jahren die Erde verlassen hatte. Nun steht Capa vor der schwierigen Entscheidung: sollte man die Mission weiter durchführen oder zur Icarus I fliegen, um so nicht nur die Sprengladung, sondern auch die Erfolgschancen für die Mission verdoppeln zu können. Die Crew wird auf eine harte Probe gestellt und alle geraten auf die gleiche Weise in Lebensgefahr. Plötzlich kämpft die Mannschaft nicht nur um ihr Leben, sondern auch noch um ihren Verstand, wohl wissend, dass die Zukunft des blauen Planeten in ihren Händen liegt ...

Kritik

Der britische Regisseur Danny Boyle wurde durch Meisterwerke wie "Trainspotting", "28 Days Later" und "The Beach" weltberühmt. Nicht nur diese Filme zeigten sein Facettenreichtum, sondern auch sein letzter Film aus dem Jahre 2004, "Millions". Letzterer eher bodenständig, wollte Danny anscheinend mit seinem Neuen ganz hoch hinaus. Drei Jahre später und nachdem 40 Millionen Euro ausgegeben worden sind, kann nun sein neuestes Meisterwerk in die Kinos kommen: "Sunshine".

Die Story ist schnell erzählt: in 50 Jahren wird die Sonne nicht mehr so viel Energie haben, um das Licht liefern zu können, dass die Erde zum Überleben benötigt. Ein durchaus denkbares Ereignis, laut Wissenschaftler des Astrophysikalischen Instituts in Potsdam (AIP). Allerdings dürfte dieses Szenario erst in ca. 5 Milliarden Jahren eintreten ... frühestens. Doch ein kleiner Artikel in einem US-Wissenschaftsmagazin über diesen Effekt war Grund genug für Drehbuchautor Alex Garland sich Gedanken über einen Plot für einen möglichen Film zu machen. Er verfasste ein Script und acht Monate später legte er es Danny Boyle vor, mit dem er schon bei den Filmen "The Beach" und "28 Days Later" zusammenarbeitete. Danny war sofort begeistert und sagte: "So einen Film würde ich gerne im Kino sehen wollen." Einen Tag später sagte Boyle ihm zu.

Viele Weltraum-Filme beherrschten jahrzehntelang das Kino und die Videotheken, darunter viele Klassiker wie Kubricks "2001 – Odyssee im Weltraum" oder Tarkovskys "Solaris". Selbst den ersten "Alien"-Teil, das Original von Ridley Scott, bezeichnet Boyle in einem Interview als Taktgeber für solche Art von Filmen und dass er einige von diesen Filmen aufgestellte Regeln einfach in "Sunshine" einhalten musste. Doch ein Danny Boyle-Film wäre langweilig, wenn er sich nicht aus der Masse hervorheben würde. Gerade einige Regeln, die er mit seiner Erzählweise bricht, lassen "Sunshine" zu einem besonderen Kinoerlebnis werden. Es gibt kein Sternenfeld, dass man so häufig in "Star Trek"-Filmen während des Warp-Antriebs sehen konnte. Die Anzüge der Astronauten sind ebenfalls unkonventionell. Die im perfekten gelb-orange dargestellte glühende Sonne überzeugt genauso wie das im eiskalten Blau gehaltene Kühlwasser für den Bordcomputer. Visuell ist "Sunshine" ganz top.

Der Film startet gleich als Sci-Fi-Thriller, so wie es sich gehört, im Weltraum, ohne große Einführungen und Vorgeplenkel. In der Story wird man nicht nur herausfinden, was passiert, wenn ein Mensch ins All reist, sondern vielmehr den konkreten Fall erzählt bekommen: Wie würde derjenige, der die Menschheit retten soll, mit dem Druck umgehen, den diese Herausforderung an ihn stellt. Und diese menschlichen Reaktionen zeigen sich bei der Crew. Eine Gruppendynamik bei der Besatzung entsteht, Fraktionen werden gebildet, es wird demokratisch abgestimmt, ob man ein krankes Besatzungsmitglied töten darf, damit die Sauerstoffreserven nicht zu schnell aufgebraucht werden. Dabei wirft der Lebenskampf interessante moralische Fragen auf. Dies zieht sich durch den ganzen Film und hält die Spannung am Leben.

Die Story spitzt sich dann etwas zu und nimmt eine kleine spirituelle Wendung als die Icarus II an die Icarus I andockt. Scheinbar hat die Crew der ersten Rettungsmission ihren Auftrag aus religiösen Gründen abgebrochen. Die Stimmung auf der angeblich verlassenden Icarus I kann kaum spannender erzählt werden. Man sieht sie ist menschenleer, aber nicht nur durch die visuell perfekt eingesetzten Frames der toten Besatzung, die ständig für eine Sekunde durchs Bild huschen, weiß man, dass das Raumschiff nicht verlassen ist, man spürt förmlich, dass da noch etwas ist. Und natürlich behält Boyle auch noch hier seine Thrillerelemente bei und foltert das angespannte Publikum bis zum Schluss!

Unter Zuhilfenahme guter musikalischer Komponente erzeugte Boyle in Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Kameramann Alwin H. Kuchler einen perfekten visuellen Stil, dass einem beim Anblick der Sonne im Kino quasi ganz heiß wurde.

Fazit:
"Sunshine" muss sich neben Weltraum-Klassikern wie "2001 – Odyssee im Weltraum" oder neueren Versionen wie "Sphere" oder "Event Horizon" keineswegs verstecken. Der Film verspricht trotz des lang hinausgezögerteten Ende Spannung pur mit einem wieder einmal überragenden Cillian Murphy in der Hauptrolle.

Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare

  1. Nightwalker

    Nightwalker / 04.12.2007 19:44:35

    Gute Handlung, schlechte Schauspieler, schlechte Umsetzung. Langweilig...

    3/10


    1 Sternen

  2. siBBe

    siBBe / 04.12.2007 21:38:11

    Echt findest du ?`Ich fand den total gut umgesetzt. Und spannend fand ich ihn auch - es gab zwar kaum Action und ging eher richtung drama, aber atmosphärisch war der echt gut gemacht


    4 Sternen

  3. SERF

    SERF / 05.12.2007 00:20:44

    Vom Look her war der mehr als cool!!!


    4 Sternen


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