Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 07.05.05 00:00:00 - 0 Kommentare

Kebab Connection

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (2): 3.0 / 6

Land Deutschland

Genre Komödie

Laufzeit: 96

Jahr 2005

Webseite

Kinostart: 21.04.2005
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Inhalt

Für zwei Handvoll Döner.

Ibrahim (Denis Moschitto) ist Türke, 21 Jahre alt und lebt in Hamburg. Er wird von allen nur Ibo genannt. Er schwärmt für Filme und dreht als Regisseur mit Hilfe eines Kleinfilmproduzenten in Hamburg kleine Werbespots für seinen Onkel Ahmet (Hasan Ali Mete) und dessen Döner-Bude "King of Kebab". Sein Traum ist es, den ersten deutschen Kung Fu-Film zu drehen. Den ersten Schritt hat er schon geschafft, denn mit seinem neuesten Werbespot verbindet er chinesische Kampfkunst mit deutschen Werbestrategien und lässt in dem Spot die Dönermesser blitzen. Zwei Türken kämpfen um zwei Handvoll Döner. Der Werbespot ist in seinem Schanzenviertel ein voller Erfolg. Nicht nur sein Onkel profitiert davon und macht den Umsatz seines Lebens, Ibo wird als heimlicher Star in seinem Viertel gefeiert.

Doch sein Leben wird plötzlich gehörig durcheinander gebracht. Seine bezaubernde Freundin Patrizia – kurz Titzi - (Nora Tschirner) steht kurz vor der Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule. Sie kann die Begeisterung ihres Freundes für dessen unerwarteten Star-Status nicht ganz teilen. Sie ist von ihm schwanger. Dies stellt ihn vor erheblichen Schwierigkeiten. Hin und her gerissen von seinen eigenen Gedanken wird er sogleich auch von seinem Vater Mehmet (Güven Kirac) auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Er schmeißt Ibo aus seiner Wohnung, da die Mutter seines zukünftigen Enkels keine Türkin ist. Obendrein verscherzt Ibo es sich auch noch mit seiner Freundin, da er nicht Kinderwagenschieben üben will und vom Windelwechseln ganz weit entfernt ist.

Vom Liebeskummer gequält entsteht ein weiterer "King of Kebab"-Werbespot, der ihn nur weitere Probleme bringt.

Während der Schwangerschaft muss er Titzi beweisen, dass er als Vater tauglich wäre, um sie wiederzubekommen und letztendlich auch seine Familie.
Bruce Lee hilft ihm dabei …

Kritik

Das Culture Clash-Komödien mächtig im Kommen sind, bewiesen schon "Kick it like Beckham" (2002) aus England, "Jalla Jalla" (2000) aus Schweden und "My Big Fat Greek Wedding" (2002) aus Amerika. Nun kommt die ultimative Culture-Komödie aus Deutschland. In "Kebab Connection" trifft die deutsche auf die türkische und die griechische Kultur und behandelt unter anderem ein Streitthema:

Darf ein Türke eine deutsche Freundin haben?

Natürlich wird in "Kebab Connection" vieles übertrieben auf die Schippe genommen, da kämpfen z.B. zwei Türken um das letzte Kebab als ginge es um ihr Leben. Dennoch versucht der Film eine klare Aussage zu vermitteln. Zuerst verstößt und enterbt der Vater seinen türkischen Sohn, im Laufe des Films wird er aber von seiner Frau angehalten seinem Sohn klarzumachen, dass ein Mann sich um seine Frau und seinen Sohn kümmern sollte, egal aus welchem Land er oder sie kommt.

Der Film zeigt, dass das Zusammentreffen zweier Kulturen in Frieden und Toleranz durchaus möglich ist. Das macht den Klamauk zu einem ganz besonderen Streifen und Kinoerlebnis.

Ich habe schon lange nicht mehr einen solchen spritzigen Humor in einer Pressevorführung geboten bekommen. In "Kebab Connection" kann man richtig Spass haben. Letztendlich ist dafür die tolle Nora Tschirner in ihrem zweiten großen Kinofilm nach "Soloalbum" (2003) mit Matthias Schweighöfer nicht ganz unschuldig. Talent hat sie, sie sollte sich endlich mal von ihrem ewigen MTV-Moderatorinenimage lösen und weitere Filme drehen. Noch bezaubernder als auf der Leinwand ist sie im wahren Leben, gesichtet auf der Aftershow-Party von "Spider-Man 2" in Berlin. Eher bekannt dürfte vielen der in Köln geborene Denis Moschitto sein, der mir 2004 in "Süperseks" und 2003 in "Verschwende deine Jugend" mehr als nur auffiel.

Mit solchen jungen Schauspielern wie die Protagonisten aus "Kebab Connection" und Leuten wie Matthias Schweighöfer, Max Riemelt, Tom Schilling, Daniel Brühl oder Julia Jentsch beweist Deutschland, dass es in Sachen Kino viel versprechendes zu bieten hat und dass der deutsche Film wieder im Kommen ist.

Fatih Akins Mitarbeit am Drehbuch bereichert den von Anno Saul ("Grüne Wüste", 1999) gedrehten Streifen und der kurze Auftritt von Sibel Kekilli lässt alle Herzen von "Gegen die Wand"-Bewunderern höher schlagen.

"Kebab Connection" ist nicht nur eine schräg spritzige, charmante und liebevolle Komödie, der Film hat Aussagekraft wie ein ernstes Stück Celluloid. Ein Film, den sich viele angucken sollten.

Es lebe die friedliche Multi-Kulti-Generation.


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