Unbekannter Anrufer
When A Stranger Calls
Inhalt
Ein einsames Haus. Eine junge Frau. Und ein Killer, der keine Gnade kennt... Worum es geht:
High School Schülerin Jill Johnson (Camilla Belle) wird von einer reichen Familie als Babysitterin engagiert. Das Familiendomizil liegt idyllisch, aber sehr abgelegen an einem See. Daher verschießt Jill vorsichtshalber alle Türen und schaltet die Alarmanlage ein. Doch bald schon wird sie von verstörenden Anrufen belästigt. Ein Unbekannter lässt es immer wieder klingeln – ohne sich zu Wort zu melden, so dass Jill es langsam mit der Angst zu tun bekommt. Das Spiel geht immer weiter, bis sich ein mysteriöser Mann meldet: sie soll überprüfen, ob es ihren Schützlingen auch gut geht.
Die Drohungen des Anrufers versetzen das Mädchen zunehmend in Panik, bis sie schließlich mit Grauen feststellen muß, dass die seltsamen Anrufe von einem der Hausapparate geführt wurden. Jill nimmt all ihren Mut zusammen, um sich gegen den unbekannten Feind zur Wehr zu setzen. Ganz auf sich gestellt, geht es nur noch um eine Frage: wie wird sie lebend aus dem Haus kommen?
Kritik
Hintergrund:Unbekannter Anrufer ist ein Remake des Filmes When a stranger calls (Das Grauen kommt um zehn) aus dem Jahre 1979. Zugunsten einer einfacheren Geschichte hat Regisseur Simon West, der den ersten Tomb Raider inszenierte, allerdings nur die ersten zwanzig Minuten des Originals übernommen und daraus einen abendfüllenden eigenständigen Film gemacht.
Kritik:
Unbekannter Anrufer beginnt sehr atmosphärisch und spannend mit Bildern eines Jahrmarkts, die mit Gesprächsfetzen eines Telefonats unterlegt werden.
Erzählt wird damit die Vorgeschichte des Films: die bestialische Ermordung einer Familie.
Somit bekommt man als Zuschauer gleich mal vor Augen geführt, zu was dieser Psychopath, mit dem wir es später noch mehr zu tun bekommen, alles fähig ist. Regisseur Simon West gelingt es so, gleich zu Beginn eine unheilvolle Grundstimmung zu erzeugen, die mit Jill`s Ankunft im Haus noch gesteigert wird. Denn das von oben bis unten durchdesignte Prachtgebäude ist zwar ein Fest für die Augen, aber dennoch sind die dunklen Gänge, die harten Kanten und die zahlreichen Lichter, die an und ausgehen wenn man sich in den Zimmern bewegt, irgendwie kalt und mysteriös. Genauso wie Jill bekommt auch der Zuschauer vor Augen geführt, dass dies kein Ort ist, an dem man sich sicher und geborgen fühlt.
In dieser ersten halben Stunde passiert außer Jills Rundgängen im Haus und ihrer wachsenden Unbehaglichkeit nicht viel; trotzdem kommt keine Langeweile auf.
Irgendwann kommt dann der Punkt, bei dem der Film in ein anderes Tempo hätte schalten müssen, nur tut er es nicht. Er badet sich weiter in Jill`s aufkommender Angst und ihren Rundgängen durch das Haus, nach jedem Anruf ein wenig panischer. Als Zuschauer hat man aber irgendwann keine Lust mehr, sie zum zehnten Mal die Treppe hoch gehen zu sehen oder sie abermals mit einem Schlagstock in der Hand zu beobachten, wie sie nach Eindringlingen Ausschau hält, und dabei ängstlich in quälend langen Kameraeinstellungen von Zimmer zu Zimmer geht. Dies hat sich irgendwann ausgeschöpft und man hofft schon fast darauf, dass der Psychopath sich endlich zeigt und die Jagd auf sie eröffnet.
Damit lässt der Film sich aber noch mal eine ganze Weile Zeit und verpulvert damit nach und nach sein gesamtes Potential. Wenn die Dinge dann plötzlich lebensgefährlich für unsere Jill werden, hat man sich als Zuschauer bereits so gelangweilt, dass einen die Run and Hide Sequenz einfach nicht mehr vom Sessel haut. Man hat einfach zu lange darauf warten müssen, was eigentlich schade ist, da gerade diese Sequenz spannend, packend und sehr dicht inszeniert und in Szene gesetzt ist. Hier kann der Regisseur dann auch beweisen, dass er ein guter Koordinator von Kampfsequenzen ist, nur nützt das zu diesem Punkt eben nicht mehr sehr viel.
Ein weiteres Problem des Films ist, dass man sich bei den Anrufszenen sehr stark an Scream erinnert fühlt. Eigentlich ist dies logisch, diente das Orginal When a stranger calls doch als eines der Vorbilder für den Horrorfilm von Wes Craven. Nur haben die Macher sich nichts neues einfallen lassen und so kommen diese Szenen nur als eine weitere Variante des abgenutzten "Mädchen wird von Unbekanntem verfolgt"-Themas rüber.
Wirklich schlecht ist der Film jedoch nicht, das verhindert eine routinierte Regie, ein atemberaubender Drehort und eine Darstellerin (Camilla Belle), von der ich in Zukunft bitte mehr sehen will.
Nur bietet er nichts neues an der Teenie-Thriller-Front.
Fazit: Ein blutarmer Thriller (im wahrsten Sinne des Wortes) für Teenager ohne Genrewissen.
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Regisseur
Schauspieler
Camilla Belle, Tommy Flanagan, Tessa Thompson, Brian Geraghty, Clark Gregg, Derek de Lint, Kate Jennings Grant, David Denman, Arthur Young, Madeline Carroll, Steve Eastin, John Bobek, Brad Surosky, Karina Logue, Rosine 'Ace' Hatem, Escher Holloway, Clement Blake, Carson Elrod, Molly Bryant, John Waugh, Owen Smith, Jessica Helmer, Lance Henriksen



stallone / 11.12.2007 19:55:53
der film fängt verdammt schön und unterhaltsam an. aber hält leider nicht bis zum schluss diese unterhaltung und spannug!
nicht bewertet
Nightwalker / 11.12.2007 20:54:24
Ich fand ihn recht gut. Aber nur zum einmal schauen gedacht.
4 Sternen
stallone / 13.12.2007 17:33:43
ja, einmal sollte man den ruhig anschauen!
nicht bewertet