Rohtenburg

Senator Film Verleih GmbH

Laufzeit: 88 min

Land: Deutschland

Genre: Crime, Drama, Horror, Thriller



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Startdatum: unbekannt

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Rohtenburg (2006)

Moviereporter Bewertung

2

Handlung

Inspiriert von wahren Ereignissen entstand dieser Horrorfilm

Die junge Amerikanerin Katie Armstrong (Keri Russell) studiert Kriminalpsychologie und steht kurz vor ihrem Abschluss. Für ihre Diplomarbeit sucht sie sich ein bizarres Thema aus und fährt nach Deutschland: Sie möchte die Umstände untersuchen, die Oliver Hartwin (Thomas Kretschmann) zum notorischsten Verbrecher der deutschen Bundesrepublik werden ließen. Hartwin hat über das Internet einen Freiwilligen gesucht, der sich von ihm verspeisen lassen würde. Ein Opfer war schnell gefunden, Simon Grumbek (Thomas Huber). Er ließ sich nicht nur auf schrecklichster Weise zerstümmeln, er ließ es auch zu, dass Hartwin ihn aufaß. Katie beginnt ihre Spurensuche im Heimatdorf von Hartwin.

Sie findet Indizien über das isolierte Leben der Familie Hartwin. Erfährt, was für ein Mensch seine Mutter war. Doch was sie wirklich brennend interessiert ist die Tatsache, dass es ein Video geben soll, das den Tathergang zeigt. Im Internet sucht sie in Kanibalenchats nach diesem Tape. Kurze Zeit später liegt etwas vor ihrer Tür ...

 

Kritik

An der Schwelle zwischen Kult und purer Brutalität

Immer öfter muß ich mich im Kino dabei ertappen, wie ich mir selber einen Spruch aus "Scary Movie" aufsage: "Echt kranker Scheiss!" Während "Rohtenburg" und "Saw II" liefen, entwich dieser Satz meinem Mund. Nun, man muss bedenken, dass ich mich nicht unbedingt zur Fangemeinde dieser Genre zähle, jedoch dem Film mit Spannung entgegenfieberte. Interessant klang die Story, die auf wahren Ereignissen basiert, doch vor allem der Trubel im Vorfeld um einstweilige Verfügungen gegen einen Kinostart erhöhte meine Neugierde.

Der Hintergrund:
Als Grundlage für die Geschichte dienen die Taten von Armin Meiwes, der 2001 einen Menschen tötete, verspeiste und als 'Kanibale von Rohtenburg' bekannt wurde. Über das Internet nahm Meiwes Kontakt zu Bernd Jürgen Amando Brandes auf, der mehrmals äußerte, verstümmelt und verspeist werden zu wollen. Er sagte auch zu Meiwes, dass alle seine Knochen zermahlen und vernichten werden sollten. Psychiater entnahmen diesen Aussagen, dass Brandes von der Bildfläche verschwinden wollte, alle Erinnerungen an ihn sollten ausgelöscht werden. Über Meiwes äußerten sie sich wie folgt: anscheinend litt er in seiner Kindheit unter Minderwertigkeitskomplexe und hegte seitdem den Wunsch, das Fleisch eines anderen Menschen zu essen, um Teile von dessen Persönlichkeit annehmen zu können. Bei der Verhandlung argumentierte die Verteidigung, dass in diesem Falle rechtlich gesehen eine Tötung auf Verlangen vorliege, so dass die Breitwilligkeit des Opfers keine Verurteilung Meiwes wegen Mordes rechtfertige. Meiwes wurde 2004 wegen Totschlags zu 8 1/2 Jahren Haft verurteilt. Erneutes Aufsehen erregte der 'Kanibale' als er mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Start von "Rohtenburg" vorgehen wollte, welche das Landgericht Kassel ablehnte. Aus der Sicht von Meiwes Anwalt wird sein Mandant in dem Film als 'bestialischer Mörder' hingestellt. Die Filmgesellschaft betonte dagegen, dass ihr "Rohtenburg" nur von den realen Ereignissen inspiriert sei.

Der Film:
Man muss sich doch einmal fragen: wer will so einen Film überhaupt sehen. Kurz bevor ich "Rohtenburg" sah, schaute ich mir "Saw II" an und kam zu der selben Frage. Anscheinend wird die Schwelle zwischen Kult und purer Brutalität immer kleiner. Sicherlich gibt es Leute, die diesem Genre verfallen sind, doch auch diese müssen sich mal fragen, ob einige es sich nicht zu leicht machen, indem sie das elterliche Zuhause und Slasher-Movies als Auslöser krankhafter Gedanken verantwortlich machen. Andere Auslöser für die krankhaften Fantasien bietet "Rohtenburg" nicht, obwohl doch gerade die Kriminalpsychologin Katie Armstrong diesen bizarren Fall für eine Abschlussarbeit untersuchen möchte. Solte man da von einer angehenden Kriminalpsychologein nicht mehr erwarten dürfen? Keri Russell, die demnächst neben Tom Cruise in "M:i:III" zu sehen sein wird, spielt Katie Armstrong. Neben dem Berliner Regisseur Martin Weisz gesellt sich noch zu den Hauptakteruen des Films einer unserer Top-Auslandsimporte Thomas Kretschmann. Beide schaffen es aufgrund des fehlenden Tiefgangs leider nicht dem Zuschauer mit in den Bann zu ziehen. Fehlende Hintergrundinformationen, warum das Opfer sich gerne verspeisen lassen möchte, wirken negativ auf die ganze Story. Zwei Handlungsstränge, der der Gegenwart und der der Vergangenheit, führen am Ende zu Unsinnigkeit und eigentlichem Überfluss des Charakters von Katie Russell. Der Schluß fehlt völlig. Wird sie ihre Abschlussarbeit doch beenden oder soll man in das Vernichten des Kanibalen-Videos hineininterpretieren, dass sie sich doch für ein anderes Thema entschieden hat. Was ist mit dem Kanibalen? Wird er verurteilt? Fragen über Fragen werfen sich auf, die man sich eigentlich nur selber beantworten kann, wenn man sich über den realen Kanibalen und sein Schicksal informiert. Doch sollten genau diese realen Ereignisse nicht nur als Inspiration für den Film gelten?

Fazit:
Sicherlich war es ein interesanntes Buch und eine interessante Figur, doch letztendlich fragt man sich, was der gute Thomas Kretschmann in diesem Film verloren hat. Platte und oberflächliche Dialoge heben die Geschichte nicht gerade hervor. Genre-Fans könnten sich amüsieren, die anderen: Finger weg!

+++Achtung+++
Armin Meiwes hatte gegen den Film geklagt und vom Oberlandesgericht Frankfurt recht bekommen. Der Film soll angeblich die Persönlichkeitsrechte des Herrn Meiwes verletzen. Sollte die Produktionfirma Atlantic Streamline, den Film doch in den Kinos zeigen, wäre ein Bußgeld von 250.000,-€ fällig. Der Film mit Thomas Kretschmann in der Hauptrolle sollte am 09.03.2006 in den deutschen Kinos starten.
+++Achtung+++

Kommentare

siBBe

geschrieben am 11.12.2007 um 16:31:44

Ich hab nichts gegen brutale Filme aber dieser Film ist einfach krank. Schon klar dass das Ganze auf wahre Tatsachen beruht und sich vieles so zugetragen haben wird wie im Film, aber wenn so etwas pervers-krankes schon passiert, braucht man dann noch einen Film dazu? Die einzige Rechtfertigung wäre gewesen, die Psyche der beiden (Kanibale und Opfer) zu analysieren und zu durchleuchten, was interessant gewesen wäre, was der Film zwar auch hier und da versucht, aber nicht wirklich mit Erfolg tut. Übrig bleibt ein Film den die Welt nicht braucht

TDurden

geschrieben am 06.12.2009 um 07:07:46

aufrüttelnd und shokierend. für mich kein film der unterhalten soll. ich frage mich was mir der film sagen möchte aber ich habe keine antwort. er existiert einfach.

Dabbld

geschrieben am 08.12.2009 um 22:19:55

Gut gesagt TDurden. Und das darf der Film auch wie ich finde, existieren. Es braucht keinerlei Rechtfertigung für diese vage Darstellung tatsächlicher schockierender Begebenheiten, wie ich finde. Mögen muss man's natürlich nicht.

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