Verfasst von Silab Kamawall am 09.06.05 00:00:00 - 0 Kommentare

Melinda und Melinda

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.5/6 Sterne.
Leserwertung (1): 4.0 / 6

Land USA

Genre Komödie

Laufzeit: 99

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 23.06.2005
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Inhalt

Komödie ist Tragödie, die anderen Menschen passiert. - Angela Carter, britische Feministin (1940 – 1992)

An Tragödien nehmen wir Anteil. Komödien schauen wir nur an. - Aldous Huxley, britischer Schriftsteller (1894 – 1963)

Komödie ist Tragödie plus Zeit. - Steve Allen, amerikanischer Entertainer (1921 – 2000)

Ein regnerischer Abend in New York. Vier Freunde – darunter die Autoren Sy (Wallace Shawn) und Al (Neil Pepe) - genießen bei angeregten Gesprächen ihr Abendessen in einem Bistro. Max (Larry Pine) stellt die Frage in den Raum, ob man der Wirklichkeit mit den Mitteln der Tragödie oder der Komödie näher kommt. Er bittet Sy, den Komödienschreiber und Al, der sich dem Drama verschrieben hat, eine von ihm erzählte Anekdote aus ihrer jeweiligen Perspektive weiter zu entwickeln. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Melinda (Radha Mitchell), eine junge Frau, die unangemeldet in eine Dinnerparty platzt, die eigentlich dem beruflichen Fortkommen der Gastgeber dienen soll.

Melinda ist nach New York gekommen, um ein neues Leben anzufangen und sich neu zu verlieben. Und Melinda gibt es gleich zweimal – die eine hat eher Pech, die andere eher Glück mit der Liebe. Melinda und Melinda erzählt so eine charmante und unterhaltsame Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, die von Liebe, Beziehungen, Sex, Dates, Eifersucht, Glück und Shopping handelt, also mit anderen Worten, dem normalen Alltag.

Kritik

Nach eigener Aussage hat der Autor und Regisseur Woody Allen weit mehr Ideen für Filme im Kopf, als Zeit, sie jemals auf die Leinwand zu bringen. Das Konzept zu "Melinda und Melinda" war eines von vielen, über die er in den vergangenen Jahren nachgedacht hat. Allen bringt mit seinen nun 69 Jahren immer noch fast jedes Jahr einen Film für die Arthouse-Liebhaber auf die große Leinwand. Seine Filme erzählen meist Geschichten aus dem Alltag über Menschen mit persönlichen Auseinandersetzungen zu Themen wie Moral, Identität, Intimität, Eifersucht und den Launen romantischer Liebe. Und man muss zugeben, dass er sein Fach versteht. In "Melinda und Melinda" schafft er es gleich eine Geschichte sowohl tragisch als auch komisch zu erzählen, wobei die Übergänge fließend sind. Den Kern des Films stellt natürlich Melinda dar, grandios dargestellt von Radha Mitchell (Wenn Träume fliegen lernen, Man on Fire, Phone Booth). Um sie herum bildet sich ein Mikrokosmos aus Freundschaft, Verrat, Intrigen, Eifersucht und Untreue. Möglich wird das alles durch die messerscharfen, skurillen und manchmal auch witzigen Dialoge. Will Ferrell, bekannt für seine Persiflagen bei "Saturday Night Live" und seine Auftritte in Komödien wie Old School ("Old School – Wir lassen absolut nichts anbrennen", 2003), Elf ("Buddy, der Weihnachtself", 2003) oder Anchorman: The Legend of Ron Burgundy (2004) scheint eine ungewöhnliche Besetzung für die Rolle des Hobie in der komischen Version der Geschichte zu sein. Die eher nuancierte Rolle des Hobie ist wohl eine willkommene Abwechslung für Ferrell, der für gröbere komödiantische Porträts bekannt ist. Farrell schafft es dem Film den nötigen Witz zu geben, er hat mit Abstand die besten Pointen und komischsten Situationen im ganzen Film.

Die meisten der Allen-typischen Themen werden auch hier durchdekliniert — die Zerbrechlichkeit der Liebe, eheliche Untreue, komplizierte Romanzen, die Unfähigkeit zu kommunizieren. Eine Figur im Film bringt es auf den Punkt: Er ist mutlos, er ist verzweifelt, er ist lebensmüde. Alle komischen Elemente sind vorhanden.

Fazit
Ein gelungener Film für Liebhaber von bissigen Komödien mit messerscharfen und intelligenten Dialogen. Das Leben kann tragisch oder komisch sein, kommt wohl ganz auf die Sicht des Betrachters an.

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