Mortuary
Inhalt
Eine Warnung an alle Fans des guten HorrorsWhen the Dead break free. All hell breaks loose.
Die Familie Doyle (Mutter mit zwei Kindern) zieht in eine ländliche Kleinstadt in Kalifornien. Dort wollen sie ein neues Leben mit einem neuen Job beginnen... und einem neuen Haus: das längst verlassene Gebäude des Bestattungsunternehmens der Fowler Brüder ist ihr neues Zuhause.
Aber: die Bewohner des neuen Wohnortes meiden das Haus und die Umgebung (direkt davor liegt ein Friedhof), weil sich Gerüchte um die Fowler-Familie ranken, die einem Albträume bescheren. Auch die Doyles müssen bald mit Schrecken erkennen, dass wohl niemand in diesem Haus - tot oder lebendig - Ruhe finden kann.
Kritik
Diese Review soll vor allem eine Warnung sein. Nun gäbe es zwei verschiedene Gründe, hinsichtlich eines Horrorfilms eine Warnung auszusprechen. Zum einen, weil der Film so grausam, so brutal, so unendlich spannend ist, dass man diejenigen, die keine Nerven aus Stahl haben, vor dem Streifen nur warnen kann. Leider ist es in diesem Fall nicht so, denn diese Tatsache wäre ja ein stilles Kompliment an einen Horrorfilm; im Grunde genommen.Nein, die Warnung vor Mortuary sieht anders aus: machen sie sich nicht einmal die Mühe, das DVD-Cover in der Videothek, wenn sie es denn finden, in die Hand zu nehmen; es lohnt sich schlichtweg nicht. Der Film ist einer dieser grauenhaften Machwerke, von denen man einfach abraten muss, weil man sonst ein schlechtes Gewissen hat. Und das, obwohl der Regisseur ein durchaus bekannter Name aus dem Genre Horror ist: Tobe Hooper.
Was macht den Film so scheußlich? Er ist voll von allen erdenklichen Klischees, für die Platz war. Angefangen mit der Tatsache, dass Sohnemann Doyle (Dan Byrd, der immerhin demnächst in dem Film The Hills Have Eyes zu sehen sein wird) den typischen Jugendlichen in solchen Filmen spielt, dessen rebellische Ader daran zu erkennen ist, dass er zu schnell mit dem Auto seiner Mutter fährt, sich auch mit Typen schlägt, die augenscheinlich älter (und kräftiger) sind und selbstverständlich Mariuana raucht. Natürlich! Seine kleine Schwester, unglaublich schlecht gespielt von Stephanie Patton, das muss man einfach sagen (und nein, dabei habe ich kein schlechtes Gewissen), ist, wenn sie denn überhaupt ein Wort mit ihrem Bruder wechselt, zu Anfang nur damit beschäftigt, ihn in die Pfanne zu hauen. Ansonsten verteilt sie Süßigkeiten auf den Gräbern des anliegenden Friedhofs, so viel anbei zu den wunderbar dämlichen Storyinhalten des Films Mortuary.
Weitere Klischees sind beispielsweise in den Rollen der drei Jugendlichen zu finden, die ständig dabei sind, Jonathan Doyle (den Sohn) zu veräppeln. Einfach unfassbar, wie scheinbar gern hier mit den typischen, den allzu bekannten Handlungssträngen umhergeworfen wird, von denen man nun wirklich rein gar nichts mehr sehen möchte.
Und dann die inhaltlichen Schwierigkeiten, um es nett auszudrücken: die Mutter, die übrigens per Buchanleitung Leichen einbalsamiert, sagt ihrem Sohn, nachdem er nachts auf dem Friedhof war, dass dies gefährlich sei... und jetzt kommt es.... dann rät sie ihm dazu, beim nächsten Mal einen Baseballschläger mitzunehmen. Muss man noch mehr sagen? Ich denke nicht.
Der Film ist nicht spannend, dafür aber lächerlich. Die Leichen und Möchtegern-Zombies sehen unwahrscheinlich schlecht aus und Schockmomente gibt es kaum welche. Immerhin, ich kann mich erinnern, ein- oder zweimal gezuckt zu haben, was auch zugleich eine Rechtfertigung für meine noch recht ordentlich ausgefallene Wertung ist. Wie kann jemand, der einen der schockierendsten Filme aller Zeiten gedreht hat (The Texas Chain Saw Massacre, 1974) oder auch verantwortlich für den erfolgreichen Film Poltergeist war, ein solch miserables Script überhaupt zu Ende lesen? Selbst optisch ist Mortuary nicht gut. Die immer wiederkehrende Farbe grün, die wie ein roter Faden wirkt, stört nur und ist alles andere als angenehm, raubt sie dem Film doch auch noch den letzten Funken Ernsthaftigkeit und Bedrohlichkeit.
Fazit: einen großen Bogen machen und lieber solch gelungene Horrorfilme wie Texas Chainsaw Massacre, Remake oder The Descent anschauen. Mr. Tobe Hooper, was haben sie sich dabei gedacht?
Jetzt kommentieren? / 1 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Dan Byrd, Stephanie Patton, Tarah Paige, Greg Travis, Alexandra Adi, William Alva, Denise Crosby, Adam Gierasch



Jigsaw / 08.04.2008 07:46:15
Zu bemüht wirkender Film mit mieser Story.
1 Sternen