Oscar (1967)
Handlung
"Was fehlt dem Herrn denn ?"
"Ich glaube der hat Hirnsausen"
Jetzt frägt sich wahrscheinlich jeder "Hirnsausen, was ist das denn? Vielleicht eine Krankheit?". Nein meine Damen und Herren. das ist keine Krankheit, sondern eine der schönsten Filmgrimassen der Filmgeschichte. Aber dazu kommen wir später.
In Oscar geht es um den Industriellen Bertrand Barnier, gespielt von dem Comedy-King Louis de Funes. Dieser wird eines schönen Tages von seinem Buchhalter Christian Martin angesprochen, dass dieser unseren Barnier jahrelang beklaut hat. Natürlich hat dieser nichts davon gemerkt und ist jetzt stocksauer. Dies hat aber Martin nur gemacht, damit er was auf der hohen Kante hat um Barniers Tochter zur Frau nehmen zu dürfen. Was aber beide nicht wissen ist, das Martin gar nicht um die Hand der Tochter anhält, sondern um die eines Mädchens, dass sich nur als Barniers Tochter ausgegeben hat. Verstanden? Nein! Egal! Dazu gesellt sich noch das Mädchen das sich als Barniers Tochter ausgegeben hat, Barniers Frau, der Fitnesstrainer ein Strunzdummer Muskelprotz, Barniers Tochter selbst und natürlich der Butler sowie Koffer, die ständig vertauscht werden und auch eine sehr bedeutende Rolle spielen. Besser ich schreib hier nicht zuviel, denn man kann das ganze Tohuwabohu nicht in Worte fassen man muss es einfach gesehen haben. Jetzt fragen sie sich sicherlich: "Aber wer oder wo ist Oscar ?" Gute Frage. Der kommt ja auch noch vorbei und ist der Chaffeur vom Barnier. Zum Schluß gibt es dann noch eine Überraschung, aber das wäre ja auch zu schade diese zu verraten.
Besetzung / Stab
Regie
Kritik
Ich beneide oft Frankreich vor allem wegen ihrer Filmkunst. 1. Sie bringen tolle Actionfilme sowie Komödien hervor. Ah genau Komödien. Merken bitte. 2. Sie haben oder hatten tolle Schauspieler wie Jean Reno, Jean-Paul Belmondo oder auch Louis de Funes. Jetzt bitte wieder merken. Jetzt haben wir uns zwei Dinge gemerkt: Komödien und Louis de Funes. Und genau einer dieser Komödien nehmen wir genauer unter die Lupe. Und zwar Louis de Funes "Oscar".
Mit Oscar gelang Louis de Funes sein Meisterstück. Eine One-Man-Show wo die anderen Darsteller nur zu Statisten degradiert werden. Aber dabei nicht das schauspielern vergessen und sich mit Louis de Funes die Bälle für sein Spiel zuspielen. Er hüpft, er schreit, er lacht, und wenn er seinen durchbohrenden Blick einsetzt, dann denkt man nur an Fahnenflucht. Und das beste sind seine Grimassen. Köstlich, zum totlachen. Wer hier nicht lacht, ich muss es sagen, der ist geistig tot. Genau hier setzt dann das Hirnsausen ein. Wenn de Funes den Koffer mit dem Muskelprotz aufmacht, dann bemerkt das zum wiederholten Male Wäsche statt Geld drin steckt. Da wird grimassiert, die Nase imaginär lang gezogen. Man muss es einfach sehen. Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, ich dachte ich werde verrückt vor Lachen. Ich glaube de Funes war auch so in seinem richtigen Leben. Ein Choleriker und Machtmensch durch und durch. Der auch im privaten seine Mitmenschen um den Verstand gebracht hat. So was kann man meiner Meinung nicht anlernen, so was hat man im Blut.
Zum Beispiel ein Robert de Niro wurde ja für seine Darstellung in "Wir sind keine Engel" verrissen. Die Kritiker schrieben: "Er grimassiert wie ein schlechter Funes!". Also bestätigt das nur meine These: So was kann nicht kopieren. Das lebt man.
Bei den weiteren Darstellern, die ja wie schon gesagt zu Statisten degradiert werden kann man sagen: "Kennt man ein Funes-Film, kennt man alle Darsteller". Die üblichen Verdächtigen also. Hier kann es schon mal zu einem Deja vu-Erlebnis kommen.
Die kurze Laufzeit von 80 Minuten schreckt vielleicht viele ab. Aber das ist genau die richtige Laufzeit für den Film. Nicht zu lang und nicht zu kurz. Die Zeit vergeht wie im Flug, da braucht man sich keine Gedanken zu machen.
Was den Film auch so ganz besonders macht ist, dass er in seinem Witz zeitlos ist. Man konnte 1967 darüber lachen. Also unsere Väter und Großväter. Heutzutage kann man auch noch herzhaft über diesen Filme lachen. Der Humor ist gut durchdacht. Kein Fäkalhumor, keine versauten Witze wie sie ja Ende der 90er Jahr z.B. in "American Pie" vorkamen. Aber auch so langsam in der Versenkung verschwinden. Gutes ist eben unkaputtbar.
Also genau der richtige Film für verregnete Nachmittage wenn die Seele schwer auf einem liegt. Dann pustet sie de Funes mit seiner Spiellaune davon.
Was aber die wenigsten wissen: "Oscar" hat sogar Hollywood gefallen, die auch noch ein Remake drehten. Und zwar mit keinem geringerem als "Rambo" Sylvester Stallone. Ja genau richtig gelesen. Und er ist verdammt witzig dabei. Sowie der ganze Film ist ein würdiges Remake. Aber das ist ein anderes Thema.
Fazit: Ein sehr guter Film, den man einfach gesehen haben muss. Die ganze Schauspielriege zeigt eine tolle Ensembleleistung mit Louis de Funes als Häuptling an der Spitze. 80 Minuten voller Kalauer und Grotesker Grimassen, wo ein Witz den anderen jagt. Ich empfehle den Film öfters anzusehen. Denn wenn man bei einem Witz lacht, könnte es sein das man den nächsten überhört hat. Also nicht lange fackeln, wenn ihr den Film das nächste mal irgendwo seht einfach mal reinschauen. Es lohnt sich!


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