The Reaping ‑ Die Boten der Apokalypse
The Reaping
Inhalt
Kommt die Wissenschaft dagegen an?Katherine Winter (Hilary Swank) glaubt nicht an Wunder, sondern an Tatsachen. Die ehemalige Pastorin hat den Talar abgelegt, nachdem sie ihre kleine Tochter und ihren Mann während ihrer Missionsarbeit im Sudan verloren hat. Jetzt sucht sie ihr Heil nicht mehr im Gebet, sondern in wissenschaftlicher Forschung: als Universitätsprofessorin hat sie sich zur führenden Expertin entwickelt, die religiöse Phänomene als Humbug entlarvt. Sie reagiert auf Anfragen aus aller Welt, um weinende Statuen, Wandflecken in Form von Heiligen oder blutende Handflächen zu untersuchen. Und bisher ist sie noch jedem göttlichen Geheimnis auf die Spur gekommen. Doch als der Kleinstadtlehrer Doug Blackwell (David Morrissey) ihre Hilfe braucht, um einer Reihe von bizarren Vorfällen auf den Grund zu gehen, die die Einwohner für ein Gottesgericht halten, müssen Katherine und ihr Partner Ben (Idris Elba) feststellen, dass Wunder manchmal trügerisch sein können: der Grat zwischen Glaube und Aberglaube ist gefährlich schmal.
In den entlegenen Wäldern und Sümpfen von Louisiana versteckt sich das Städtchen Haven, wo die Gesetze der Logik anscheinend neu formuliert werden müssen: ein Kind ist gestorben und das Flusswasser hat sich in Blut verwandelt - das ist erst der Anfang einer Serie von Ereignissen, durch die der Ort wie von den zehn biblischen Plagen heimgesucht wird.
Kritik
Bei solchen Filmen ist immer die Frage, ob dem Zuschauer etwas neues präsentiert wird. Natürlich ist es mittlerweile schwierig, etwas zu inszinieren, dass wir so bislang noch nicht gesehen haben. Das kann dann aber entweder auf der gestalterischen Ebene (Technik) geschehen, wie zuletzt in 300. Oder eben auf inhaltlicher Ebene. Bei einem Horrorfilm wie The Reaping sollte uns die inhaltliche Ebene interessieren. Und was passiert? Im Grunde genommen nichts, denn inzwischen wurden wir schon ausgiebig mit furchtbaren Schicksalen der Hauptfigur konfrontiert. In diesem Fall ist es der Tod von Ehemann (oder Freund) und Tochter von Katherine Winter, gespielt von Hilary Swank. Und immer wieder ist es dann so, dass gerne Albträume und Visionen zur Hilfe genommen werden, um dieses Schicksal darzustellen. Gut, immerhin, und das muss man dem Film wirklich lassen, hat man mitunter durchaus Kreativität in der Umsetzung jener Träume und Visionen bewiesen. So rennt Katherine in einer Szene dem geheimnisvollen Mädchen im Wald hinterher, stürzt und landet schließlich nicht auf Gras und Ästen, sondern in perlweißem Sand. Dieser Übergang sah zumindest recht hübsch aus. Dennoch, vom Prinzip her liefert The Reaping nichts, was wir nicht schon etliche Male gesehen haben und das kann ja eigentlich nur schief gehen.Stellt sich die Frage, warum die Bewertung dennoch aussieht, als würde es sich bei Reaping um einen Film handeln, der das Eintrittsgeld wert ist... und das ist er durchaus. Denn wenn man die Dinge, die der Film einem bietet, oberflächlich bewertet und man von dem Wunsch, etwas gänzlich neues präsentiert zu bekommen, absehen kann, dann wird man mit The Reaping auch seinen Genre-Spaß haben. Die Schockeffekte sitzen nicht nur einmal richtig gut und teilweise kommt sogar ehrliche Spannung auf, so dass man doch gebannt und ein wenig nervös im Kinosessel klebt.
Natürlich kommt es dem Film sehr zu gute, dass man eine Schauspielerin engagieren konnte, die zum einen bekannt, zum anderen wohl ganz allgemein gesehen immer wieder einen durchweg sympathischen Eindruck macht. Das kann zumindest wie ein Publikumsmagnet in dem einen oder anderen Fall wirken, nach dem Motto: Reaping, ich weiß... ach, da spielt doch die Hilary Swank mit, oder? Dann ja, die ist toll, die hat doch schon einen Oscar gewonnen, nicht? Zwei sogar? Wäre denkbar.
Und was bietet uns Swank? Einen ordentlichen (Über-)Durchschnitt, nicht alles, was sie kann, aber dazu ist die Rolle und der Film auch nicht prädestiniert. Aber eine gute Leistung und vor allem eine Leinwand-Präsenz, die man genießen kann.
Die Story ist in Ordnung, hat zwar ihre Schwächen, weil es sich irgendwann einfach wiederholt. Erst der Blutfluss, dann die vom Himmel fallenden Frösche, was mich persönlich sofort an den wunderbaren Film Magnolia denken ließ, die Heuschrecken, die wir auch schon aus dem Trailer kennen und schließlich ein furioses und feuriges Ende.
Was mich persönlich freut: der Film kann am Ende sogar mit einer Wendung auftrumpfen, die vom Prinzip her nicht der Clou ist, aber dennoch recht nett funktioniert. Um dann wirklich ganz am Ende - also kurz vor den Credits - noch einmal mit einer gelungenen Mischung aus Dramatik und Witz, ein Schmunzeln lässt sich trotz der eigentlich Brisanz nicht vermeiden, daher zu kommen.
Fazit: So liefert The Reaping im Endeffekt gutes Kino, für das sich eben sogar ein in der heutigen Zeit unverständlich hoher Eintrittspreis lohnt. Obwohl ich die Vermutung anstelle, dass der Film ohne eine Hilary Swank nicht ganz so viel Spaß machen würde.
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Regisseur
Schauspieler
Hilary Swank, David Morrissey, Idris Elba, AnnaSophia Robb, Stephen Rea, William Ragsdale, John McConnell, David Jensen, Yvonne Landry, Samuel Garland, Andrea Frankle, Myles Cleveland, Mark Lynch, Stuart Greer, Lara Grice


