Die Vergessenen
The Forgotten
Inhalt
Eine Mutter auf der Suche nach ihrem Sohn.Wer sind Die Vergessenen? Und wer sorgt dafür, dass sie aus dem Gedächtnis gestrichen werden? Oder handelt es sich tatsächlich nur um die Wahnvorstellungen einer Mutter, die ihr Kind verloren hat?
Sie hat Tränen in den Augen und schaut auf die Fotos und den Baseball-Handschuh. Telly (Moore) ist seit 14 Monaten bei dem Psychologen Dr. Munce (Sinise) in Behandlung. Hinter ihr liegt ein traumatisches Erlebnis. Einst hatte sie ihren Sohn Sam zu einem Flughafen gebracht. Dort stand eine Maschine der Firma Quest Air, die ihn und andere Kinder in ein Ferienlager bringen sollte. Doch Sam kehrt nicht wieder.
Regisseur Joseph Ruben (Money Train, The Good Sun) liefert dem Zuschauer eine neue Vorgehensweise bezüglich des Ablaufs der Geschichte. Wir werden sofort in die Problematik von Telly geworfen, ungeschützt sozusagen, denn der Film startet im Grunde mit einer Thematik -oder Offenbarung-, die in den meisten Filmen erst am Schluss in Konfrontation mit dem Zuschauer tritt. Sofort erfahren wir, dass scheinbar alle Menschen, die sich in der Nähe der traumatisierten Telly befinden, von Wahnvorstellungen ausgehen, denn selbst ihr Mann Jim (Edwards) sagt, dass es nie einen Sam gegeben hat… nun ja, und er sollte es wissen.
Auch ihr Psychiater spricht von einem Wahn, der dem Trauma der Vergangenheit und der Tatsache, dass Telly nicht von ihrem Sohn loslassen kann, zugrunde liegt. Aber wie könnte eine Mutter überhaupt loslassen, ihr Kind vergessen?
Schon sehr bald geschehen merkwürdige Dinge, die aber erneut scheinbar nur das Bewusstsein von Telly ansprechen, denn wieder kann sie von niemand anderem Hilfe erwarten - Fotos, auf denen noch eben das Bild ihres strahlend lachenden Sohnes zu sehen war, zeigen plötzlich nur noch die Eltern, als hätte es Sam nie gegeben. Fotoalben sind leer, Videobänder präsentieren nur noch ein Schwarz-Weiß-Picksel-Bild. Hat Jim die Bänder ihres gemeinsamen Sohnes gelöscht, die Fotos entfernt und ausgetauscht, um seiner Frau auf so radikale Weise zu helfen? Telly jedenfalls ist sich dem sicher: "Willst du, dass ich dich hasse".
The Forgotten beinhaltet eine ganze Brandbreite an Gänsehautszenen, womit ich nicht den typischen Spannungshorror meine, den wir empfinden, wenn eine Figur durch ein staubiges Anwesen streift, Taschenlampenlicht voraus und wir genau wissen, denn da waren ja diese Geräusche, dass noch jemand in dem alten Haus sein muss. Nein, hier wird mehr auf Erkenntnisspannung gesetzt, denn auf Grauen, was meiner Ansicht nach recht ordentlich wirkt. Zum Anfang sorgen allein Sätze wie "Telly, es hat nie einen Sam gegeben" oder "Du hattest eine Fehlgeburt" für kribbelnde Schauer.
Und was wie ein Drama beginnt, wird schließlich zu einer temporeichen Hetzjagd, denn Telly findet in dem gebrochenen Ash Correll (West) einen hilfreichen Partner auf dem Weg zur Lösung des großen Geheimnisses. Die beiden werden -tja, wieso eigentlich?- von der NSA (National Security Agency) verfolgt und immer wieder taucht ein und derselbe Mann an verschiedenen Schauplätzen auf, die die beiden Elternteile während der Suche nach ihren Kindern passieren, denn spätestens zur Mitte des Films sind beide davon überzeugt, dass Sam und Laura noch am Leben sind. Oder handelt es sich doch um lose Wahnvorstellungen?
Auf den Schluss möchte ich nicht weiter eingehen, als das ich folgendes sage: es besteht die unheimlich große Möglichkeit, dass die Auflösung zu Die Vergessenen in ihren Augen der absolut lächerlichste Mist ist, den sie neben dem Finale von Boogeyman je gesehen haben. Oder aber sie können etwas damit anfangen, was möglicherweise mit ihren Erwartungen zusammenhängt und dem, was sie vorher über den Film gehört haben, und sind begeistert. Ich kann nicht einmal vermuten, und möchte es auch nicht, wie der Schluss tendenziell wirkt. So, viel mehr sage ich nun wirklich nicht, nur noch eines: zum Ende hin nimmt The Forgotten die Grundzüge anderer Genres an.
Ein Wort zu den Schauspielern: Hauptdarstellerin Julianne Moore (im Sommer 2005 mit der romantischen Komödie Laws Of Attraction in den Kinos) überzeugt auf der ganzen Linie und verleiht der trauernden und schließlich zweifelnden Mutter ein glaubwürdiges Gesicht. In der primären Nebenrolle ist Dominic West (Chicago, Star Wars: Episode I - The Phantom Menace) zu sehen, der weder äußerst positiv noch negativ auffällt und seine Sache demnach straight-ahead durchzieht.



Chinchillakiller / 11.06.2008 21:48:44
Der Film fängt gut an, man denkt "echt interessante Story" und dann am ende wirds lächerlich....schade
2 Sternen
DocProc / 21.06.2008 14:28:59
Fand den scho ziemlich spannend
3 Sternen