FC Venus - Angriff ist die beste Verteidigung
Inhalt
FC Venus schickt den ältesten Konflikt der Menschheit in die nächste RundeAnna Rothe (Nora Tschirner) und Paul Bruhn (Christian Ulmen) sind ein glückliches Paar und wohnen in der Hauptstadt. Eines Tages bekommt Paul einen bedeutsamen Anruf aus seiner alten Heimatstadt Imma. Als Vorwand eröffnet er Anna den Vorschlag, er könne das halbe Büro eines alten Freundes als Steuerberater in seiner Heimatstadt übernehmen. Schließlich lässt sie sich überreden und beide ziehen um. Womit sie nicht gerechnet hat: der vermeintliche Anruf war eher ein Hilferuf und die Erinnerung an ein Versprechen. Denn zu jener Zeit, als Paul von seiner Heimatstadt nach Berlin zog, gab er seinen alten Fußballkameraden des Clubs Eintracht Imma 95 die Zusicherung, falls der Club einmal in Nöten ist, würde er helfen kommen. Nun ist deren Topspieler verletzt und der Verein steckt in Schwierigkeiten. Der Umzug wird vollzogen.
In Imma lernt Anna schnell die anderen Spielerfrauen kennen und findet wütend heraus, wofür sie eigentlich ihr Leben in Berlin aufgegeben hat: für ein paar Möchtegern Fußballspieler der dritten Kreisklasse. Anna will dem ein für alle mal ein Ende bereiten und aus einer Schnapsidee wird bitterer Ernst: die Spielerfrauen fordern ihre Männer zum ultimativen Fußballduell heraus: Frauen gegen Männer. Der Einsatz: sollten die Männer verlieren, wird nie wieder ein Wort über den Fußball verloren. Sollten die Frauen verlieren, werden sie nie wieder diesbezüglich meckern. Einzige Bedingung: es dürfen nur Spieler in die Frauenmannschaft aufgenommen werden, die mit einem der Gegenspieler im letzten Jahr Sex hatte. Plötzlich steht die berühmte Torwärtin Kim Wagner (Anneke Kim Sarnau) vor den Toren Immas und Annas verstorben geglaubter Vater (Heinz Hoenig) kehrt lebendig wieder. Der Fight kann also beginnen...
Kritik
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des Sports. Nicht nur im Fernsehen, auf Häuserwänden und auf allen Produkten ist er im WM-Jahr zu sehen, der Fußball. Nun rollt er auch auf der Leinwand. In Ute Wielands Komödie "FC Venus - Angriff ist die beste Verteidigung" geht es dennoch nicht pur um das runde Leder und jede Frau sollte sich zweimal überlegen, ob sie diesmal das Angebot ihres Schatzes, sie ins Kino einzuladen, ablehnen sollte. Die Komödie dreht sich nicht um den reinen Männerkampf in diesem Sport, nein, vielmehr steht die weibliche Gegenwehr im Vordergrund.Nora Tschirner ist Anna Rothe, die Freundin von Paul Bruhn (Christian Ulmen), beide wohnen in Berlin. Sie hat zwei Jahre dafür gebraucht, bis er seine alten Fußballklamotten bei eBay versteigert, das erste Mal keine Jahreskarte mehr von Hertha gekauft und selbstständig sein Kicker-Jahresabo storniert hat. Doch sie hat nicht mit dem Versprechen ihres Freundes gerechnet, der seinem Verein bei Nöten Hilfe zusicherte. So weit so gut. Als sich dann aber herausstellt, dass sich der Topscorer gerade bei einem Kopfballversuch den Scheitel am Pfosten gestoßen hat und deswegen zurzeit im Koma liegt, ist dieser Hook (sozusagen: die Einladung zum Weiterschauen) der Geschichte ziemlich weit hergeholt.
Der Film lebt einfach von seinen Storywendungen. Ute Wieland macht da auch kein Halt vor jeglichen Klischees und lässt beispielsweise den einzigen Mann wegen einer Ungenauigkeit im Geschlechterkampfvertrag durch eine homosexuelle Beziehung in die Frauenmannschaft rutschen und der todgeglaubte Vater von Anna entpuppt sich quicklebendig als der Toptrainer Deutschlands. Logisch, dass da auf beiden Seiten der Beziehung der Protagonisten die Fetzen fliegen, die Komödie hingegen verliert an Glaubwürdigkeit. Aus der guten Idee einer finnischen Autoren hätte man für einen Filmstoff mehr rausholen können, doch letzten Endes darf man als Regisseurin bei einer Komödie nun mal auch übertreiben, man sollte es aber nicht ausreizen, was in einigen Sequenzen geschieht.
Einzig und allein bemerkenswert ist der Riesencast von nennenswerten Schauspielern, angefangen von Heinz Hoenig, über Christian Ulmen und Anneke Kim Sarau bis hin zu Nora Tschirner. Dass die Protagonisten nicht zum ersten Mal zusammenarbeiten, merkt man sofort.
Fazit:
Durchschnittliche Komödie mit ansehnlichen Schauspielern, allen voran Nora Tschirner. Aus der übertriebenen Verfilmung des Stoffes hätte man sicherlich mehr machen können. Herauskam ein Film, den sich beide Geschlechter zusammen angucken können. In diesem Sinne: es lebe der Sport!
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Regisseur
Schauspieler
Nora Tschirner, Christian Ulmen, Florian Lukas, Heinz Hoenig, Leslie Malton, Sandra Borgmann, Karina Fallenstein, Andrea Günther, Nikola Kastner



Gambit521 / 23.07.2008 05:27:29
Muss nicht sein wie schon gesagt hätte man sicherlich mehr machen können.
nicht bewertet