Brotherhood
Taegukgi hwinalrimyeo
Inhalt
Die koreanische Antwort auf "Der Soldat James Ryan"!Die Brüder Jin-tae Lee (Dong-gun Jang) und Jin-seok Lee (Bin Won) haben kein leichtes Leben nach dem frühen Tod ihres Vaters. Besonders Jin-tae, der Ältere der Beiden, muss viele Opfer bringen. Er gibt die Schule auf und arbeitet als Schuhputzer, um seine kranke Mutter zu unterstützen und seinem jüngeren Bruder ein besseres Leben zu ermöglichen.
Als 1950 der Koreakrieg ausbricht werden die beiden für die Südkoreanische Armee eingezogen und müssen im Kampf für das Vaterland ihre Familie und ihr Heim zurücklassen. Fortan tut Jin-tae alles um seinen jüngeren Bruder zu schützen. Er schließt sogar einen Pakt mit seinem Vorgesetzten: Wenn es ihm gelingt die "Medal of Honor" zu erlangen wird dieser sich für die Entlassung seines Bruders einsetzen. So muss sich Jin-tae immer wieder freiwillig in größte Gefahr begeben und sein Leben aufs Spiel setzen, was Jin-seok nicht verstehen kann und will.
Der Krieg nimmt seinen Lauf und mit der Zeit stumpft Jin-tae immer mehr durch die Gräueltaten des Krieges ab und baut einen unbändigen Hass gegen die verfeindeten Kommunisten aus Nordkorea auf, der sich im Quälen von Hilflosen Kriegsgefangenen niederschlägt. Mit fortwährender Dauer des Krieges entfremden sich die beiden Brüder mehr und mehr…
Kritik
Am 25. Juni 1950 überschritten nordkoreanische Truppen die Demarkationslinie am 38. Breitengrad und fielen in Südkorea ein. Die Amerikaner, die einen Dominoeffekt befürchteten, wenn ganz Korea kommunistisch würde, griffen mit einer UN-Vollmacht auf der Seite Südkoreas in den Krieg ein. Am 30. Juni 1950 entsendet der amerikanische Präsident Truppen unter der Führung von General Douglas MacArthur noch Korea. Im Oktober gelingt es den UN-Truppen die Nordkoreaner bis an die chinesische Grenze zurückzudrängen. Doch dann greift China mit 800.000 Soldaten auf der Seite der Nordkoreaner in den Krieg ein und das Leid beginnt von Neuem.Der Krieg endete am 27. Juli 1953 mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstandabkommens. Ein Friedensvertrag wurde nie abgeschlossen, die beiden koreanischen Staaten befinden sich offiziell also auch heute noch immer im Krieg. Der Krieg zementierte die Teilung Koreas längs des 38. Breitengrades und forderte schätzungsweise 2 Millionen Tote und Verletzte.
Vor diesem Hintergrund spielt "Brotherhood", der in der Landessprache "Taegukgi" heißt –die Bezeichnung für die Südkoreanische Nationalflagge.
"Brotherhood" ist kein gewöhnlicher Kriegsfilm, sondern ein Familiendrama eingebettet in einem Solchen. Die Story ist einfach grandios und herzergreifend zugleich. Die tragische, bis zum offenen Kampf eskalierende Entfremdung zweier Brüder dient als Analogie für die Spaltung Koreas in verfeindete Bruderstaaten, die zum mörderischen Bürgerkrieg zwischen Nordkorea und Südkorea führt. Das hochdramatisch entwickelte, herzergreifende Handlungsgeschehen, verbunden mit überaus spektakulären Kampfszenen, sorgt für enorme Spannung und starke Gefühle. Der Film zeigt schonungslos und ohne zu Beschönigen die Grausamkeiten, das unermessliche Leid und den Wahnsinn des Krieges. Die realistisch wirkende Darstellung der Gewalt sorgt dafür, dass diese nicht verherrlicht, sondern erschütternd und grausam wirkt.
Regisseur Kang sagt dazu folgendes: "Krieg hat zwei Gesichter. Es gibt die Gewalt, aber da ist auch eine sehr emotionale, menschliche Seite. Mein Film stellt beide Aspekte dar, um die Realität des Krieges zu vermitteln."
"Taegukgi" ist für koreanische Verhältnisse ein Film der Superlative. Für die aufwendigen Actionszenen wurden 25.000 Statisten benötigt. Allein an der Finalschlacht waren 3000 Statisten sowie 500 Stuntmen aktiv beteiligt. Die Drehdauer betrug drei Wochen und währenddessen wurden 15.000 Patronen verschossen, um nur mal einige Zahlen zu nennen. Außderdem wurde beispielsweise die Innenstadt von Pyongyang originalgetreu in der Architektur der 1950er Jahre nachgebaut, um größtmöglichen Realismus für die vielen Häuserkämpfe zu gewährleisten. Die vielen Schlachtszenen wurden aber auch durch CGI Effekte unterstützt. Hier ist auch die einzige kleine Kritik zu verzeichnen, denn mit einem so geringen Budget für solch einen aufwendigen Film wurde an dieser Stelle ein wenig gespart.
Bevor der Film endgültig geplant und realisiert wurde war eine Menge Recherchearbeit notwendig, wir sprechen in diesem Fall von nicht ganz zweieinhalb Jahren. Hierzu zählten die Auswertung von Geschichtsbüchern, Fotos und Dokumentarfilmaufnahmen.
Mit einem Budget von etwa 15 Millionen US Dollar ist "Brotherhood" der teuerste koreanische Film aller Zeiten. Bis zum Februar dieses Jahres war er auch der erfolgreichste Film aller Zeiten in Korea. Im schnitt hat ihn jeder vierte Koreaner im Kino gesehen. Er wurde kürzlich zwar von "The King and the Clown" abgelöst, steht aber in der Rangliste der erfolgreichsten koreanischen Filme noch immer auf Rang zwei, gefolgt von "Silmido".
Natürlich trägt auch die gute schauspielerische Leistung zu dem großartigen Film bei. Der koreanische Superstar Dong-gun Jang spielt Jin-tae Lee, den älteren der beiden Brüder. Er hat seine Vielseitigkeit und Ausdrucksstärke schon in einigen namhaften koreanischen Filmen unter Beweis gestellt. Zu seinem Part in "Taegukgi" sagt er: "Dies war die schwierigste Rolle für mich, seit Beginn meiner Laufbahn als Schauspieler. Ich gab mein Bestes, mehr als in jedem anderen Film. Ich habe versucht, sogar meine eigene Identität zu vergessen, um ganz im Charakter der Filmfigur aufzugehen. Ich bin sicher, dass dieser Film auch auf dem internationalen Kinomarkt erfolgreich sein wird." Jang ist zurzeit auch in "Wu Ji", dem teuersten chinesischen Film aller Zeiten, in den deutschen Kinos zu sehen.
Der Newcomer Bin Won, wurde durch "Brotherhood" praktisch Übernacht zum Star in Korea. Der einfühlsame Darsteller spielt im Film den jüngeren Bruder Jin-soek. Zu seiner Rolle sagt er: "Ich habe noch immer Schmetterlinge im Bauch, so wie in jenem Augenblick, als ich zum ersten Mal das Drehbuch bekam. Die Dreharbeiten waren körperlich sehr anstrengend, aber ich bin noch immer so nervös und aufgeregt wie in dem Moment, als ich die Rolle angeboten bekam…"
Die beiden Hauptdarsteller mussten große körperliche Anstrengungen für ihre Rollen in Kauf nehmen. Die harten Mann-Gegen-Mann Auseinandersetzungen erforderten viel Training und Übung, um die richtigen Bewegungsabläufe zu lernen. Zudem bestand bei den zahlreichen Explosionen die Gefahr von umher fliegenden Trümmern getroffen zu werden.
Abschließend noch einige Worte zu einem, in meinen Augen, weiteren tragenden Element des Films – zum brillanten Score. Dieser Stammt aus der Feder des koreanischen Komponisten Dong-jun Lee. Eine perfekte Mischung aus dramatischen, romantischen und dynamischen klängen – meine Empfehlung: einfach mal reinhören!
Fazit: Ein (Anti)Kriegsfilm der Spitzenklasse. Der Film verbindet durch seine tolle Story auf einzigartige Weise einen Kriegsfilm mit einem Familiendrama. Dem Regisseur gelingt es durch die realistischen Einstellungen den Zuschauer an dem Kriegsgeschehen teilhaben zu lassen. Man kann Dreck und Schlamm, Schweiß und Blut förmlich riechen. Allerdings ist der Film durch seine vielen realistischen Schlachtszenen nicht unbedingt etwas für zart besaitete Gemüter – allen anderen Empfehle ich ins Kino zu gehen und sich den Film anzuschauen, denn auch bei uns startet er demnächst endlich im Kino.
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Regisseur
Schauspieler
Dong-Kun Jang, Bin Won, Eun-ju Lee, Hyeong-jin Kong, Yeong-ran Lee, Min-Sik Choi, D.C. Douglas, Dae-Hoon Jeong, Jae-hyeong Jeon, Yun-hie Jo, Doo-hong Jung, Bo-kyeong Kim, Su-ro Kim



stallone / 09.12.2007 14:57:12
der film hat ein paar szenen, die den zuschauer wirklich zum weinen bringt, die charaktere sind einfach überzeugend gespielt und die geschichte ist verdammt traurig sodass der zuschauer bis zur letzten minute mit tränenden augen mitfiebert. ein muss für jeden kinoliebhaber!!!
6 Sternen