Verfasst von Sebastian Stumbek am 07.06.06 08:12:33 - 1 Kommentare

Ultraviolet

Moviereporter-Bewertung:
  • 2.5/6 Sterne.
Leserwertung (6): 2.5 / 6

Land USA

Genre Action, Martial-Arts

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: 06.07.2006
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Inhalt

Hi. My name is Violet. And I was born in a world you may not understand.

Gegen Ende des 21. Jahrhunderts ist durch eine Epidemie, die Genmutationen hervorruft, eine Subkultur von Menschen entstanden. Alle Infizierten werden zu einer Art Vampir: Sie verfügen über außergewöhnliche Schnelligkeit, Intelligenz und Kraft. Da die Regierung in ihnen eine Bedrohung sieht, werden sie ausgegrenzt und unter Quarantäne gestellt - mit dem Ziel, sie zu vernichten. Nur die infizierte Kämpferin Ultraviolet (Milla Jovovich) kann dies verhindern. Sie macht es sich zur Aufgabe, den neunjährigen Jungen Six zu beschützen, auf den es die Regierungstruppen besonders abgesehen haben. Six ist der menschliche Schlüssel zur Vernichtung der Infizierten. Er trägt ein Virus in sich, das den Fortbestand von Violets Rasse unterbinden soll. Die Rettung des Jungen gerät zum Wettlauf gegen die Zeit, in dem sie nicht nur das Kind, sondern ihre gesamte Spezies beschützen muss und Rache an denjenigen sucht, die ihr persönliches und das Schicksal ihrer Mitstreiter zu verantworten haben.

Kritik

Groß waren die Erwartungen an "Ultraviolet". Kurt Wimmer, dessen "Equilibrium" schon sehr begeisterte, führte immerhin Regie. Auch Milla Jovovich in der Hauptrolle versprach einiges sowie die Trailer zum Film, die im Vorfeld einen guten Eindruck machten. Allerdings hinterlässt der Film im Nachhinein einen nüchternden Eindruck, da er einige deutliche Schwächen aufweist.

Wenig beeindruckt vom schlechten Einspielerergebnis in den USA und den allseits schlechten Kritiken ging ich voller Vorfreude in den Film. Es beginnt mit einem stimmungsvollen Vorspann, in dem die Comics gezeigt werden, dazu kräftig-dynamische Musik von Klaus Badelt ("Fluch der Karibik") – soweit so gut. Dann beginnt der eigentliche Film. Ist das etwa ein schlechter Spezialeffekt? Oder der dort auch? Schnell zeigt sich die erste Schwäche des Films: Die Effekte sehen einfach total billig und schlecht aus. Nun gut, der Film hatte nur 30 Millionen Dollar gekostet, aber selbst damit wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen. Diese Schwäche zeigt sich vor allem in Außenaufnahmen, die die Stadt zeigen; die Hubschrauber und Flugzeuge und alles was sich dort sonst noch bewegt sieht einfach nicht gut aus. In Innenräumen von Gebäuden hat man das Problem zum Glück nicht mehr. Alleine das macht aber noch keinen Film schlecht, wenn der Rest wenigstens stimmt. Aber "Ultraviolet" hat noch weitere Schwächen.

Da wäre zunächst einmal das Drehbuch, geschrieben von Kurt Wimmer selbst, welches einfach nicht gut geworden ist. Es beginnt mit den wirklich dummen Dialogen, die man weitaus besser hätte machen können. Zwar gibt es einige coole One-Liner (vor allem von Viole), die man sich gern merkt aber der Rest ist kaum erwähnenswert und total stupide. Die Story des Films ist leider auch total hirnrissig. Man erwartet zwar keine ausgereifte Story in einem solchen Film, das ist klar, aber man hätte sie viel interessanter erzählen können als getan wurde. Die verschiedenen Charaktere des Films, die sich leider überhaupt nicht weiterentwickeln und zum Zuschauer keinerlei Beziehung entwickeln, so dass man mit ihnen mitfühlt und mitfiebert, sind hier auch teils mit Schuld dran. Das liegt nicht unbedingt an den Darstellern selbst, sondern am Drehbuch. Auch der Versuch, dem ganzen Film eine gewisse Dramaturgie zu verpassen, scheitert leider. Schuld am ganzen Story-Desaster könnte auch die stark gekürzte Fassung sein, die im Kino läuft. So soll Kurt Wimmer einen knapp 2-stündigen Film geplant haben, das Studio hat aber gegen seinen Willen den Film auf 88 Minuten runtergekürzt, was man an sehr vielen Stellen im Film deutlich merkt. Vielleicht wird ein Director’s-Cut auf DVD den Film also in diesem Punkt aufwerten, wer weiß.

Weg von den Schwächen nun zu den Stärken des Films, die auch vorhanden sind. Da wäre zunächst einmal Milla Jovovich als Violet, die eine wahre Augenweide ist. Ihre Rolle erlaubt keine schauspielerische Großleistung, aber das was sie machen soll, macht sie wirklich gut. Optisch sieht sie einfach fantastisch aus in ihren vielen verschiedenen Outfits, besitzt die nötige Härte und Coolness, die sie für die Rolle der Violet benötigt und die Action-Einlagen sind ihr auch hervorragend gelungen. Vergleicht man sie beispielsweise mit Charlize Theron in "Aeon Flux", hat Milla deutlich mehr auf Lager. Schade nur dass besonders in der zweiten Hälfte des Films die Qualität und auch Quantität der Action nachlässt.

Auch der Style des Films ist gut gelungen. Die Kostüme und eingesetzten Gadgets machen  einen coolen Eindruck und die Actionsequenzen präsentieren sich in sehr ästhetischen, für Kurt Wimmer typischen, Gun-Kata- Fights (eine tolle Mischung aus Schießerei und gleichzeitigem Kämpfen mit Katana-Schwertern. Man darf nur keinen Realismus erwarten, denn die Kämpfe sind alles andere als das. Akzeptiert man das, wird man sich sicherlich über die tollen Action-Einlagen freuen. Und neben den erwähnten Gun-Kata-Fights gibt es dann noch allerlei Spielereien wie eine beeindruckende Dach-Action-Szene, in der Milla ihre Widersacher durch deren reflektierenden Sonnenbrillen beobachtet, was durch tolle Kamerafahrten gezeigt wird. Milla Jovovich war hierfür also die richtige Wahl, ihre Bewegungen und ihr Kampfstil wirken immer sehr ästhetisch und voller Power.

Dazu kommt dann ein gelungener Soundtrack von Klaus Badelt, der bereits für Filme wie Fluch der Karibik oder Equilibrium die Musik schaffte, und an den nötigen Stellen für die richtige Stimmung sorgt.

Fazit: Leider ist "Ultraviolet" nicht das geworden, was man erwartet hatte. Zwar bietet der Film einige gelungene Actionszenen mit einem mehr als coolen Style und Milla Jovovich als Violet macht im wahrsten Sinne des Wortes eine gute Figur, doch hapert es stark an der Story, den Dialogen, den Spezial-Effekten und am Schnitt des Films. Wer sich damit abfinden kann wird aber womöglich trotzdem seinen Spaß am Film haben, allerdings ist eine starke Polarisierung der Geschmäcker jetzt schon vorprogrammiert. Vielleicht sollte man einfach auf den angeblich noch erscheinenden Director’s-Cut von Kurt Wimmer auf DVD warten, der dann einige der Schwächen ausbügelt und die von Wimmer eigentlich angestrebte Filmversion zeigt. 


Jetzt kommentieren? / 1 Kommentare

  1. Jigsaw

    Jigsaw / 23.04.2008 22:26:08

    Oh,oh was soll man zu diesem Film sagen.Meine Meinung ist;sich den Film ersparen und was anderes mit Milla sehen zum Beispiel Resident Evil oder Das Fünfte Element.


    1 Sternen


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