Verfasst von Michael Schied am 04.12.05 19:37:45 - 3 Kommentare

Swades - Heimat

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.5/6 Sterne.
Leserwertung (3): 4.66 / 6

Land Indien

Genre Bollywood, Drama

Laufzeit: 210

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 02.12.2005
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Inhalt

Swades (2004)

Mohan Bhargava (Sharukh Khan) ist ein erfolgreicher Manager bei der NASA. Die Arbeitsunterbrechung in einem wichtigen Projekt nutzt er für einen Urlaub in seiner ursprünglichen Heimat, Indien. Dort will er sein Kindermädchen besuchen und sie in die USA holen. Was als ein harmloser zweiwöchiger Trip geplant war, wird zu einer Reise in das Herz von Indien und damit auch in das von Mohan. Mohans Leben wird gründlich aus der Bahn geworfen. Er wird mit der Frage konfrontiert, in den USA zu bleiben, oder nach Indien zurückzukehren.

Kritik

Hintergrund:
Swades bringt zwei große Stars des indischen Films zusammen: Regisseur Ashutosh Gowariker und Schauspieler Sharukh Khan. Bereits diese Namen sorgen dafür, dass dem Film genug Aufmerksamkeit sicher ist. Ashutosh Gowariker hat durch die Oscarnominierung seines Films "Lagaan" im Jahre 2002 ausreichendes filmisches Talent unter Beweis gestellt. Sharukh Khans Ruhm reicht schon über die Grenzen Indiens hinaus. Herausgekommen ist ein Werk, welches enttäuscht, nichtdestotrotz für den einen oder anderen sehenswert ist.

Kritik:
Der indische Film spielt sich meist in tollen Häusern und auf schnellen Autos und Motorrädern ab. Swades hingegen ist im Herzen Indiens, dem Dorf, angesiedelt. Es zeigt so ein anderes Bild von dem Land. Die Geschichte entwickelt sich dadurch, dass Mohan seinem Kindermädchen ins Dorf Charanpur nachreisen muß und in deren Haus die junge Lehrerin Gita (Gayatri Joshi) näher kennenlernt. Im Laufe seines Aufenthalts erfährt er die Realitäten von Armut, Kastenwesen, Analpabetentum, Korruption, Unterdrückung der Frau und Stromausfall. Diese halten Mohan dazu an, wichtige Ideen über die Entwicklung Indiens zu verkünden. Indien sei alten Regeln verfangen und nutzt so seine Potentiale nicht. Es sei anderen Ländern nicht überlegen, denn auch sie haben Kultur und Traditionen. Auch sollte Indien nicht andere für seine miserable Lage verantwortlich machen, Fehler zugeben und seine Selbstgefälligkeit und Tatenlosigkeit überwinden. Mohan macht diese und andere beherzte Erklärungen zur gegenwärtigen Lage. Sie sind interessant und machen den Film (auch) sehenswert, doch gleichen sie streckenweise einem zweitklassigen Dokumentarfilm. So enttäuscht Swades, denn die Geschichte der großartigen inneren Erfahrung Mohans wird langweilig und glatt erzählt. Künstliche Dramatik wird erzeugt, wo der Filmemacher sich auf andere Weise nicht zu helfen weiss. Es gibt auch schöne Bilder, wie etwa die "Landung" Mohans im Dorf zum Beginn, die öffentliche Filmvorführung von "Yaadon Ki Barat" oder die Bootsfahrt in der zweiten Hälfte. Doch wurde in ähnlichen Produktionen schon besseres gezeigt. Die Liebesgeschichte zwischen Mohan und Gita überzeugt nicht, mag aber auch angesichts Mohans großartiger Entwicklungsprojekte zweitrangig sein. Der Film scheint auch eine Botschaft, wenn auch nicht überzeugende, an die Außenwelt und die Auslands-Inder zu richten: "Ihr mögt zwar materiellen Wohlstand erlangt haben, doch irgendetwas fehlt in Eurem Leben." Das findet Ihr -wie Mohan- in Indien.

Empfehlung:
Der Film sollte von denjenigen gesehen werden, die genug vom jugendlichen, schnellen Leben in den Städten Indiens haben. Der Film führt den Zuschauer in die Seele des Landes, das Dorf. Hier wirft der Film wichtige Fragen nach der Entwicklung Indiens auf und vertritt teilweise kühne Ansichten, die so in den letzten Jahren im Film nicht zu sehen waren. Der Appell nach allgemeiner Verbrüderung hingegen geht an der Realität vorbei und überzeugt nicht. Wer ein filmisches Meisterwerk erwartet, hat mit Müdigkeit zu kämpfen. Die Musik von A. R. Rahman paßt sich der Handlung ein, ohne zu überwältigen. Swades ist in vielem eine gewöhnliche, dazu schlecht erzählte Bollywood-Produktion.

Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare

  1. stallone

    stallone / 10.12.2007 20:37:27

    ich finde ashutosch hat hier eine schöne arbeit geleistet, denn der film ist sehr realistisch und zeigt das harte leben der einfachen menschen in indien.


    4 Sternen

  2. Veremar

    Veremar / 11.12.2007 17:48:41

    Ist ein meiner Lieblingsfilme was Bollywood angeht, weil auch die Realität des Landes telweise gezeigt wird...


    4 Sternen

  3. stallone

    stallone / 21.12.2007 18:32:50

    ja, der film zeigt das wahre leben der inder.


    4 Sternen


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