Lajja
Inhalt
"Lajja" - "Wenn die Tränen aufhören, beginnt eine Revolution"Inhalt:
Vaidehi (Manisha Koirala), eine in New Yok lebende Inderin flieht vor den Demütigungen ihres Manns Raghu, gespielt von Jacki Schroff. Während ihrer Flucht durch Indien kreuzen sich ihre Wege mit den Lebensgeschichten von drei weiteren Frauen, gespielt u. a. von Mahima Chaudhury und Madhuri Dixit. Auch sie sind der Unterdrückung durch Männer und Gewalt ausgesetzt. Gezeigt werden so, noch am Hochzeitsaltar geforderte höhere Mitgiftansprüche durch die Schwiegereltern oder die Steinigung durch die aufgebrachte politisierte Hindu-Menge. Auch die dörflichen Herrschaftstrukturen werden sichtbar gemacht, als zum Ende des Films die Dorfobersten über das Leben einer Frau, gespielt von Rekha, richten.
Kritik
Hintergrund:Die Idee des Films kam Regisseur Rajkumar durch die Lektüre eines Zeitungsartikels, wo im Juli 1999 von einer Begebenheit in einem Dorf in der Nähe Kanpurs in Nord-Indien berichtet worden war. Hier wurde eine niedrigkastige Frau vergewaltigt und in ihrem Haus zu Tode verbrannt. Ihr Verbrechen? Ihr Sohn stand in Beziehung zu einem höherkastigen Mädchen. "Zuerst dachte ich", so Santoshi, " daß diese Dinge nur in Dörfern geschehen. Dann begriff ich, daß sie universell sind. Ob es ein Dorf oder eine große Stadt in Indien oder New York ist, überall müssen Frauen für ihre Rechte kämpfen." Somit setzt Santoshi seinen Film unter das große Motto: "Wenn die Tränen aufhören, beginnt eine Revolution." Revolutionierend ist Santoshis Film nicht, jedoch ist seine Kritik an gegenwärtigen Mißständen in der indischen Gesellschaft beachtlich und mutig. Wie vorherzusehen war, löste der Film in Indien Kritik aus. Zunächst versuchte ein Gericht in Chennai, seine Veröffentlichung unter dem Vorwand der Rückbezahlung ausstehender Kredite zu stoppen. Dann erhoben Arbeiter der Hindu-Partei "BJP" in Bhopal Protest gegen "anstößige Dialoge" gegen Hindu Göttern und Göttinnen.
Einschätzung:
"Lajja" ist ein Film, der einerseits das Bollywood-Schema von Musik und "Happy End" beibehält und so auch für breiten Massen ansprechbar gewesen ist, und der doch andererseits inhaltlich anspruchsvoll ist. Die schauspielerischen Leistungen, insbesondere Madhuri Dixits und Ajay Devgans als Rebellenführer, sind filmpreiswürdig. Madhuri Dixit beweist ihren Status als eine der besten Schauspielerinnen Indiens überhaupt. Sie setzt so die Szene ihrer Steinigung durch Hindufanatiker infolge ihrer mutigen "Ramayana"-Interpretation als Schauspielerin eines kleinstädtischen Theaters eindrucksvoll um. Zu kritisieren ist nur die Schlußszene. Hier löst sich der Film durch die reumütige Rückkehr Vaidehis zu Raghu in einen typischen Bollywood-Schmachtschinken auf. Die von Santoshis gewollte Revolution mag sich so nicht richtig einstellen.
Empfehlung:
Der Film wurde von der Kritik zu unrecht übergangen und flopte auch an der Kinokasse. Dies wurde u. a. damit erklärt, daß der Film zu viele Dinge mit einem Mal versuchte und daß seine Schauspieler in Bollywood bereits ihre Blütephase überschritten hatten. Nichtsdestotrotz zählt "Lajja" zweifellos zu einem der besten Film Indiens des Jahres 2001.
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Regisseur
Schauspieler
Rekha, Anil Kapoor, Jackie Shroff, Madhuri Dixit, Ajay Devgan, Manisha Koirala, Mahima Chaudhry, Samir Soni, Gulshan Grover, Tinnu Anand, Govind Namdeo, Farida Jalal, Sonali Bendre, Urmila Matondkar



stallone / 21.12.2007 18:12:25
ein wirklich schöner film. sollte für eine frauenbewegung in indien sorgen, aber hatte in männerdominierten indien keine chance gehabt.
3 Sternen