Unborn But Forgotten
Hayanbang
Inhalt
Frauen werden aus dem Nichts schwanger.Bäuche schwellen wie von Geisterhand an.
Ein Gemälde, auf dem eine entkleidete, schwangere Frau zu sehen ist.
Und eine mysteriöse Homepage soll leuchtend grün für Angst und Schrecken sorgen.
Wir erleben derzeit einen Boom an asiatischen Horrorfilmen und in Anbetracht durchaus gelungener Exemplare wie Ju-On The Grudge oder Ring ist dagegen auch nichts zu sagen. Nur es gibt eben auch Filme, die es veranlassen, sich gegen diese Welle heranbrausender Geisterstorys zu wenden, um sie nur wieder zurückzudrängen. Ein solcher Fall wäre Unborn But Forgotten.
Die Story ist so verworren wie schlecht.
Und ganz ehrlich -jetzt, nur wenige Tage nachdem ich den Film ausgeliehen habe (wieso nur war das eine Exemplar noch vorhanden?), kann ich mich kaum noch an den Beginn von Unborn Not Forgotten erinnern. Woran das liegt? Ich bin mal so unkritisch meinerselbst gegenüber und behaupte, dass nicht mein Gedächtnis für diesen Verlust verantwortlich ist. Nein, vielmehr ist es der unmögliche Handlungsablauf, der die Tür zum Labyrinth geöffnet hat, aus dem man auch nach dem Finale des Films noch nicht wieder herausgefunden hat. Sie sind gefangen... und werden es wohl auch immer bleiben, wenn sie den Vorhang zu Unborn But Forgotten erst einmal geöffnet haben.
Der Film handelt von toten, schwangeren Frauen. Warum sie schwanger sind -oder es plötzlich werden- weiß anscheinend niemand. Sie sagen, das ist kein Einzelfall... in Ordnung, damit haben sie auch sicher recht, nur dass es hier keine Einflüsse gibt, die es veranlassen könnten, zu vergessen, wer der potenzielle Vater ist. Regisseur Chang-jae Lim lässt Frauenbäuche einfach so auf eine beträchtliche Medizinballgröße wachsen.
Die Geschichte verbirgt sogar kriminalistische Eigenschaften. Am Ende geht es doch tatsächlich um die allseits bekannte, aber nie verblassende Frage: Wer war der Mörder? Und wer war es nun? Also gut, kein Film, auch wenn er noch so unbefriedigend (oder ungenügend) war, hat es verdient, dass man sein Ende einfach verrät, wirklich nicht. Nur so viel: Der Gärtner ist es nicht.
Der Film gipfelt mit einem nicht wirklich überraschenden Fund auf einem versteckten Dachboden, der nichts, aber auch gar nichts, wieder aufholen kann. Denn manchmal, ein solches Beispiel wäre The Phone, schafft es das Finale zumindest, ein wenig zu lindern, was vorher in so ungestümer Art und Weise, dass man das Gefühl hat, der Film wurde gedreht, geschnitten und sofort veröffentlicht, vernachlässigt wurde. Unborn But Forgotten zieht seine Negativserie von Anfang bis Ende durch. Also immerhin ein sehr konsequenter Film. Ist das nichts?
Ich war mit großer Erwartung in den Film gegangen, habe mich voller Vorfreude auf ein weiteres asiatisches Meisterwerk in Sachen Spannung und surrealistischer Perfektion auf ihn eingelassen... und wurde enttäuscht. Und ja, an dieser Stelle dürfen sie Mitleid haben.
Ein Detail noch (das irgendwie alles sagt): Die spa-, die spanne-, die spannendste (puh, gerade so geschafft, ein solches Wort mit dem Film in Verbindung zu bringen) Szene handelt von nackten Füßen. Na dann.
Übrigens: Ich habe den Film nicht allein gesehen. Und meiner Begleitung erging es hinsichtlich der Aufnahme des Films nicht anders, aber das wollte ich gar nicht sagen. Irgendwann zwischen dem tausendsiebenhundertundelften Mal, dass das Logo der mysteriösen Homepage in grellem Grün aufgetaucht ist, und der Erkenntnis, dass der Film wirklich nicht besser wird, kam dann doch der beste, schaurigste Schockeffekt: Ein Niesen zu meiner Linken. So viel zum Thema Spannung.
Immer dann, wenn man der Ansicht ist, diese Szene könnte jetzt spannend werden, muss Chang-jae Lim lautstark Cut gerufen haben... und anschließend wahrscheinlich voller übertriebener Selbsteinschätzung: Danke, die haben wir. Ich sage: Danke, die hätte noch ein wenig länger sein dürfen.
Kritik
So fällt mein Fazit also dementsprechend negativ aus: Schade eigentlich... aber hinsichtlich der explosiven Ausbreitung asiatischer Horrorfilme werde ich sicherlich nicht aufgeben. Wenn nur wieder einer mit der Klasse von Ju-On erscheint, dann werde ich einer der ersten sein, der -die Vorfreude wieder aufgeladen- den nächsten Vorhang öffnet.Jetzt kommentieren? / 0 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Jun-ho Jeong, Eun-ju Lee, Seong-Yong Kye, Kan-hie Lee, So-yeon Lee, Ji-Yeon Myeong


