Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 28.02.06 17:20:07 - 0 Kommentare

Capote

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.5/6 Sterne.
Leserwertung (6): 4.0 / 6

Land USA

Genre Biografie, Drama

Laufzeit: 98

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 02.03.2006
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Inhalt

Eine Biografie und gleichzeitig Drama über den Schriftsteller Truman Capote, der unter anderem "Frühstück bei Tiffany" schrieb

Im Novmeber 1959 liest der Journalist Truman Capote (Philip Seymour Hoffman) in dem Magazin 'The New Yorker' einen Artikel über den Mord an der gut bekannten Familie Clutters aus Holcomb. Irgendetwas faszineirt ihn an der Geschichte und sie weist die Möglichkeit auf, endlich seine Theorie, dass mit dem richtigen Autor Tatsachen in Fiktionen verwandelt werden können, zu testen. Welchen Einfluß hatten die Morde auf diese kleine Stadt? Obwohl die Mörder geschnappt wurden, überzeugt er das Magazin, ihm einen Auftrag zugeben und ihn nach Kansas zu schicken. Harper Lee (Catherine Keener), eine Freundin aus seiner Kindheit, belgeitet ihn. Während seiner Recherchen freundet er sich nicht nur mit den Ansässigen an, sondern entwickelt auch noch eine enge Beziehung zu einem der Killer, Perry Smith (Clifton Collins Jr.). Capote beginnt seinen ersten Bestseller "In Cold Blood" zu schreiben, der auf der Geschichte, die hinter den Morden steht, basiert. Der Tag der Hinrichtung der Verbrecher wird sein Leben für immer verändern...

Kritik

Viele bekannte Größen und Persönlichkeiten wurden in den letzten Jahren durch zahlreiche Biopic-Dramen geehrt. 2001 setzte zum Beispiel Will Smith die Fäuste als Cassius Clay aka Muhammad Ali krachend auf der Leinwand ein. 2004 verkörperte Leonardo DiCaprio in dem fünffachen Oscargewinner "Aviator" den US-amerikanischen Unternehmer Howard Hughes. Jamie Foxx mimte in "Ray", einen der besten Filme aus diesem Filmjahr, den Musiker Ray Charles. Demnächst wird Joaquin Phoenix den Musiker Johnny Cash in "Walk the Line" wieder auferstehen lassen. Wie man sieht, sind Bio-Dramen nicht nur bei den Hollywood-Produzenten äußerst beliebt, sondern auch bei den Kinogängern, so daß sämtliche Filme beachtliche Einspielergebnisse an den Kinokassen erzielen konnten. Mit "Capote" kommt nächstes Jahr ein weiteres Biopic in die deutschen Kinos, das aber auf eine ganz andere Machart setzt. Da solche Filme aufgrund des Mediums die Lebensgeschichte oft so verkürzen müssen, sind sie fortwährend den Vorwürfen, sie verfälschen das tatsächlich Geschehene, ausgesetzt. Bennett Miller schlägt da mit seinem Spielfilmerstlingswerk einen ganzen anderen Weg ein. Er zeigt uns nahezu das ganze Leben des US-amerikanischen Schriftstellers Truman Capote anhand von sechs Jahren seines Lebens. In den 50er Jahren hatte Capote einen kommerziellen Erfolg mit "Frühstück bei Tiffany". Gleichzeitig festigte sich sein Ruhm weltweit. Kurz darauf entschloß er sich dazu mit seiner Jugendfreundin Harper Lee eine Reportage über eine ermordete Familie in Kansas zu schreiben und dort setzt auch das Hauptgeschehen des Films ein.

Bei seiner Recherchearbeit vor Ort stößt Truman zunächst auf den Mantel des Schweigens, doch als er sich ziemlich schnell mit dem Sherif Alvin Dewey anfreundet, lernt er die beiden Killer Perry Smith und Dick Hickock näher kennen. Basierend auf deren Geschichte und der Morde schreibt er das Buch "Kaltblütig", das später zum Bestseller werden sollte. Damit ist auch schon die Exposition vollendet und der Zuschauer kennt alle wichtigen Personen und befindet sich mitten in der Handlung. Zuvor lernt man noch etliches über Capotes Partyverhalten kennen und bekommt Eindrücke über sein homosexuelles Dasein. Obwohl der Zuschauer nie etwas Konkretes über Capotes Leben vor oder nach den Ereignissen in Kansas sieht, bekommt man durch perfekte Regiearbeit ein voll abgerundetes Bild von Truman Capote geliefert. Man weiss, dass er seine Kindheit bei seiner Großmutter verbracht hat und obzwar keine sexuellen Handlungen passieren, weiss man, dass Truman die Beziehung zu einem Mann, Jack Dunphy, vorzieht. Das macht auch die Genialität des Films und der Regiearbeit von Miller aus: Der Zuschauer erfährt viel mehr als er sieht, somit wäre der Film ein perfektes Beispiel für eine Filmanalyse an einer Filmschule. Nicht zuletzt die sagenhafte schauspielerische Leistung von Philip Seymour Hoffman macht den Film sehenswert. Man kann sich Truman Capote wirklich vorstellen und seinen späteren menschlichen Untergang an Drogen und Alkohol kann man sich gut ausmalen. Es scheint, als ob Philip Seymour am Set tatsächlich in seine Filmfigur eingetaucht wäre. Zurecht wurde er dafür für den Golden Globe nominiert und zu einer Oscarnominierung dürfte er es mit solch einer Performance auch schaffen.

Fazit:
"Capote" ist eine Biografie von einem Regiedebütanten, der mit vollkommen genialen Mitteln einen fließenden Film schuf. Genial erneut: Philip Seymour Hoffman, der mit diesem Film meine Vorfreude auf "M:I-3" noch erhöht. "Capote" ist ein Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte.


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