Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 27.04.06 02:12:56 - 0 Kommentare

Reine Chefsache

In Good Company

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.0/6 Sterne.
Leserwertung (1): 4.0 / 6

Land USA

Genre Drama, Komödie

Laufzeit: 109

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 24.03.2005
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Inhalt

Grossartige Schauspieler in einer feinsinnig dramatischen Komödie.

Dan Foreman (Dennis Quaid), Familienvater und Leiter der Marketingabteilung eines großen amerikanischen Sportmagazins, stellt fest, dass er mit seinen 51 Jahren mitten in seiner Midlifecrisis steckt. Nicht nur, dass seine Frau Ann Foreman (Marg Helgenberger) ihm gerade eröffnet hat, dass er bald noch einmal Vater wird, seine grosse Tochter Alex (Scarlett Johansson) – talentierte Tennisspielerin – hat gerade die Zusage der New York University bekommen und die Krönung: auf seiner Arbeit stehen große Veränderungen bevor.

Sein Privatleben gerät aus den Fugen: Er wird noch einmal Vater, seine grosse Tochter verlässt ihn und zieht in die grosse Stadt und seine jüngere Tochter Jana (Zena Grey) hat ihren ersten Freund.

Der Verlag, für den er arbeitet fusioniert mit einem anderen Unternehmen und Dan wird seines Postens enthoben. Viele seiner langjährigen Kollegen werden entlassen und Dan bekommt einen neuen Chef, den erst 26 Jahre jungen Carter Duryea (Topher Grace).

Doch Dans Krise befindet sich noch nicht auf dem Höhepunkt. An seinem 52. Geburtstag bemerkt er, dass sich seine Tochter für seinen jungen Chef interessiert …

Kritik

Mit dem Regiestreich "American Pie" revolutionierte Paul Weitz mit seinem Bruder Chris Weitz 1999 das Genre der Teenie-Komödien. Es folgten unter anderem 2002 "About a Boy" mit Hugh Grant und nun setzte er 2004 auf Unterhaltung mit Anspruch schrieb, produzierte und führte Regie bei "Reine Chefsache" ("In Good Company").

"Reine Chefsache" lief auf der 55. Berlinale im Wettbewerb und wurde unter Anwesenheit von Dennis Quaid, Topher Grace und Paul Weitz präsentiert. Einen 32-minütigen Kurzfilm mit der Sicht auf den "Roten Teppich" kann man sich unter Berlinale.de anschauen.

Man könnte denken, dass "Reine Chefsache" ein reines Drama wäre, doch der Film lebt von den Konfrontationen und den ständig komischen Zusammentreffen seiner Protagonisten Dan und Carter.

Er erzählt die Geschichte des Lebens, wie das alte Eisen vom Erfolgreichen, aber dennoch Unerfahrenen, verdrängt wird.

Topher Grace, den man als den Eric Forman aus der "That '70s Show" kennt, spielt Carter Duryea, der die Vorzüge seines guten Postens geniesst und sich zur eigenen Befriedigung einen Porsche kauft. Dennoch ist sein Leben alles andere als rosig, seine nur sieben Monate alte Ehe geht in die Brüche und er muss bei seinen Kollegen um Anerkennung kämpfen und lädt sich praktisch selbst zum Essen bei Dans Familie ein.

Topher Grace – ein Name, den man demnächst im Charakterfach sicherlich noch öfter hören wird.

Bei dem besagten Essen lernt Carter Dans Tochter kennen, verkörpert von der bezaubernden Scarlett Johansson. Wenn wir in unserem Bewertungsangaben die Kategorie "Talent" hätten, dann würde ich Scarlett Johannson von sechs möglichen Sternen wahrscheinlich acht geben müssen. Zwar muss sie in "Reine Chefsache" nicht ihr ganzes Können zeigen, doch diese Frau zieht einem einfach in ihren Bann. Sie brilliert nicht nur mit ihrer Erscheinung und ihrem Charme, sie beweist in jedem Film ihr Talent aufs Neue. 1995 fiel sie mir zum ersten Mal in Sir Sean Connerys "Im Sumpf des Verbrechens" auf. 1998 sah ich sie dann als Grace MacLean in Robert Redfords Regiestreich "Der Pferdeflüsterer" erstmals auf der grossen Leinwand und spätestens nach "Lost in Translation" sollte sie jedem geläufig sein. Die 21 Jahre junge New Yorkerin war unter anderem schon für einen Golden Globe nominiert und gewann den BAFTA Film Award. Am 28.07.2005 wird sie in dem von mir mit Hochspannung erwarteten und von Michael Bay gedrehten "The Island" zu sehen sein (wir berichteten: 'The Island' International Trailer).

Über Dennis Quaid braucht man nicht viel zu sagen. Er beweist erneut seine schauspielerischen Qualitäten, in dem er sich wie schon in "The Day after Tomorrow" meist dezent zurückhält und die anderen machen lässt. Gegen die Veränderungen in seinem Job unternimmt er nicht viel, doch in seinem Privatleben als Dan mimt er den übervorsichtigen Vater und weiss stets, was am Besten für seine Töchter ist. Ab 02.06.2005 wird er in "Der Flug des Phoenix" zu sehen sein.

Regisseur Paul Weitz schaffte mit "Reine Chefsache" einen Film, der einen schmunzeln lässt, da er so aus dem Leben spricht. Stilistisch gut bringt er dem Zuschauer die Liebesgeschichte der beiden Jugendlichen, das Dilemma des Alten und deren Konflikte rüber.

Ein Film, der sicherlich nicht filmtechnisch hervorragend ist, nichts überragend Neues bringt, dennoch durch seine gute Besetzungsliste vielen einen schönen Kinoabend bereiten dürfte.

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