Verfasst von Thorsten Meiritz am 02.03.07 01:01:04 - 6 Kommentare

Pathfinder - Fährte des Kriegers

Pathfinder

Moviereporter-Bewertung:
  • 2.0/6 Sterne.
Leserwertung (12): 2.25 / 6

Land USA

Genre Abenteuer, Action, Drama, Krieg

Laufzeit: 100

Jahr 2007

Webseite
Trailer

Kinostart: 08.03.2007
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Inhalt

Ein Action-Adventure vom deutschen Regisseur Marcus Nispel.

Wir schreiben das 9. Jahrhundert. Eine amerikanische Uhreinwohnerin vom Stamm der Wampanoag stößt bei ihrem Streifzug durch die Wildnis unversehens auf ein ihr völlig fremdes Schiff, welches zerstört am Ufer eines Flusses liegt – es ist ein Drachenboot der Wikinger. Von Neugier gepackt begibt sie sich ins Innere des Schiffes, wo sich ihr ein schrecklicher Anblick bietet: überall schwimmen grausam zugerichtete Leichen umher. Doch sie entdeckt auch einen völlig verängstigten fremdländischen Jungen. Sie beschließt ihn mit zu sich nach Hause zu nehmen und schließlich wird der junge von dem Indianerstamm aufgenommen und großgezogen.
15 Jahre später ist "Ghost" (Karl Urban), wie der Junge von seiner neuen Familie genannt wurde, zu einem jungen Krieger herangewachsen. Er wird jedoch immer noch von den Dämonen seiner Vergangenheit heimgesucht und auch einige seiner Stammesbrüder akzeptieren ihn noch immer nicht als einen der Ihren. Der Pathfinder (Russell Means) ein weiser alter Schamane und Führer aller Stämme, prophezeit Ghost, dass er schon bald die Gelegenheit bekommen wird seine Loyalität und Würdigkeit in den Kreis der Krieger aufgenommen zu werden unter Beweis stellen kann.
Diese Prophezeiung soll sich schon bald bewahrheiten, denn die Wikinger kehren zurück, und fallen in das Land der Indianer ein. Ghosts Stamm ist einer der ersten, der von den Wikingern ausgelöscht wird. Von weitem sieht er das brennende Dorf und will zu Hilfe eilen, doch er kommt zu spät und findet nur noch seine ermordete Mutter vor. Mit seinem Vater treiben die Angreifer ein grausames Spiel und Ghost muss hilflos mit ansehen wie er von dem Anführer der Wikinger, Gunnar (Clancy Brown), ermordet wird. Von Hass und Rachegefühlen angetrieben tritt er in die Mitte seiner Feinde und tötet einen von ihnen – einem anderen mit Namen Ulfar (Ralf Möller), die Rechte hand des Anführers, schneidet er ein Auge heraus, bevor ihm die Flucht gelingt. Einen Wikinger nach dem anderen tötet Ghost aus dem Hinterhalt heraus, bis er selbst verwundet wird. Er schleppt sich in eine Höhle, wo er von dem Pathfinder und dessen Stamm gefunden wird. Er warnt die anderen vor den Eindringlingen und nimmt seinen einsamen Kampf gegen die Wikinger und gegen seine eigene Vergangenheit wieder auf. Unterstützung erhält er dabei von dem Pathfinder und dessen Tochter StarFire (Moon Bloodgood)…

Kritik

Wie mittlerweile wissenschaftlich erwiesen ist, waren es eigentlich die Wikinger, die die neue Welt entdeckten und das bereits 600 Jahre vor Christoph Kolumbus, denn sowohl in Neufundland als auch an der Ostküste der USA wurden Spuren der kriegerischen Nordmänner gefunden. Die für damalige Zeiten fortschrittlichen Seefahrer überquerten mit ihren robusten Drachenbooten, die ungefähr 400 Mann platz boten, den Atlantik und gingen in der neuen Welt vor Anker mit dem Ziel neues Besiedlungsgebiet zu erschließen und die einheimische Bevölkerung auszurotten. In Europa waren die Wikinger aufgrund ihrer mörderischen Raubzüge gefürchtet und auch die amerikanischen Ureinwohner wollten sie das Fürchten lehren. Wenn die Wikinger einmal ein neues Territorium besiedelten, dann blieben sie auch für lange Zeit an diesem Ort – nur in Amerika war dies nicht der Fall. Hier brachen die stolzen Krieger ihre Zelte schnell wieder ab und schlimmer noch, wenig später brach gar ihre gesamte Zivilisation in sich zusammen. Es stellt sich also die Frage wieso sie dies geschah und hier setzt der Film mit der Legende des Pathfinder ein.

Der Pathfinder war bei den amerikanischen Urvölkern, die im Film durch den Stamm der Wampanoag dargestellt werden, ein weiser Schamane der als Führer aller Stämme fungierte. Er war es der alle wichtigen Entscheidungen traf und die Gabe der Vorhersage besaß. Im Film spielt jedoch ein junger Wikinger die tragende Rolle. Er ist der einzig Überlebende eines havarierten Drachenbootes und wird von einem Indianerstamm aufgenommen und großgezogen. In seinem Inneren tobt jedoch ein Identitätskampf, denn er weiß nicht wem er sich zugehörig fühlt, da er weder ein echter Wikinger noch ein indianischer Krieger ist, der von seinen Stammesbrüdern anerkannt wird. Als die Nordmänner jedoch zurückkehren bekommt er die Chance sich zu beweisen. Zunächst von blankem Hass und Rachegefühlen angetrieben wandelt er sich im Laufe des Films zu einem besonnenen Krieger der mit List seine Feinde besiegt und er erkennt endlich den rechten Weg und seine wahre Bestimmung, so dass es ihm gelingt sein Volk vor der Vernichtung zu erretten.

So viel zur Story, denn mehr gibt es auch nicht zu erzählen, mit anderen Worten sie ist recht dürftig. Aus dem Zusammenprall zweier Zivilisationen und zudem zweier Kriegervölker hätte man sicherlich wesentlich mehr herausholen können. Aber außer einem Einzelkämpfer der einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen ein ganzes Heer führt ist dabei nichts herausgekommen. Nun gut es gibt noch die Andeutung einer Liebesgeschichte zwischen StarFire, der Tochter des Pathfinders und dem jungen Wikinger, der von den Indianern "Ghost" getauft wird und auch ein wenig mystischen Schnickschnack seitens des Pathfinders, aber wirklich spannend ist das Ganze nicht. Die Dünne Story versucht Regisseur Marcus Nispel durch geballte Action wett zu machen, was ihm eigentlich auch ganz gut gelungen ist. Die Kampfszenen sind recht gut in Szene gesetzt und auch die vielen Stunts, die die Darsteller teilweise selbst ausführten, sind gut gelungen und tragen ein wenig zur Unterhaltung bei. Allerdings muss ich an dieser Stelle warnen, denn der Film ist äußerst brutal – abgeschlagene Köpfe oder sonstige Gliedmaßen sind keine Seltenheit und sogar ein Auge geht einem der Wikinger verloren. Die gnadenlose Brutalität begründet der Regisseur damit, dass die Wikinger nun einmal so vorgingen, womit er sicherlich auch Recht hat, nur nicht jeder Kinogänger möchte dies auch im Film explizit gezeigt bekommen – Geschmackssache halt. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass er Film im weitesten Sinne ein Remake des norwegischen Films "Ofelas" aus dem Jahr 1987 ist.
Ein Lob muss man allerdings für den schönen Look des Films zollen. Die Wälder, durch die Indianer und Wikinger streifen, wirken wirklich wie aus einer anderen Welt und nahezu mystisch mit den von Nebel durchzogenen Baumwipfeln. So könnte es wirklich zu dieser Zeit dort ausgesehen haben. Solche "Nebelwälder" findet man heutzutage in Nordamerika nur noch entlang der Pazifikküste in Nordkalifornien und Oregon. Die Ausstattung des Films darf ebenfalls als gelungen erachtet werden. Die Behausungen und Kostüme, sowie Waffen der Indianer wirkten auf mich sehr real. Bei den Wikingern hingegen tobten sich die Kostümbildner regelrecht aus, denn diese wirken, vom Regisseur so gewollt, geradezu comichaft überzeichnet. Die Rüstungen und vor allem die Helme lassen sie vielmehr wie Monster und nicht wie Menschen aussehen. Zudem wirken sie alle sehr hünenhaft – hier bedienten sich die Filmemacher eines kleinen Tricks, denn viele Darsteller trugen unter ihren Kostümen eine Eishockeyausrüstung.

Für die Umsetzung des Films zeichnet der deutsche Regisseur Marcus Nispel verantwortlich. Bevor dieser sich mit dem Remake des Horrorklassikers "The Texas Chainsaw Massacre" einen Namen in Hollywood machte, war er ein gefeierter Star in der Werbebranche und drehte Spots für so renommierte Firmen wie beispielsweise Audi, Canon, Coca-Cola, Marlboro Mercedes, Nike und viele andere. Außerdem drehte er auch für viele bekannte Musikstars die Videos – hier zählten zum Beispiel die Spice Girls, Puff Daddy, Janet Jackson, Elton John, Mariah Carey oder auch Bryan Adams zu seinen Auftraggebern. Als nächstes Projekt befasst sich Nispel mit einer Neuverfilmung von "Alice im Wunderland" mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle.

Ein weiterer Deutscher ist mit Muskelmann Ralf Möller ebenfalls dabei. Er spielt, wie könnte es anders sein, einen der hünenhaften Wikinger, um genau zu sein die Rechte Hand des Anführers, der von Clancy Brown verkörpert wird. Man muss aber schon genau hinschauen um ihn unter dem Helm und dem dreckverschmierten Gesicht wieder zu erkennen.
Die Hauptrolle hat der spätestens seit "Herr der Ringe" bekannte neuseeländische Schauspieler Karl Urban inne. Er spielt "Ghost", den verwaisten Wikingerjungen, der von den Indianern aufgenommen wird uns sich gegen sein eigenes Volk stellen muss. Urban war die ideale Wahl für diese Rolle, da er bereits Reiten und mit dem Schwert umgehen konnte. Zudem besitzt er die nötige Physis um auch die gefährlichen und Kräfte zehrenden Stunts selbst auszuführen. Mehr Schwierigkeiten hat ihm sicherlich die Darstellung seiner inneren Zerrissenheit gemacht. Urban als Charakterdarsteller zu bezeichnen wäre wohl zu viel des Guten, jedoch wirkt seine Performance durchaus glaubhaft.
In weiteren Rollen sind Moon Bloddgood und Russell Means zu sehen, der im wirklichen Leben ein glühender Verfechter der Rechte für die amerikanischen Ureinwohner ist.

Fazit: Der schöne Look und die gute Ausstattung reichen leider nicht aus. Durch die Action gelingt es zwar phasenweise von der dürftigen Story abzulenken, jedoch bleibt zu attestieren, dass der Film wenig spannend und nur mäßig unterhaltend ist.

Jetzt kommentieren? / 6 Kommentare

  1. Nightwalker

    Nightwalker / 05.12.2007 08:00:00

    Ehrlich gesagt bin ich bei dem Film eingeschlafen ^^

    Er war auch in der kurzen Zeit wo ich ihn gesehn hatte- so schlecht, sodass ich ihn wieder abgab [ohne den Rest zu sehn].

    2/10


    2 Sternen

  2. CineWalker

    CineWalker / 05.12.2007 15:06:58

    Einfach langweilig! Zwar war der Trailer ansich nicht schlecht, jedoch versprach er mehr, als es dann zu sehen gab....mehr als: "Nicht nocheinmal", gibts hier nicht zu sagen.


    2 Sternen

  3. SERF

    SERF / 05.12.2007 17:46:35

    Der läuft in meiner Videothek ABER SOWAS von gut! Kann ich gar nicht verstehen. Der war fast so schlecht wie "Lucky Luke" mit TS.


    1 Sternen

  4. Kaspian

    Kaspian / 06.12.2007 00:40:06

    So schlecht fande den nedmal...zwar hat ma alles scho mal gesehen...doch isser glaub ich besser als des Dungeon Siege...


    5 Sternen

  5. mye

    mye / 09.12.2007 14:28:45

    ja, besser als dungeon siege ist er, da siege aber für mich ein wirklich schlechter 1-sterne-film ist, ist pathfinder somit ein wirklich schlechter 2-sterne-film :-D


    2 Sternen

  6. Jigsaw

    Jigsaw / 07.04.2008 19:20:25

    Wikinger gegen Indianer,also ich weiß net was daran so langweilig war,ich fand den Film gut,ist eben ein echter Männerfilm!!


    4 Sternen


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