Verfasst von André Gabriel am 19.01.06 23:43:16 - 1 Kommentare

Couchgeflüster - Die erste therapeutische Liebeskomödie

Prime

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (2): 2.0 / 6

Land USA

Genre Komödie, Romanze

Laufzeit: 105

Jahr 2005

Webseite
Trailer

Kinostart: 19.01.2006
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Inhalt

Eine romantische Komödie mit einer perfekten Besetzung

Rafi (Uma Thurman), 37 und frisch geschieden, sieht blendend aus, hat einen gutbezahlten Job und bewohnt ein schickes Apartment in New York. Man möchte neidisch werden. Wäre da nicht das unüberhörbare Ticken der biologischen Uhr und ihr unerfüllter Kinderwunsch. Um einer drohenden Depression gleich vorzubeugen, geht Rafi wie jede anständige New Yorkerin regelmäßig "auf die Couch". Denn ihre Therapeutin Dr. Lisa Metzger (Meryl Streep), eine gestandene Frau mütterlichen Typs, strahlt Ruhe, Ausgeglichenheit und Stärke aus und hat stets weise Ratschläge auf Lager. Zum Beispiel diesen: gehe aus und triff dich mit Männern! Und Rafi - ganz folgsame Patientin - zieht los und verliebt sich prompt: in David (Bryan Greenberg), einen Traumtyp der Kategorie supersüß und supersexy. Die Sache hat nur einen Haken: Ihr Romeo ist erst 23, wohnt noch bei seinen Großeltern und äußert Sätze, die mit "Meine Mom sagt immer ..." beginnen. Macht nichts, meint Dr. Metzger dazu, genieße Dein Leben!

Doch diesen Tipp soll die fürsorgliche Therapeutin schon bald bereuen, handelt es sich doch bei Rafis Objekt der Begierde um keinen geringeren als Lisas eigenen Sohn. Frau Doktor ist einer ausgewachsenen Panikattacke nahe: ihr Baby in den Fängen einer 37-jährigen Frau? Jetzt erst mal schön tief durchatmen und bloß nicht die Nerven verlieren.

Kritik

Mit welchen Erwartungen geht man ins Kino, wenn man weiß, dass der Film, den man im Begriff ist zu schauen, eine romantische Komödie ist? Man denkt an Wendungen wie 08/15 oder Worte wie Klischee, möchte sich aber dennoch gern eines besseren belehren lassen. Also los, Film, der du zum ausgelaugten Genre romantische Komödie gehörst, zeig mir, dass du mehr zu bieten hast als Laws of Attraction oder andere. Beweise es mir!

Und dann gehts los... und man denkt nur immer wieder: wieso? Wieso das alles? Und vor allem: wieso ich? Denn zu Beginn wird rein gar nichts bewiesen; außer, dass es sich wieder einmal um diese 08/15-Variante einer romantischen Komödie handelt. Schade, aber was hatte ich auch anderes erwartet. Dann der erste Lacher, die erste nette Szene, die einem zu denken gibt: war das gerade originell? Habe ich das vorher etwa nicht schon hundert Mal gesehen? Na super, dann kann ich ja wieder hoffen. So erging es mir bei Couchgeflüster; nun, so in etwa. Und mit der ablaufenden Zeit war ich dann doch immer mehr und mehr angetan von dieser Form einer romantischen Komödie.

Zum humorvollen Teil des Films: natürlich sind es in erster Linie die Therapie-Szenen zwischen Thurman und Streep, die zum Lachen anregen, zum schmunzeln animieren und teilweise sogar richtig laute Lachsalven nach sich ziehen. Genial ist die Heimlichtuerei von Streep einfach, nachdem sie erfahren hat, dass ihr eigener Sohn dieser Mann ist, von dem die blonde über dreißig Jahre alte Frau da so schwärmt. Ihr junger... viel, viel jüngerer Sohn. Und dennoch zieht sie die Therapie durch, hat sie der Frau, die ihr gegenüber sitzt oder liegt, doch eigens nahe gelegt, nun auch mal ein wenig Spaß im Leben zu haben. Brillant und urkomisch wird es dann, als Thurman plötzlich die pikanten, die persönlichen Details herausholt und der Mutter Dinge an den Kopf wirft, die sie nicht von ihrem Sohn hätte hören wollen. Das war abzusehen, musste aber einfach kommen, denn es wirkt... und die witzige Seite des Films ist somit abgesichert. Natürlich auch in anderen Szenen.

Zum romantischen Teil des Films: was typisch beginnt (frisch getrennte Frau lernt jungen lebensfrohen Mann kennen und kehrt wieder ein Stück in die Zeit ihrer Jugend zurück) entwickelt sich schlichtweg angenehm. Irgendwann kommt der Punkt, da hat der Zuschauer verstanden, dass es den beiden ernst ist, dass das, was da zwischen ihnen läuft, nicht nur Abenteuer bedeutet, sondern eventuell Liebe sein könnte. An dieser Stelle ein deutliches Plus für den Drehbuchautor, der auch zugleich Regisseur ist, wenn auch der große Minuspunkt noch aussteht. Die Beziehung der beiden Protagonisten wächst dem Zuschauer ans Herz und das ist natürlich ein Aspekt, den es zu loben gilt, wenn man bedenkt, um welches Genre es sich hier handelt. Es ist einfach nett anzusehen, dass Thurman wieder glücklich ist. Es ist einfach nett anzusehen, dass Greenberg sich so um die Frau bemüht, mit der er zusammen ist. Aber genau aus diesem Grund wirkt das Ende nicht. Warum um Himmels Willen dieses Ende, Herr Younger? Um nichts zu verraten, werde ich nicht weiter darauf eingehen. Nur noch einmal die Frage: warum dieses unpassende Ende?

Achtung Spoilergefahr:
Dann doch einige Worte zum Abschluss des Films. Meine Vermutung: Ben Younger wollte dem Klischee eines typischen Films aus diesem Genre nicht folgen. Er wollte kein Happy-End liefern, wenn auch das Ende in dieser Form keineswegs als genaues Gegenteil eines Happy-Ends zu beurteilen wäre. Aber es passiert am Ende einfach nicht das, was der bis dato zufriedene Zuschauer sich wünscht. Was er erwartet hätte. Und genau das wollte Younger wohl verhindern. Ein Ende, an dem geschieht, was man erwartet. Keine falsche Einstellung, sage ich. Aber leider passt der Schluss so nicht zum Film Couchgeflüster. Die beiden haben sich verstanden, die beiden haben zusammen gepasst, das wurde definitiv vermittelt im Hauptteil und auch noch einmal kurz vor Schluss. Ein Ende, das besagt: seht ihr, so oft sie es auch versuchen, es funktioniert einfach nicht... passt aus diesem Grund nicht zu den Inhalten des Films. Und ich persönlich bin mit dem Gefühl von Ärger, gar Wut aus dem Kino gegangen und muss ganz deutlich sagen: für mich endet der Film ohne das Ein Jahr Später. Diejenigen, die den Film gesehen haben, wissen, was ich damit meine.

Zu dem Cast: mit einem Wort - grandios... was die weibliche Besetzung der leitenden Rollen betrifft. Während Uma Thurman generell zu den Darstellerinnen gehört, denen ich am liebsten zusehe, unterstreicht Meryl Streep (was hat man auch anderes erwartet) nur noch ein weiteres Mal, dass sie eine exzellente Schauspielerin ist; ob nun in Komödien, die ihr auch absolut liegen, oder in einem guten Thriller (The Manchurian Candidate). Und Thurman? Nun, die zeigt, dass sie viel zu wenig anspruchsvolle Rolle bekommt. Wer in einer Rolle, die oberflächlich gesehen nicht alzu anspruchsvoll ist, so brilliert und vor allem deutlich positiv auffällt, der müsste auch andere Chancen bekommen, um sich zu beweisen. Ich hoffe diesbezüglich auf ihre kommenden Projekte.
Aber auch Bryan Greenberg macht seine Sache sehr ordentlich und es ist ja kein Wunder, dass er neben zwei so grandios guten Schauspielerinnen ein wenig abfällt.

Fazit: mir hat Couchgeflüster nach anfänglichen Problemen letztlich doch im Hauptteil richtig gut gefallen, denn es ist das geschehen, was geschehen sollte. Der Film ist lustig, teilweise richtig komisch, und man schließt das Paar Thurman/ Greenberg ins Herz. Das ist die perfekte Wirkung und umso trauriger ist es, dass das Finale so dermaßen falsch ausgewählt wurde.


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  1. Xylon

    Xylon / 07.03.2008 23:53:47

    War ganz nett. lol Musste auch ab und zu etwas lachen ;)


    2 Sternen


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