Verfasst von Thorsten Meiritz am 09.10.06 00:55:22 - 1 Kommentare

Ricky Bobby - König der Rennfahrer

Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (4): 4.0 / 6

Land USA

Genre Action, Komödie

Laufzeit: 105

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: 12.10.2006
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Inhalt

NASCAR-Racing Komödie mit einem unschlagbar komischen Will Ferrell im Geschwindigkeitsrausch.

Schon von Geburt an ist Ricky Bobby (Will Ferrell) auf Geschwindigkeit vorprogrammiert, erblickt er doch in einem dahinrasenden guten alten amerikanischen Muscle-Car das erste Mal das Licht der Welt. Rickies draufgängerischer Vater Reese (Gary Cole) verlässt die Familie kurz nach seiner Geburt. Der kleine Ricky ist total von dem Gedanken besessen den Rausch der Geschwindigkeit zu erleben. Am Karrieretag in der Grundschule erscheint dann plötzlich sein Vater völlig zugedröhnt und gibt ihm das Motto seines Lebens mit auf den Weg: "Wenn du nicht der Erste bist, bist du der Letzte!", nach dem Ricky fortan lebt.
Zunächst arbeitet er gemeinsam mit Cal Naughton Jr. (John C. Reilly), seinem besten Freund aus Schultagen, in der Boxencrew von Lucius Washington (Michael Clarke Duncan) für den NASCAR-Rennstall von Mr. Dennit (Greg German). Aber eines Tages bietet sich ihm die Chance als Nobody in den Rennwagen einzusteigen und prompt belegt er den dritten Platz. Von nun an geht seine Karriere steil bergauf. Er eilt von Sieg zu Sieg und findet in der sexy Blondine Carley (Leslie Bibb) die Frau seines Lebens. Er sorgt auch dafür, dass Cal als zweiter Fahrer ins Team kommt um ihm den Rücken freizuhalten. Mit seiner Frau hat er zwei "prächtige" Söhne, er hat ein teures Haus und Millionen-Werbeverträge.
All das ändert sich schlagartig als der französische Ex-Formel 1 Fahrer Jean Girard (Sacha Baron Cohen) in die NASCAR kommt und Ricky herausfordert. Als er dann auch noch einen spektakulären Unfall hat, bei dem er ein schweres Trauma erleidet scheint seine Karriere vorbei zu sein und ausgerechnet Cal wird sein Nachfolger und spannt Ricky auch gleich noch seine Frau aus und nimmt sein Haus in Beschlag.
Ricky steht vor einem Scherbenhaufen. Er zieht mit seinen beiden Söhnen wieder bei seiner Mutter Lucy (Jane Lynch) ein und endet als Fahrradkurier für einen Pizzaservice – hinter das Steuer eines Rennwagens traut er sich nicht mehr. Da taucht plötzlich sein lange verschollener Vater wieder auf und weist ihm mit recht unkonventionellen Methoden den Weg zurück zur Rennstrecke…

Kritik

"America is all about speed. Hot, nasty, badass speed."Eleanor Roosevelt

"Talladega Nights – The Ballad of Ricky Bobby" ist die Geschichte eines Außenseiters, der zum nationalen Volkshelden aufsteigt – eine Geschichte, die besonders gut beim amerikanischen Publikum ankommt. Das erklärt auch den großen Erfolg des Films, der bei einem Budget von 72,5 Millionen US-Dollar inzwischen mehr als 142 Millionen allein in den USA eingespielt hat. Ein weiterer Grund für den Erfolg ist zweifelsohne die gute Mischung aus Comedy und rasanter Rennaction, die einfach mitreißend ist.
Komödienfreunde werden durch lustige Sprüche und vor allem durch Situationskomik zufrieden gestellt. Hierbei spielte Improvisation eine große Rolle. Zunächst wurde die jeweilige Szene zwar streng nach Drehbuch realisiert, danach wurden allerdings auch noch einige Takes improvisiert und falls es besser in den Film passte wurde diese verwendet. Für Will Ferrell war diese Art des Filmens kein Problem, und auch der britische Comedy-Star Sacha Baron Cohen hatte damit keine Schwierigkeiten – zu seiner großartigen Performance aber später mehr. John C. Reilly, der für seine Rolle in "Chicago" 2003 eine Oscarnominierung erhielt, stellt ebenfalls sein komödiantisches Talent unter Beweis.

Ein weiterer Pluspunkt des Films sind die realistischen actiongeladenen Rennsequenzen. Diese konnten so nur durch die Beteiligung der NASCAR-Organisation an dem Film verwirklicht werden. Diese gewährte dem Filmteam die Drehgenehmigung an Originalschauplätzen und sogar während regulärer Rennen. So konnten Szenen in den Garagen und Boxen der echten Rennställe gedreht werden. Diese Atmosphäre hätten die Filmemacher niemals künstlich erzeugen können: der Lärm, die Rennaction und die vielen Fans, die in Wohnwagen und Zelten anreisen und aus den Speedways für kurze Zeit regelrecht kleine Städte machen – die Rede ist hier von bis zu 200.000 (!) Zuschauern. Die Hauptdreharbeiten fanden auf dem Lowe’s und dem Rockingham Speedway in North Carolina statt, aber auch der tatsächliche Talladega Superspeedway in Alabama wurde für weitere Dreharbeiten genutzt. Um den Realismus noch weiter zu steigern, wurden auch echte NASCAR-Moderatoren eingesetzt. Bei der Entwicklung der technischen Ausstattung stand die NASCAR dem Filmteam ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite. Der NASCAR-Designer Sam Bass half dabei das Design der Autos zu erstellen, denn man kann nicht einfach ein x-beliebiges Auto als Stockcar ausgeben. Unter seiner Anleitung entstanden 35 Wagen, die nach und nach zu Schrott gefahren wurden, denn der Film ist mit einigen spektakulären Crashs gespickt. Auch bei der Entwicklung der feuerfesten Rennanzüge für die Darsteller wurde auf größtmögliche Authentizität Wert gelegt. Während des Drehs an den Rennstrecken mischte sich das Filmteam unter die echten Crews, so dass auch echte Fahrer, wie zum Beispiel Jamie McMurray oder Dale Earnhardt Jr., im Film zu sehen sind.

Die Idee zu einer Rennfahrerkomödie entstand schon während der gemeinsamen Zeit von Will Ferrell und Adam McKay bei der Comedy Show "Saturday Night Live" und geisterte seitdem in ihren Köpfen herum. Die beiden arbeiteten schon gemeinsam das Drehbuch zu der Nachrichtensatire "Anchorman: The Legend of Ron Burgundy" aus und auch das Script zu "Ricky Bobby – König der Rennfahrer" ist eine Coproduktion von Ferrell und McKay. Ferrell übernahm in dem Film die Hauptrolle des Ricky Bobby und McKay zeichnet zusätzlich für die Regie verantwortlich und hat ein Cameo im Film. Es genügte schon ein Besuch nur eines NASCAR Rennens und schon wurden die Beiden von der Begeisterung mitgerissen und vom Rennfieber gepackt.
Kameramann Oliver Wood entschied sich für die Verwendung von Handkameras, was für Komödien eher untypisch ist. Sein Ziel war es, dem Film damit eine zusätzliche Dynamik zu verleihen und auch die Comedyszenen wurden dadurch unterstütz. Dafür muss man jedoch auch die ein oder andere etwas verwackelte Szene in Kauf nehmen.
Zur Vorbereitung auf ihre Rollen absolvierten Ferrell, Reilly und Cohen, sowie Regisseur McKay ein Fahrertraining, damit sie die Basics des Stockcarracings verinnerlichen und so auch eine gute Rolle bei hohen Geschwindigkeiten im Cockpit machen können – eine große Herausforderung, wenn man bedenkt, dass diese Autos etwa 300 km/h schnell werden. John C. Reilly gab hierbei die beste Figur ab, denn er beschleunigte seinen Wagen immerhin auf etwa 230 km/h. Auch die Boxencrew, unter der Leitung von Michael Clarke Duncan bekam einen Crashkurs im Aufbocken, Reifenwechseln und Auftanken.

Ricky Bobby, der unbedeutende Träumer, der ganz nach Oben will wird von dem US-Comedystar Will Farell gespielt. Sein Charakter ist klassisch für Sportfilme.

"Ricky ist ein Typ, wie man ihn in jedem Sportfilm findet. Er stammt aus bescheidenen Verhältnissen und ließ als Junge seinem Bedürfnis nach Geschwindigkeit freien Lauf. So kam er zu dem Motto: "Wenn du nicht der Erste bist, bist du der Letzte!" Das hat ihm sein Daddy von Kindesbeinen an eingetrichtert. Das heißt: Entweder man gewinnt – oder man fährt gegen die Mauer. Diese Alles-oder-nichts-Einstellung ist es, die schließlich seinen Niedergang besiegelt."Will Ferrell

Ferrell studierte vor seiner Filmkarriere sogar Sportjournalismus und ist seit jeher ein großer Sportfan und hat somit also von vornherein eine enge Beziehung zum Sport gehabt. Sein NASCAR-Fieber hat er allerdings erst während der Dreharbeiten so richtig entwickelt.

Rickies bester Freund Cal Naughten Jr., der ihm im Rennen stets den Rücken freihält und lange die zweite Geige hinter ihm spielt, wird von John C. Reilly verkörpert. Dieser sollte eigentlich schon in "Anchorman" einen Part übernehmen, konnte diesen allerdings aus terminlichen Gründen nicht wahrnehmen. Bei der Entwicklung von "Talladega Nights" wurde ihm die Rolle von Naughten Jr. von Anfang an auf den Leib geschrieben. Eine gute Wahl, denn Reilly besitzt großes komödiantisches Talent und harmoniert perfekt mit Ferrell.

Eine weitere wichtige Rolle im Film spielt den homosexuelle französische Ex-Formel 1 Rennfahrer Jean Girard, der von keinem geringeren als Sacha Baron Cohen, vielen wohl eher als Ali G. bekannt, verkörpert wird. Was er aus seiner Rolle macht ist einfach großartig. Wie er den französischen Akzent ad absurdum treibt ist einfach lustig – allein wie er den Namen "Ricky Bobby" ausspricht und seine Mimik regt spontan zum Lachen an. Sicher ist seine Rolle extrem klischeebehaftet, aber das passt einfach gut in den Film hinein: der französische Feingeist fordert den ungehobelten All-American-Guy heraus und scheint ihn zunächst auch zu besiegen – einen besseren und lustigeren Kontrast kann man sich gar nicht wünschen. Wenn Ferrell und Cohen sich verbal duellieren wird ein Angriff auf die Lachmuskeln gestartet.

In weiteren Rollen sind unter anderem Michael Clarke Duncan als Boxencrewchef Lucius Washington, Gary Cole als Rickies Vater Reese Bobby, Jane Lynch als Rickies Mutter, Leslie Bibb als seine heiße Ehefrau Carley und der aus "Ally McBeal" bekannte Greg German als Rennstallbesitzer Mr. Dennit, sowie die Pumas Dylan und Kasey zu sehen.

Fazit: Der Film bietet rasante kurzweilige Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Minute – Gags am laufenden Band wechseln sich mir toller Rennaction und dröhnendem Sound ab. An "Tage des Donners", den König aller Stockcarfilme kommt "Ricky Bobby – König der Rennfahrer" allerdings nicht heran.

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  1. mye

    mye / 02.07.2008 10:31:33

    echt lustiger film :D


    4 Sternen


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