Das Mädchen aus dem Wasser
Lady in the Water
Inhalt
Der neue Film von M. Night ShyamalanDer Hausmeister Cleveland Heep (Paul Giamatti) findet in einem seiner Swimming Pools eine Frau (Bryce Dallas Howard). Schnell findet er heraus, dass sie eine Meerjungfrau aus einem Märchen ist. Sie möchte wieder zurück in ihre Welt, doch die Reise ist sehr gefährlich. Plötzlich merken Cleveland und die Mieter, dass sie ebenfalls Figuren in dieser Geschichte sind. Nun müssen sie die Unbekannte vor einer bösen Kreatur beschützen.
Kritik
Fangen wir heute mal beim Regisseur an: M. Night Shyamalan. Wer kennt ihn nicht, seinen größten filmischen Erfolg bislang: The Sixth Sense, weltweit gefeiert, ein grandioser Film, das steht außer Frage, gekrönt mit insgesamt sechs Oscarnominierungen, darunter auch in den Königskategorien Bester Film und Beste Regie... und umso schwieriger ist es für einen Filmemacher nach einem solchen Erfolg mit dem Druck, der automatisch auf einem lastet, umzugehen. Denn nach einem Film wie The Sixth Sense können die Erwartungen nur hoch sein; und die Erwartungen an Shyamalan waren hoch. Doch dann kamen drei Filme, bei denen die Kritiken sich streiten, letzterer Film vor Lady in the Water geht sogar völlig unter... Bruchlandung kann man sagen.Nach Sixth Sense kam Unbreakable, den ich persönlich in Ordnung fand, weil am Ende -ähnlich (aber wirklich nur ähnlich) wie in Sense- eine nette Wendung auf den Zuschauer wartet. Danach folgte Signs mit Mel Gibson, der tatsächlich nicht schlecht ankam, der wirkliche Hit war Signs allerdings auch nicht. Ja, es ist nicht leicht, ein so hohes Level zu halten... und prompt kam The Village. Nun, ich persönlich schließe mich zumindest nicht den Kritikern an, die den Film völlig kompromisslos zerreißen wie ein Blatt Papier. Aber gut war Village dennoch nicht. Also, nicht gerade eine Steigerung, nicht mal gehalten hat er das Level von The Sixth Sense. Schauen wir also mal, was aus seinem neuesten Versuch geworden ist: Das Mädchen aus dem Wasser... in dem er sich übrigens eine nicht gerade kleine Rolle ins Drehbuch geschrieben hat.
Zum Hauptdarsteller: ein wahrer Genuss und Segen für jeden Film, wenn man Schauspieler Paul Giamatti engagieren konnte. Spätestens jetzt, aber auch schon nach Sideways, bin ich ein Fan vom kleinen Giamatti mit der Halbglatze. Allein seine Art, den Sprachfehler von Hausmeister Cleveland zu geben, ist eine darstellerische Glanzleistung. Und auch sonst macht es einfach Spaß, ihm zuzusehen, gerade dann, wenn sein emotionaler Zustand immer mehr zu kippen scheint und am Ende schließlich der große Ausbruch bevorsteht. Das erste Plus des Films wäre also gefunden: Paul Giamatti.
Was leistet Bryce Dallas Howard? Nicht viel. Warum? Weil sie es gar nicht muss. Ihre Rolle ist sehr zurückhaltend, was nicht unverständlich ist, wenn man bedenkt, dass sie sozusagen aus einer anderen Welt kommt. Sie muss nicht viel sprechen und oft den gleichen oder einen ähnlichen Blick auflegen. Dennoch passt sie exakt in die Rolle, hier wurde also gut gecastet... na also, noch ein Plus, schon das Zweite.
Es ist ja praktisch seine eigene Schuld, dass man nun stets Filme von ihm erwartet, in denen am Ende der große Wow-Effekt kommt. Ein Ende mit Überraschung, Filme mit Wendungen... The Sixth Sense ist an dieser Stelle ja das beste Beispiel. Es ist dieser wahnsinnig geniale Moment, den nicht viele Filme haben und auch nicht jeder Film benötigt. Dieser Moment wie in Oldboy oder The Others, nur weitere Beispiele; ohne zu spoilern selbstverständlich. In Unbreakable hat er einen ordentlichen dieser Momente eingebracht, Signs lässt diesen vermissen und in The Village ist es genau der Versuch von Syamalan, jenen Moment einzubringen, der die Kritiker auf die Palme bringt. Ich muss es vorweg nehmen, denn sonst ergibt all das Vorgerede keinen Sinn: Das Mädchen aus dem Wasser kann nur sehr spärlich mit ebendiesem Moment der Überraschung glänzen.
Und doch fällt mein Fazit positiv aus, was man an der Bewertung auch schwer verkennen kann. Denn bei Lady in the Water ist es (neben Giamatti) vor allem die Atmosphäre, die mir gefallen hat. Die Mystik. Das Geheimnisvolle. Da wäre zum einen die in Schatten liegende Vergangenheit von Cleveland. Und dann natürlich die Frage nach dem Warum hinsichtlich des Auftauchens von Story. Und schließlich das Wie in Hinsicht der Hilfe, die man der einsamen Unbekannten leisten möchte.
Auch das Zusammenspiel zwischen Cleveland und Story ist nicht uninteressant, die Bindung, die gerade zwischen diesen beiden Charakteren entsteht; erst recht, wenn man erfährt, was sich in Clevelands Vergangenheit befindet, was an die Oberfläche rückt, wenn es gelingt, die Schatten ein wenig zu vertreiben. Dann aber auch die Idee mit der Bedtimestory und der damit verbundene Humor, wenn es darum geht, dass die irgendwie stets übel gelaunte Mutter der jungen Asiaten Cleveland erklären soll, worum es genau in dieser Gutenachtgeschichte geht. Schritt für Schritt sozusagen, bis es schließlich darauf ankommt, die Verantwortlichen zu finden, die bei der Rettung von Story behilflich sein müssen. Und all das immer mit der Gefahr eines riesigen werewolfartigen Wesens im Rücken, das übrigens einige Male für nette Schocker sorgt.
Ja doch, trotz aller negativer Kritik, die Lady in the Water gerade einheimst, mir hat der Film sehr gut gefallen, nach The Sixth Sense sogar Shyamalans bester Versuch, sich als Regisseur und Drehbuchautor einen konstant guten Namen zu machen. Nur ein Kritikpunkt am Ende: noch ein wenig mehr Märchenhaftes, ein klein wenig mehr Fantasy hätte dem Streifen noch besser getan; vielleicht ein Blick in die Welt von Story?
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Regisseur
Schauspieler
Paul Giamatti, Bryce Dallas Howard, Jarett Armstrong, Patrick Armstrong, Bob Balaban, J. Bloomrosen, John Boyd, Shaun Brewington, M.P. Cherkowsky, Cindy Cheung, Sarita Choudhury, Ethan Cohn, Monique Curnen, Tim Fash, Jim Gaffigan, Jessica Graham, Noah Gray-Cabey, Karen Guidas, Jared Harris, Maricruz Hernandez, Jeremy Howard, Mary Beth Hurt, Bill Irwin, Carla Jimenez, Doug Jones, Shannon Lambert-Ryan, Jason Mckee, Grant Monohon, Keith Moyer, Natasha Perez, Chris Philip, Mark Pricskett, Michael Redding, Joseph D. Reitman, Freddy Rodríguez, Keith Salay, M. Night Shyamalan, Brian Steele, Kevin Streckewald, Jeffrey Wright, Mathew J. Wright, Jenni Lileikis, Marilyn Torres, Jun Kyoko-Yu



Kaspian / 28.12.2007 20:01:36
Auch mir hat der Film besser gefallen als so manch anderen. Klar die große Pointe plus die große Action bleibt aus. Aber es ist ein schöner kleiner Film mit guter Musik und netten Darstellern. Ach wenn einige Sachen ein wenig Peinlich geraten sind.
nicht bewertet