Verfasst von Frank Neumann am 05.05.06 18:36:59 - 0 Kommentare

Tierisch wild

The Wild

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.5/6 Sterne.
Leserwertung (3): 2.33 / 6

Land USA

Genre Animation, Familie, Komödie

Laufzeit: 94

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: 01.06.2006
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Inhalt

Nach Madagascar die nächste Animation über ausreißerische Zootiere

Was passiert in einem Zoo wenn alle Besucher gegangen sind und die Lichter ausgehen? Klar, die Tiere schmeißen ihre eigene Party. Star der Party ist wie immer der Löwe Samson der im Schildkröten-Curling-Wettkampf ( einer Art Hockey mit Schildkröten) seinen Titel verteidigt. Überhaupt ist Samson der Geachteteste Insasse und jedermanns Freund im gesamten Zoo, denn keiner kann so tolle Heldengeschichten erzählen wie er und keiner hat ein so markerschütterndes Brüllen drauf. Auch sein Sohn Ryan nicht, der doch so gerne seinem unerschrockenen Vater nacheifern würde. Eines Tages landet Ryan bei einer seiner vielen Mutproben in einem Container und schläft dort ein; sein Pech jedoch ist, dass er versehentlich mitsamt Container im Zuge eines Rettungsprogramms für bedrohte Tiere in die Wildnis verschifft wird. Seinem Vater bleibt nichts anderes übrig, als sich in einem Müllwagen versteckt, aus dem Zoo herauszuschmuggeln um seinen Sohn zu suchen. Hilfe bekommt er dabei von seinen besten Freunden: dem stets mürrischen Koala Nigel, dem lebenserfahrenen, völlig abgedrehten Eichhörnchen Benny, der absolut beschränkten Anakonda Larry und der schlagfertigen Giraffendame Bridget, die meist damit beschäftigt ist, sich ihren 20 Zentimeter großen Verehrer Benny von ihrem langen Hals zu halten. Dieser bunte Suchtrupp von Großstadtneurotikern bricht auf zu einem ganz besonderen Abenteuer: im Großstadtdschungel New Yorks. Aber was soll dabei schon schief gehen? Immerhin haben sie mit Samson einen Beschützer, der in der Wildnis aufgewachsen ist, und der ihnen alle Feinde vom Leib halten kann. Oder etwa doch nicht?

Kritik

Bei dem Thema "Tiere, die aus dem Zoo ausbrechen" kommt dem fleißigen Kinobesucher unmittelbar der Animations-Film "Madagascar" in den Sinn. Schade nur, dass es Diesen zuerst gab, und er sämtliche Lorbeeren ungerechterweise abgesahnt hat. Denn hier kommt der bessere „Madagascar“: Was in der Dreamworks Produktion nur in der ersten halben Stunde gelang, wird hier konsequent über 80 Minuten durchgezogen: Lacher am laufenden Band und eine ganze Horde von interessanten Charakteren.

Jede Figur, von dem herrlich mies gelaunten Koala Nigel bis zur Giraffendame Bridget, einer Art Ally McBeal im Tierreich, ist so wunderbar neurotisch, dass sie locker mit Figuren in einem Woody Allen Film mithalten können. Der Vater-Sohn Konflikt in der Story ist nicht gerade neu und wird bei Disney in vielen Filmen gerne mal wieder eingesetzt (siehe "Findet Nemo"), aber dankenswerterweise wird diesem Handlungsstrang nicht so viel Aufmerksamkeit gewidmet, wie beispielsweise den Neurosen der Zootiere. Regisseur Steve "Spaz" Williams schraubt die Gag-Dichte für einen Disney Film relativ hoch, so dass die Lacher durchaus "Shrek"-Qualitäten besitzen. Der allergrößte Pluspunkt des Films ist jedoch sein unglaublich liebevoll und detailreiche Animation und seine meisterhafte Synchronisation, die zumindest in der Originalversion immer treffsicher ist.

Hier denkt kein Mensch mehr an Figuren, die im Computer entstanden sind, sondern vielmehr an eine Art Puppentheater auf höchstem Niveau. Schon allein in Sachen Animation hat "Tierisch Wild" seinem Vorgänger "Madagascar", der doch eher schlicht animiert war, einiges vorraus. Minuspunkte gehen allein nur an die Musik von dem ansonsten tollen Alan Silvestri (Forrest Gump, Zauberhafte Schwestern), dessen Kompositionen zu wenig einprägsam sind und daran, dass die Story sich ab und an ein wenig verheddert (speziell dann wenn die Gnus auftreten). Die vielen neurotischen Sorgen der Tiere, so lustig sie für Erwachsene auch sind, werden an Kindern verständnislos vorübergehen, insofern ist der Film für Kleinkinder zwar geeignet, verstehen werden sie ihn aber nur bedingt.

Fazit: Ein herrlich verrücktes Animationsabenteuer, dessen wundervolle Animationen und Charaktere die durchschnittliche Story aufpeppen.

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