Poseidon
Inhalt
Remake des Katastrophenklassikers "Poseidon Inferno" aus dem Jahre 1972Silvesterabend mitten im Nordatlantik: auf dem Kreuzfahrtschiff Poseidon wird gefeiert als plötzlich die Katastrophe los bricht. Eine riesige Wasserwoge erfasst das Schiff mit unglaublicher Gewalt und lässt es überschlagen. Was zurück bleibt ist Tod und Zerstörung. Einzig im noch intakten Ballsaal haben einige hundert Menschen überlebt, da sie sich unter der Wasserlinie befinden. Der Kapitän besteht darauf, dass sie hier zusammenbleiben, bis Rettungsmannschaften eintreffen. Doch der Profi-Spieler Dylan Johns (Josh Lucas) nimmt sein Schicksaal lieber selbst in die Hand. Er ignoriert die Anweisungen und will sich allein einen Rettungsweg aus dem Ballsaal suchen. Begleitet wird er von dem kleinen Connor (Jimmy Bennett), der Dylan bittet, ihn und seine Mutter Maggie (Jacinda Barrett) mitzunehmen. Und auch Robert (Kurt Russel), der auf der Suche nach seiner Tochter Jennifer (Emmy Rossum) und ihrem Verlobten Christian (Mike Vogel) ist, schließt sich an. Obwohl Dylan die anderen nur als Klotz am Bein empfindet, führt er die kleine Gruppe Überlebender wohl oder übel durch das Innere des Schiff. Auch andere haben sich entschlossen, lieber mitzugehen als unten auszuharren: die schüchterne Elena (Mia Maestro), die sich als blinder Passagier an Bord geschlichen hat, Richard Nelson (Richard Dreyfuss), der vor kurzem noch Selbstmord begehen wollte und jetzt neuen Lebensmut findet, und ein junger Kellner (Freddy Rodriguez), der sich im Inneren des Schiffs auskennt. Mit eisernem Willen kämpfen sie sich zur Meeresoberfläche vor, wobei sie sich ihren Weg durche die Trümmer bahnen müssen, während das Schiff langsam sinkt und ihre Aussicht auf Rettung immer kleiner wird.
Kritik
Der deutschstämmige Wolfgang Petersen ist ein kreativer, phantasievoller Regisseur. Das hat er schon ganz zu Beginn seiner Karriere in Deutschland mit "Das Boot" und seiner Verfilmung des Bestseller-Kinderbuchs "Die unendliche Geschichte" bewiesen.Auch nach seinem Umzug nach Hollywood zeigte er mit einer Reihe erfolgreicher und gut erzählter Geschichten wie "In the Line of Fire", "Air Force One" und "Der Sturm" dass er zu den großen Regisseuren gezählt werden kann. Daran konnte auch seine etwas zu seichte Interpretation der "Troja" Sage nichts ändern, zumal sie kommerziell sehr erfolgreich war. Was er sich allerdings dabei gedacht hat den Klassiker "Die Höllenfahrt den Poseidon" aus dem Jahre 1972 so dermaßen uninspiriert und ohne das gewisse Etwas zu verfilmen, das wissen die Götter. Hier hat er wirklich so ziemlich alles falsch gemacht, was man bei einem Remake auch nur falsch machen kann. Am Drehbuch liegt es nicht, denn auch der Original Film hatte eine ziemlich verwaschene Vorlage, die allerdings durch exzellente Darsteller wie Gene Hackman, Ernest Borgine und Shelley Winters eindrucksvoll aufgewertet wurde.
Petersen´s Film krankt vor allem an der Beliebigkeit seiner Figuren. Zwar hat er mit Josh Lucas, Richard Dreyfuss, Kurt Russel und Jacinda Barrett Schauspieler zur Hand, die sowohl Talent als auch Ausstrahlung besitzen, jedoch können auch sie gegen die Eindemensionalität ihrer Figuren nicht erfolgreich ankämpfen. Die Charaktere sind schlichtweg langweilig; entweder sie schreien die ganze Zeit (vor allem die Frauen) nur hysterisch rum, oder aber sie sprechen Dialoge, die einem drittklassigen B-Film entstammen könnten. Zum Schreien ist beispielsweise der Satz von Emmy Rossum, wenn sie inmitten von hunderten von Leichen und zerbersteten Schiffsteilen steht und Richard Dreyfuss fragt: "Sagen sie mal, ist es sehr schlimm?" Angesichts solcher grausigen Dialoge sollte man den Drehbuchautor windelweich prügeln.
Bei den zahlreichen Darstellern habe ich als Zuschauer nicht einen Charakter gefunden, um den ich zittern, bangen und hoffen konnte, weil keiner von ihnen mein Interesse geweckt hat. Die Formel ist hier einfach viel zu glatt und klischeehaft: Die Frauen sind jung, sehen gut aus und müssen gerettet werden und die Männer sind hart, stark im Nehmen und Helden die schon mal gerne den Opfertod sterben. Wenn überhaupt dann schafft es einzig die relativ unbekannte Jacinda Barrett in ihrer Rolle eine überzeugende Mutterfigur abzugeben und über weite Strecken hinweg sympathisch, lebensecht und nachvollziehbar zu wirken. Die Unterwasser-Szene mit ihrem Sohn ist einer der ganz wenigen überzeugend emotionalen Momente des Films.
Ein weiteres Problem ist das Nicht-Aufkommen von Spannung im Film, da die zahlreichen Rettungsversuche der Überlebenden viel zu unrealistisch und albern daherkommen. Klar kann man bei solchen Filmen keine Logik erwarten, aber dann sollten die Szenen zumindest so schweißtreibend inszeniert sein, dass man gar nicht erst anfängt über so was nachzudenken. Auch die Musik von Klaus Badelt ist alles andere als erinnernswert, sondern ein wabernder Klangbrei der nicht so recht weiß, wohin er seinen Fokus richten soll.
Die einzige wirklich packende Sequenz ist der Moment wenn die Katastrophe passiert und die Menschen quer durch die Räume geschleudert werden und schneller als die Fliegen sterben. In diesen zehn Minuten offenbart der Film eine tricktechnische Brillianz, die mal wieder zeigt, was man mit Special Effects mittlerweile erreichen kann. Nur leider sind die großartigen Effekte des Films das einzig Positve was man über "Poseidon" sagen kann, und das, tut mir leid Herr Petersen, ist viel für einen spannenden Kinoabend viel zu wenig.
Fazit: Man nehme "Titanic", subtrahiere die packende Emotionalität und die überzeugenden Darstellerleistungen und erhält "Poseidon". Ein Special Effekt Movie das leider nur tricktechnisch zu überzeugen weiß.
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Regisseur
Schauspieler
Josh Lucas, Kurt Russell, Jacinda Barrett, Richard Dreyfuss, Jimmy Bennett, Emmy Rossum, Mike Vogel, Mía Maestro, Andre Braugher, Kevin Dillon, Freddy Rodríguez, Kirk B.R. Woller, Kelly McNair, Stacy Ferguson, Gabriel Jarret
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stallone / 11.12.2007 19:48:24
der film hat ein paar spannende szenen, als ganzes überzeugt er leider nicht.
3 Sternen
Kaspian / 11.12.2007 20:03:03
Zum Ende hin binne bissel eingeschlafen....
nicht bewertet
Veremar / 12.12.2007 12:53:26
Ganz eurer Meinung, fand ich eher lahm...
nicht bewertet
mye / 13.12.2007 20:29:12
komischerweise bin ich recht zufrieden aus dem kino gegangen, saubere unterhaltung und wirklich gute effekte
4 Sternen
Rusty / 17.12.2007 18:22:56
der alte poseidon-streifen aus den 70ern war zig mal besser. ganz schwacher film.
3 Sternen