Verfasst von André Gabriel am 14.04.06 20:33:38 - 3 Kommentare

Slither - Voll auf den Schleim gegangen

Slither

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (4): 3.5 / 6

Land USA

Genre Horror, Komödie

Laufzeit: 102

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: 22.06.2006
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Inhalt

Eine Seuche macht aus Kleinstadt-Bewohnern tödliche Zombies und deformierte Monster

Grant Grant (Rooker) ist von der Beziehung zu seiner Ehefrau Starla (Banks) enttäuscht. Mit einfachen Worten: er möchte und sie nicht. Also geht er in eine Bar, betrinkt sich dort, bandelt mit einer anderen Frau an, geht mit dieser Frau in einen Wald, gibt der Dame aber einen Korb, entdeckt einen geöffneten Cocon, folgt einer schleimigen Spur, wird von einem wurmähnlichen Etwas durchbohrt und beginnt von nun an, sich etappenweise zu verändern.
Was dann innerhalb von rund 102 Minuten geschieht, ist nichts anderes als die Umsetzung eines Plans. Aus der Dame im Wald wird eine Art gebärdende Hautblase, die sozusagen den zweiten Gang des Slither-Horrors in sich trägt. Der dritte Gang ist dann die Folge des zweiten Gangs, denn jene sich kriechend fortbewegenden Würmer formen Menschen zu Zombies um, indem sie diesen in den Mund schlüpfen und sich dann im Gehirn einnisten. Dann läuft der Kreis wieder zusammen, als die infizierten Menschen am Ende Teil des sich zu Beginn deformierenden Grant werden.
Und wo es begann, dort soll es auch enden: im Hause der Eheleute Grant.

Kritik

Es gibt diese Filme, auf die man sich einfach freut, weil man eine bestimmte Erwartung hat. Zwar hockt im Hinterkopf schon diese merkwürdige Art von Vorahnung, gepaart mit dem Wissen, dass Erwartungen selten erfüllt werden, aber dennoch sagt man jedem: hey, heute geh ich in den Film, auf den ich mich schon die ganze Zeit freue. Und in vielen Fällen ist genau das auch der Fehler. Gutes Beispiel in dieser Hinsicht (zumindest nach meiner Ansicht): Hostel. Ein gutes Gegenbeispiel: Slither - der Film mit dem wundervoll dämlichen deutschen Untertitel Voll Auf Den Schleim Gegangen.
Umso erfreulicher, wenn ein Film dann doch einmal exakt das einhält, was er verspricht... oder was man sich vorher selbst vom Film versprochen hat. Und am besten ist es doch, man schraubt seine Erwartungen von Beginn an so weit nach unten, dass es schwieriger wird, darunter zu bleiben, als darüber hinaus zu schießen.

Vor den gegenwärtigen Horrorfilmen -und vor allem im Vorfeld von Hills Have Eyes- lief der Trailer von Slither immer wieder in den deutschen Kinos. Und während man noch am Anfang dachte, dass dies wohl einer jener Filme ist, von denen man sich lediglich (wenn überhaupt) das Plakat anschaut, wirkte der Trailer bei häufigerem Sehen wie eine Art manipulierende Hypnose... warum auch immer, plötzlich gefiel das, was dort auf der Leinwand zu sehen war, egal wie abstrus und augenscheinlich niveaulos das alles aussah - oder gerade deshalb.
Meine Erwartung war folgende: eine gute Mischung aus Horror, buchstäblich hirnlosem Horror, und einer ordentlichen Portion Komik, zumeist durch die Dialoge erreicht. Exakt. Deutlicher Punktgewinn für Slither, denn genau das wurde mir geboten. Und genau das ist es auch, was den Film ausmacht bzw. was der Film gut macht. Er versucht gar nicht erst, dem Zuschauer die Illusion ins Hirn zu pflanzen, ein ernst zu nehmender Horrorfilm zu sein, sondern legt die Karten von Anfang an auf den Tisch... offen. Schon mit der ersten Szene beweist der Film, dass er nichts anderes möchte als unterhalten. Und das wiederum ist es, was ein Film diesen Kalibers tun soll. Die reine Unterhaltung. Warum immer aus dem Kino gehen und den Kopf voll schwätzender Gedanken haben? Warum das Kino nicht einfach mal mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen und nichts weiter... nur diesem Lächeln und der Gewissheit, gut unterhalten worden zu sein? Spricht eigentlich nichts dagegen.

Ein wenig Theorie und Hintergrundwissen: Regisseur James Gunn war zugleich auch Drehbuchautor. Ebenso wie bei seinem Film Dawn of the Dead (2004). So, das reicht. Denn das wollte ich damit sagen: Slither ist ein Film, bei dem es legitim ist, sich schlichtweg nach hinten zu lehnen und darauf zu warten, dass sich das besagte Lächeln auf die Lippen zaubert.

Der Film könnte ein wenig mehr Splatter vertragen, das heißt, noch zwei oder drei Szenen mehr, die einfach spektakulär sind und sich von den üblichen Head-Shots abheben (wie beispielsweise der Typ, der auf dem Feld zerteilt wird). Ansonsten sind die Gore-Effekte jedoch richtig gut anzusehen, an dieser Stelle also ein ordentliches CGI-Lob.
Die Spannung hält sich in Grenzen, aber der Film ist auch nicht auf Gänsehaut-Spannung ausgelegt, sondern soll eher durch witzige Dialoge und an bestimmten Stellen passend verwendetes Kunstblut bestechen. Und das tut er ja auch. Dennoch, einige Schocker sind zudem sogar vorhanden, doch soll selbstverständlich nicht verraten werden, in welchen Szenen. Nur so viel: sie als Zuschauer werden mit dem wohl verrücktesten Reh der Filmgeschichte konfrontiert.

"Bitch is hardcore"

Fazit: die Mission 'Horrorkomödie Slither' ist gelungen. Am Ende wird dem erwartungsfrohen Zuschauer ein angenehmes Spektakel geliefert, ein Film, der es durchaus weiß, einen Spannungsbogen korrekt aufzuziehen. Was scheinbar harmlos beginnt endet in einer bluttriefenden Odysse. Insgesamt erscheint der Film an vielen Ecken und Kanten als eine Hommage an klassische Horrorfilme und bringt das Genre in einer Form wieder an die Oberfläche, die tatsächlich zu vermissen war. Primär vorteilhaft auch das Fehlen naiv agierender Teenager, die schon vor einer Infektion und Zombieumwandlung hirntot wirken. Zwar agieren die Beteiligten in Slither alles andere als sinnvoll, was aber lediglich die andere Seite der Genremedaille bedient. Genau das soll ja witzig sein. Und es funktioniert... Slither funktioniert und am Ende kann man sich sogar mit einem zunächst dämlich wirkenden Untertitel abfinden.

Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare

  1. mye

    mye / 09.12.2007 14:22:08

    toller, irgendwie old-school-horror


    4 Sternen

  2. Jigsaw

    Jigsaw / 05.04.2008 12:10:48

    Eine augenzwinkernde Verbeugung vor Monsterklassiker wie Der Blob,Deadly Spawn oder Das Ding aus einer anderen Welt.Gut gemacht.


    3 Sternen

  3. Zoidberg

    Zoidberg / 23.04.2008 16:53:56

    Witzig, eklig und gute Darsteller. Das gefällt.


    3 Sternen


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